23 November 2021 Lesung/Gespräch Zwischen den Zeiten - Die späten Jahre der DDR

Ein neuer Blick auf die DDR der 80er Jahre mit Autor Gunnar Decker

Information

Event location

Puschkinhaus Halle
Kardinal-Albrecht-Str.6
06108 Halle

Date

23.11.2021, 18:00 - 20:00 Hr

Themes

Deutsche / Europäische Geschichte

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Zwischen den Zeiten - Die späten Jahre der DDR
Ein neuer Blick auf die DDR der 80er Jahre mit Autor Gunnar Decker  
Moderation: Paul Werner Wagner

Anmeldung erforderlich unter anmeldung@rosaluxsa.de

Paul Werner Wagner: Der Philosoph, Kritiker und Sachbuchautor Gunnar Decker, Jahrgang 1965, hat schon in der jüngeren Vergangenheit mit Büchern zum Osten und seiner Vergangenheit auf sich aufmerksam gemacht – im Jahr 2000 mit dem Reportagenband „Gefühlsausbrüche oder Ewig pubertiert der Ostdeutsche“, den er gemeinsam mit seiner Frau Kerstin Decker schrieb, und 2015 mit „1965 – der kurze Sommer der DDR“.
Das große Buch zur DDR-Geschichte ist noch nicht geschrieben. Das zur Geschichte der alten Bundesrepublik auch nicht. Aber bei der DDR-Geschichte fällt es auf, wie sehr die Sicht auf dieses Land nach wie vor durch eine West-Brille betrachtet wird und lauter Forschungsergebnisse vereinzelt nebeneinanderstehen und nichts zusammenpasst. Gunnar Deckers Buch ist tatsächlich das erste Buch, das eine realistische DDR-Erzählung sichtbar macht.
Die eigentliche Wende, schreibt Gunnar Decker, habe im Jahr 1985 begonnen – mit dem Auftritt Gorbatschows auf der politischen Bühne und der Perestroika, die vor allem ein geistiger Aufbruch gewesen sei. Ihr Einfluss auf das Selbstbewusstsein von Künstlern und Intellektuellen in der DDR sei gewaltig gewesen, die Angst vor dem Parteiapparat geschwunden, Hoffnung habe sich breit gemacht.
Entwickelt habe sich daraus eine „Utopie vom Anderswerden“, wobei die Infragestellung des Real-Sozialismus im Bereich der Kunst und Kultur begonnen habe. So sei das Buch „Zwischen den Zeiten“ eine Art Kulturgeschichte, wenn auch eine sehr subjektive.
Auf beeindruckende Weise bewegt sich Decker durch die Kulturgeschichte Ost, in der er mehr als 50 heute völlig unbekannte Autoren, Filme und Bücher dem Vergessen entreißt. Das Buch ist eine Rückeroberung von Geschichte.
„Zwischen den Zeiten – Die späten Jahre der DDR“ wird niemanden enttäuschen, der sich für die komplexe Lebensrealität dieses untergangenen, aber noch nicht zu Ende gegangenen Landes interessiert.

Siehe auch https://www.aufbau-verlag.de/index.php/zwischen-den-zeiten.html

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