News | Rosa-Luxemburg-Stiftung (en) Mitgliederversammlung 2017

Versammlung nimmt vier neue Mitglieder auf – Nachwahlen für den Wissenschaftlichen Beirat

Am 2. Dezember fand die jährliche Mitgliederversammlung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin statt. Die insgesamt 145 Mitglieder waren eingeladen, die Arbeit der Stiftung im vergangenen Jahr auszuwerten und eigene Impulse einzubringen. Neben den inhaltlichen Debatten standen auch Nachwahlen zum Wissenschaftlichen Beirat und die Aufnahme von vier neuen Mitgliedern auf der Tagesordnung.

In ihrer Begrüßung zeigte die Vorstandsvorsitzende Dagmar Enkelmann die Vielfältigkeit der Stiftungsarbeit auf, die mit ihren Angeboten zur politischen Bildungsarbeit nicht nur bundesweit über ihre Landesstiftungen, Büros und Clubs vertreten ist, sondern auch mit ihren. Damit sei es möglich, sowohl die „Globalen Sozialen Rechte“ in den Blick zu nehmen, wie auch die Möglichkeiten von Kommunalpolitik in ländlichen Räumen. Sie dankte den übrigen Vorstandsmitgliedern für seine engagierte Arbeit.

Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied Florian Weis erörterte im Rechenschaftsbericht die aktuellen Entwicklungen und brachte die Stiftungsmitglieder auf den neuesten Stand zum Neubau der Rosa-Luxemburg-Stiftung an der Straße der Pariser Kommune. Er betonte darüber hinaus die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Landesstiftungen, die die politischen Bildungsangebote auch in die kleinsten Orte bringen, wo sie oftmals stark wahrgenommen würden. Er wünsche sich, diese Arbeit werde vor Ort auf hohem Niveau weitergeführt.

In der Generaldebatte betonte Gabi Zimmer, Vorsitzende der Linksfraktion GUE/NGL im Europaparlament den Europäischen Gedanken und ermutigte dazu, die zugehörigen Debatten solidarisch von links zu führen. Sie wies darauf hin, dass die Entwicklung der Europäischen Union ein zentrales Thema linker Politik und linken Handelns sein müsse, aber – anders als es Rechte tun – Europa nicht pauschal kritisiert werden dürfe. Die Verteufelung Europas und aller seiner Errungenschaften sei ebenso abzulehnen, wie das Kleinreden und Reduzieren tatsächlicher Probleme auf vermeintliche Einzelaspekte.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringens und bis zu seiner Amtsübernahme 2014 Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dankte für die gute Zusammenarbeit und den ergiebigen Austausch mit der Stiftung. Es sei erkennbar, dass die vielfältigen Partner der Stiftung im Ausland auch verlässliche und kenntnisreiche Gesprächspartner seien, die er gern konsultiere. In Bezug auf die Situation im Inland betonte Ramelow die Notwendigkeit, die kulturelle Dimension von Ausgrenzung nicht zu unterschätzen und in linken Debatten ernst zu nehmen.

Der Parteivorsitzende der LINKEN Bernd Riexinger benannte mit den Themen Migration, Rechtsextremismus und die Klassenfrage Punkte, die den Menschen auf den Nägeln brennen und für deren Beantwortung er in der Stiftung eine starke Partnerin sehe.

Die Parteivorsitzende Katja Kipping dankte der Stiftung und ausdrücklich ihren MitarbeiterInnen für die gute Zusammenarbeit. Studien und Konferenzen bereicherten die inhaltlichen Debatten und stellten Verbindungen zu WissenschaftlerInnen her, die ohne die Stiftung schwer möglich wäre. Die gemeinsame politische Klammer der „Globalen Sozialen Rechte“ sei ein großer Schritt zur Benennung der Herausforderungen für eine politische Linke.

Die Mitgliederversammlung entschied darüber hinaus über die Aufnahme von vier weiteren Mitgliedern. Aufgenommen wurden:

Andreas Keller, Hessen, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Vizepräsident der European Trade Union Committee for Education (ETUCE).

Oliver Nachtwey, Hessen/ Schweiz, Professor für Soziologie an der Universität Basel, u.a. Autor „Die Abstiegsgesellschaft“.

Güldane Tokyürek, Nordrhein-Westfalen, Juristin, Mitglied des Stadtrates Köln für DIE LINKE, ehemaliges Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen.

Daniela Trochowski, Brandenburg, Staatssekretärin im Finanzministerium Brandenburg, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE.

Nachgewählt wurden auch die drei bislang vakanten Plätze im Wissenschaftlichen Beirat. Der bislang 16-köpfige Beirat erhält zukünftig Verstärkung von Prof. Dr. Maria do Mar Castro Varela, Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik (derzeit: Dozentin der Univ. Basel, Pädagogik), Dr. Christa Wichterich, derzeit Dozentur für Gender Studies an der Univ. Cape Coast (Ghana) und Dr. Gerhard Richter, Gründer Institut für Medienforschung und Urbanistik.