News | Geschichte Kein Marxismus ohne Friedrich Engels

Ein Plädoyer

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Ingar Solty,

Titelblatt des im Februar 1848 in London erschienenen Manifest der Kommunistischen Partei., www.marxists.org via en.wikipedia

Warum sollte man heute noch Friedrich Engels lesen? Warum sollte man seiner anlässlich seines 200. Geburtstages im November 2020 gedenken, ihn sogar nutzbar machen für das Denken der Gegenwart und Zukunft?

Ingar Solty ist Referent für Außen- und Sicherheitspoiltik der Rosa Luxemburg Stiftung. Sein Text erschien zuerst in Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Heft 123 (September 2020).

Für manche scheint Friedrich Engels kaum mehr zu sein als Dr. Watson zu Sherlock Holmes in Arthur Conan Doyles Kriminalromanen, als Sancho Pansa zu Don Quixote in Cervantesʼ berühmten Roman, als Leo Jogiches zu Rosa Luxemburg, als Waylon Smithers zu Montgomery Burns in den «Simpsons» oder Obelix zu Asterix in den berühmten französischen Comics. Ist Engels mehr als ein Sidekick in der Geschichte des Sozialismus? Mehr als einer der dem Protagonisten hier und da, im Falle Engels vor allem finanziell und moralisch, aus der Patsche hilft oder – wie in Raoul Pecks Erfolgsfilm «Der junge Karl Marx» dargestellt – mit ihm saufen geht, bis kurz vor dem trunkenen Erbrechen diesem dann die Idee zur elften Feuerbachthese kommt: «Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern»? Karl Marx ist der große Denker und Revolutionär mit weltgeschichtlicher Bedeutung, über den Nicos Poulantzas 1977 einmal richtig schrieb: «Seit Max Weber ist jede politische Theorie entweder ein Dialog mit dem Marxismus oder sie greift ihn offen an. » (Poulantzas 2002: 39) Aber was ist mit Engels?

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