News | Sozialökologischer Umbau - Gesellschaftliche Alternativen - Afrika Grüne Energie für Südafrika

Das erste Festival zu Erneuerbarer Energie in Kapstadt war ein großer Publikumserfolg. Von Armin Osmanovic, Johannesburg.

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Über 5.000 Menschen besuchten am Samstag den 8. Februar 2014 im Urban Park in Kapstadt das erste «Festival zu Erneuerbarer Energie» Südafrikas. Veranstalter waren das Alternative Information and Development Centre (AIDC) als Hauptträger der «One Million Climate Jobs» Kampagne, der World Wide Fund for Nature Südafrika, die City of Cape Town und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Südliches Afrika.

In verschiedenen Foren diskutierten die BesucherInnen mit ExpertInnen südafrikanischer Nichtregierungsorganisationen und Universitäten über Themen wie die Gefahren der Atomenergie, die bestehenden Pläne für die Ausbeutung von Erdgas durch Fracking, die Auswirkungen des Klimawandels in Südafrika und die Nutzung von alternativen Energiequellen wie Wind und Sonne.

Prof. Mark Swilling von der Universität Stellenbosch nutzte das Festival, um das Projekt «i-Shack» vorzustellen. I-Shack ist eine Initiative von StudentInnen in Stellenbosch. Dabei geht es um einen kostengünstigen Umbau von Häusern in den Townships Südafrikas. Aus einfachen Blechhütten sollen mit wenig Geld klimafreundliche und lebenswerte Häuser werden.

Ähnliches will die Schule Glendale erreichen. Glendale ist eine von 22.000 der insgesamt 25.000 Schulen in Südafrika, deren Infrastruktur in einem schlechten Zustand ist. Mit Hilfe des RLS-Partners AIDC wurden Pläne entwickelt, die Schule in eine Modell-Schule umzuwandeln. Neben der Nutzung von erneuerbarer Energie und des Regenwassers soll das gesamte Schulgelände so umgebaut werden, dass eine lernfreundliche Umgebung entsteht. Gemüsegärten für die SchülerInnen sind dabei genauso geplant wie die Pflanzungen von indigenen Bäumen und Büschen als Teil eines Schulparks, der den SchülerInnen als Lern- und Lehrort zur Verfügung stehen soll.

Südafrikas Atompläne diskutierten etwa 50 Gäste im Fringe Forum 2 mit Trusha Reddy vom RLS-Partner Earthlife Africa. Unweit vom Ort des Festivals in Kapstadt steht Südafrikas einiziger Atommeiler. Geplant war ursprünglich der Bau von sechs weiteren Atomkraftwerken, doch angesichts der hohen Kosten will die Regierung erst einmal nur zwei Kraftwerke bauen. Reddy erläuterte die falschen Hoffnungen, welche die Regierung in den Ausbau der Atomenergie setze. Atomenergie sei weder günstig noch werde sie viele neue Arbeitsplätze schaffen. Im Falle eines Atomunfalls in Koeberg müssten alle EinwohnerInnen Kapstadts evakuiert werden, so Reddy. Sie forderte daher eine Schließung des Reaktors.

Die rege Diskussion in den Foren wurde begleitet von Ausstellern klimafreundlicher Technik und Forschungsvorhaben von Universitäten und Instituten. Die BesucherInnen konnten sich dabei über bestehende Möglichkeiten informieren, ihr eigenes Haus klimafreundlich umzubauen. Südafrikas Strom wird über 90% aus Kohle gewonnen. Damit zählt das Land zu den Ländern mit den höchsten Kohlendioxidemissionen weltweit.

Neben den über 20 verschiedenen Diskussionveranstaltungen in den drei aufgestellten Zelten traten zur Unterhaltung der Gäste lokale Musikgruppen wie Hot Water und die Gugulethu Tenöre auf. Das gesamte Festival wurde von einer Solaranlage mit Strom versorgt. Bei der Verköstigung der BesucherInnen wurde auf Nahrungsmittel aus der Region und umweltfreundliche Verpackung geachtet. Auch damit hat das Festival für Südafrika neue Wege beschritten, die beim zweiten Festival 2015  in Johannesburg wieder aufgegriffen werden sollen.

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