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Das dritte Frauenfilmfestival hat in Dakar begonnen.

Information

Am 16. Februar 2018 wurde in Dakar das dritte Frauenfilmfestival eröffnet https://www.filmsfemmesafrique.com.

Die Eröffnungsfeier mit über 300 Gästen fand im neuen Kinokomplex statt, der nach dem weltbekannten Filmemacher Ousmane Sembene (1923-2007) benannt ist. Das vom senegalesischen Frauenverein Trait d‘Union veranstaltete Filmfestival, das über 50 Filme zum Thema „Frauen und Bildung“ zeigt, läuft in der Hauptstadt Senegals bis zum 23. Februar 2018. In 27 Orten, über die ganz Stadt verteilt, so dass auch die Menschen in den Vororten erreicht werden, sind die Filme kostenfrei zu sehen. Vom 26. Februar bis 4. März sind viele der Filme in weiteren Städten des Landes, nämlich Kaolack, Louga, Rufisque, Saint-Louis, Sakone und Ziguinchor zu sehen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Westafrika ist seit 2016 Partner des Frauenfilmfestivals. Vor zwei Jahren gewann das Filmfestival, dessen erste Ausgabe einige Jahre zurückliegt, an Qualität und Bedeutung. Dieses Jahr konnte mit Hilfe weiterer Partner die Zahl der Filme und Spielorte erhöht werden. Wie schon vor zwei Jahren sind bei vielen Filmvorführungen die RegisseurInnen der Filme anwesend, um mit dem Publikum über die Filme und die Arbeit als Filmemacherin direkt ins Gespräch zu kommen. Neben Spielfilmen sind auch Dokumentar- und Kurzfilme zu sehen.

Am Abend der Eröffnung war der vielfach preisgekrönte Film „Difret“ (Äthiopien-USA) zu sehen. In dem Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, geht es um ein 14jähriges Mädchen in Äthiopien namens Hirut, das zwangsverheiratet werden soll. Bei der Entführung erschießt Hirut einen der Kidnapper. Sie soll verurteilt werden. Eine junge Anwältin aus der Hauptstadt, die für eine Nichtregierungsorganisation arbeitet, nimmt  sich des Mädchens an und erkämpft vor Gericht ihre Freilassung. Der Film zeigt eindrücklich die Unterschiede der Lebensweisen zwischen Stadt und Land im sich rasch wandelnden Äthiopien. Im Mittelpunkt steht der Kampf der jungen Anwältin gegen die Gleichgültigkeit staatlicher Stellen und die Traditionen, wie der Zwangsverheiratung junger Mädchen, auf dem Land. Die Modernisierung des Landes, die in der Praxis eine Durchsetzung des Rechts gegen die Tradition ist, ist ein schwieriger Prozess. Der Vater von Hirut ließ seine Tochter die Schule besuchen. Für die Mutter ist die Schule aber die Quelle des Unglücks. Denn wäre Hirut zu Hause geblieben, hätte sie auf dem Heimweg von der Schule nicht entführt werden können. Am Ende des Films fließen Tränen, denn der Preis für die Freiheit Hiruts ist hoch: Die jüngere Schwester wird die Schule nicht besuchen.