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Scheinbar im Plan, tatsächlich enorme Risiken und absehbare Lücken zur Zielerfüllung. Das ist das Fazit eines Gremiums von Wissenschaftler:innen, welches jährlich den Stand und die Projektion der Treibhausgasemissionen der Bundesregierung begutachtet. Der Expertenrat für Klimafragen hat gestern dieses Kontroll-Gutachten vorgelegt, ein fast 300 Seiten starker Prüfbericht zu jenem Dokument des Umweltbundesamtes (UBA) von Ende April. Letzteres schätzte zuvor regierungsamtlich ab, wie wirksam die gesetzlichen Regelungen und eingeleiteten Maßnahmen der Bundesrepublik sind, um die im deutschen Klimaschutzgesetz (KSG) und auf EU-Ebene festgesetzten Klimaziele zu erfüllen.
Ein anderes Expertengremium der Bundesregierung - der Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) – kam schon im letzten Jahr zum Ergebnis, dass die Menge an Treibhausgasen (THG) praktisch aufgebraucht sei, die mit einem deutschen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad vereinbar wäre. Je nach Rechnung könnten die Ziele des deutschen Klimaschutzgesetzes – würden sie erreicht – zumindest knapp die 2-Grad-Marke unterstützen und damit gerade noch das Paris-Abkommen einhalten. Aber werden sie erreicht? Und sollen sie so erreicht werden, dass sich die Anstrengungen dafür hierzulande gerecht aufteilen?
2030-Ziel wird wohl erreicht – auch dank Corona und Krise
Zunächst hat die Bundesrepublik Ende 2024 rechnerisch weniger Klimagase emittiert, als nach KSG zulässig. 48 Prozent weniger THG gegenüber 1990 sind als Jahresemissionen zu bilanzieren, was vor allem an deutlich weniger Kohleverstromung, aber auch am Konjunktureinbruch in der Industrie der letzten beiden Jahre lag. Strukturell ist der Trend zu weniger Emissionen eindeutig, was auch an einem Ökostromanteil von mittlerweile knapp 60 Prozent liegt.