News | Stube: Euer Dorf soll schöner werden. Ländlicher Wandel, staatliche Planung und Demokratisierung in der Bundesrepublik Deutschland, Göttingen 2013

"...nicht nur bestens lesbar, sondern auch für alle, die an der Planungs- und dörflichen Entwicklungsgeschichte der jungen BRD interessiert sind, sehr zu empfehlen ...."

Anna-Katharina Wöbse rezensiert für SEHEPUNKTE 

Sebastian Stube: Euer Dorf soll schöner werden. Ländlicher Wandel, staatliche Planung und Demokratisierung in der Bundesrepublik Deutschland, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2013, 49,99 EUR, ISBN 978-3-525-31711-2

Wöbse schreibt: "An was denken Sie, wenn Sie den Titel des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" hören? Erzeugt das bei Ihnen auch Bilder von üppigen Hängegeranien, von Bushäuschen im Fachwerkstil und ungelenken Sitzgelegenheiten in den Zentren der ländlichen Peripherie? Eventuell hat gerade dieses Stereotyp bisher den historischen Blick auf eines der erfolgreichsten Instrumente eines gelenkten Strukturwandels der jungen Bundesrepublik geprägt. Eine erstaunliche Leerstelle, wenn man bedenkt, dass zwischen 1961 und 1979 insgesamt über 40 000 Bewerbungen bei der Jury eingingen.

Erfreulicherweise liegt nun die Dissertationsschrift des Historikers und Journalisten Sebastian Strube vor, der den oft als "Blumenschmuckzauber" belächelten Dorfwettbewerb auf einer breiten Quellen- und Literaturlage systematisch untersucht hat. Der schlaue Titel "Euer Dorf soll schöner werden" signalisiert bereits, dass der Wettbewerb nicht aus einem inneren Interesse der Dörfer, sondern als externes Steuerungsmittel für den ländlichen Wandel entstand. Wie sehr aber dieses Instrument, das sich laut Strube "in etwa 15 Jahren dreimal neu erfand" (22), ständig veränderten Bedingungen und Ansprüchen an die Peripherie angepasst wurde, arbeitet der Autor mit einem diachronen Zugriff plastisch heraus. Er bietet nicht nur die Chronologie eines populären Wettbewerbes, sondern darüber hinaus einen Beitrag zur Geschichte bundesrepublikanischer Ordnungspolitik und sich rasant ändernder Vorstellungen von Modernisierung."

Die ganze Rezension ist über den folgenden Link einsehbar.