Die Anwesenden wurden von Seiten der Stiftung durch die Leiterin des neuen Prager Büros, Dr. Joanna Gwiazdecka, sowie das geschäftsführende Vorstandmitglied, Dr. Florian Weis, begrüßt und durch den Abend geleitet. Von deutscher Seite war Dr. Christoph Israng, der Botschafter in der Tschechischen Republik, zugegen.
Bodo Ramelow (Ministerpräsident des Freistaates Thüringen) und Kateřina Konečná (Mitglied des Europaparlaments, Konföderale Fraktion GUE/NGL) hielten die Grußworte.
Bodo Ramelow hob in seinem Grußwort den Stellenwert von Erinnerungsarbeit hervor, die Brücken baut und versöhnt. Er reflektierte hierbei seinen vormittäglichen Besuch im nahegelegenen ehemaligen deutschen Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín), der ihn sehr berührt habe. Ramelow erinnerte beispielhaft an die Verstrickung der Erfurter Firma Topf und Söhne, Hauptlieferant für Krematoriumsöfen in den Konzentrationslagern, in die NS-Verbrechen. Im Amt des Ministerpräsidenten sehe er sich im Land Thüringen in besonderer Verantwortung. Er erinnerte daran, dass die öffentliche Erinnerung an die Beteiligung der Firma am Holocaust in Erfurt nicht überall auf Wohlwollen gestoßen sei. Deutsche dürften jedoch ihre Vergangenheit nie vergessen. Dieser Herausforderung müsse sich eine linke deutsche politische Stiftung in besonderer Weise stellen.
Er zitierte abschließend die Inschrift im Schlussstein des Gothaer Friedensschlosses: «Frieden ernähret – Unfrieden verzehret.»