Description
Seit vielen Jahrzehnten bereits wird die Krise liberaler Demokratie beklagt, was sich heute vor allem mit der Diagnose des Postdemokratischen verbindet. Dabei spielt einerseits der Neoliberalismus als Wirtschaftsform und Ideologie eine zentrale Rolle, andererseits die zunehmend antidemokratischen und rechtspopulistischen Bestrebungen. Vor diesem Hintergrund geht es sowohl um die Frage, welche Auswirkungen postdemokratische Entwicklungen auf Bildung und Erziehung haben als auch darum zu fragen, welche Rolle Bildung und Erziehung spielen können und sollten, um jenen antidemokratischen Kräften entgegenzuwirken. Die These ist, Pädagogik ist politisch, ergo niemals neutral! Dafür wird vor allem der Ansatz kritischer Pädagogik herangezogen, der durch seine sehr breite diskursive Begründung, seine schul- und bildungspolitische Relevanz als auch seine radikal-demokratische Grundlegung der Pädagogik großes Potenzial birgt, auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren.
Gerade vor diesem Hintergrund geraten auch zentrale Bezugspunkte politischer Bildung wie der Beutelsbacher Konsens erneut in den Fokus, insbesondere in der gegenwärtig intensiv geführten Debatte um politische Neutralität von Schule und Lehrpersonen. Zu fragen ist dabei, ob und inwiefern der häufig normativ aufgeladene Neutralitätsanspruch selbst Teil jener postdemokratischen Verschiebungen ist und welche Konsequenzen sich daraus für eine differenzoffene, diskriminierungskritische, emanzipative und machtsensible Pädagogik in Theorie und Praxis ergeben.
Dr.’in Katarina Schneider-Bertan ist Erziehungswissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Internationale Beziehungen der Universität zu Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Radical Democracy & Education, Critical Global Citizenship Education und Critical Pedagogy. 2024 erschien ihre Dissertation „Kritische Pädagogik im 21. Jahrhundert. Zur Aktualität von Henry A. Giroux‘ Critical Pedagogy“ im transcript-Verlag.
Link zur Online-Veranstaltung: https://us02web.zoom.us/j/88224289388
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Karl-Heinz Heinemann
Vorsitzender der RLS NRW; Koordinator des Gesprächskreises Bildungspolitik
Email: heinemann@rls-nrw.de