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Presse release | Aktuelle Studie: Rechtspopulismus

Rechtspopulismus auf dem Vormarsch: Aktuelle Studie und Handreichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Studie: «Rechtspopulismus und Rassismus im Kontext von Fluchtbewegungen. Politische Orientierungen von jungen Auszubildenden in Baden-Württemberg.»

und

Handreichung: «Haltung zeigen. Gesprächsstrategien gegen Rechts.»

Erst vor wenigen Tagen konnten sich 6000 Nazis im thüringischen Themar zu einem riesigen Nazi-Konzert inklusive Hitlergruß treffen. Aber auch der weniger martialisch daherkommende Rechtspopulismus ist auf dem Vormarsch: Es soll ein Schlussstrich unter die deutsche Geschichte gezogen werden und man soll wieder stolz darauf sein, deutsch zu sein. Menschen, die in Deutschland leben, sollen sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen und gefälligst selbst für ihr Geld arbeiten, statt dem Steuerzahler auf der Tasche zu liegen. Was an Stammtischen wieder «gesagt werden darf», ist im Denken vieler stärker verankert, als es zunächst scheint. Auch deshalb, weil dieselben Personen weit von sich weisen würden, rechts zu sein.

Für die Studie «Rechtspopulismus und Rassismus im Kontext von Fluchtbewegungen» hat die Tübinger Forschungsgruppe um den Erziehungswissenschaftler Josef Held 176 Auszubildende und 67 Betriebsräte aus Baden-Württemberg hinsichtlich ihrer politischen Orientierung befragt.

Josef Held kommt zu dem Schluss:
«Für Jugendliche sind rechtspopulistische Orientierungsangebote attraktiv. Das Phänomen Rechtspopulismus ist flexibel und anpassungsfähig, da es eine Auswahl an Argumentationsmustern bietet, die sich die Jugendlichen aneignen können, ohne sich einer explizit rechten Orientierung zuordnen zu müssen. Obwohl sich diese Jugendlichen selbst als ideologisch eher neutral darstellen, stimmen sie nationalistischen Orientierungen und autoritaristischen Denkweisen stark zu.» Auffällig sei zudem, dass diejenigen Jugendlichen, die beispielsweise im Sportverein Kontakt zu Flüchtlingen hatten, am seltensten rechtspopulistische Orientierungen aufwiesen.

Am Montag, den 24. Juli 2017 präsentiert die Tübinger Forschungsgruppe ihre zentralen Ergebnisse um 19.00 Uhr im Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Stuttgart (Ludwigstr. 73A, 70176 Stuttgart). Dejan Wick, Jugendsekretär der IG Metall Albstadt, kommentiert die Studie aus Sicht der gewerkschaftlichen Jugendarbeit.

Eine praktische Handreichung dazu, wie mit rechten und rassistischen Äußerungen umgegangen werden kann, die uns an der Supermarktkasse, bei der Familienfeier oder an der Bushaltestelle begegnen, bietet zudem die neu erschienene Broschüre «Haltung zeigen. Gesprächsstrategien gegen Rechts.» Sie befasst sich mit der Frage, wie mit solchen Situationen der Konfrontation souverän und angemessen umgegangen werden kann, wann es zum Beispiel sinnvoll ist, mit dem Gegenüber zu diskutieren und wann nicht. Die Handreichung soll Menschen ermutigen, sich gegen rechte, rassistische oder anderweitig menschenverachtende Äußerungen zu positionieren und sie dabei unterstützen, sich Diskussionen gewachsen zu fühlen. Dabei geht es nicht nur um Faktenwissen, sondern auch darum, Argumentationsweisen zu verstehen, Fragestellungen zu problematisieren und implizite Annahmen offenzulegen.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Henning Obens (henning.obens@rosalux.org, Telefon 030/44310-448).

Mit freundlichem Gruß,

Jannine Hamilton

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