Publication Geschichte - Erinnerungspolitik / Antifaschismus Das große Dilemma.

Leipziger Antifaschisten in der SS-Sturmbrigade "Dirlewanger". Autorin: Jutta Seidel

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Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ,

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July 1999

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Die Studie »Das große Dilemma. Leipziger Antifaschisten in der SS-Sturmbrigade ›Dirlewanger‹« ist die überarbeitete und erweiterte Fassung
eines Vortrages in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. am 17. Juni 1997. [...]

Vorbemerkung

Bei [einer] Spurensuche tauchte nun völlig überraschend die Problematik der SS-Division Dirlewanger auf [...]. Das erschien zunächst als unwahrscheinlich, zumindest höchst widersprüchlich [...]. Die historischen Kenntnisse darüber waren gleich null, nur die Geschichte um die »999er«, d. h. die Einberufung von ehemals aus politischen Gründen für »wehrunwürdig« befundenen »Hochverrätern« zu Bewährungsbataillonen der Wehrmacht war in etwa bekannt. Die mühseligen Recherchen ergaben, daß neben Walter Barth noch weitere Leipziger Kommunisten in der Dirlewanger-Division waren: Paul Nette, Fritz Siemon, Herbert Gottlaß, Willy Pfeiffer, Willi Schäfer, Reinhold Franke, Max Kästner. Über einige dieser Biographien soll das apostrophierte »Große Dilemma«, die Zugehörigkeit von Kommunisten zu einer übelbeleumundeten SS-Division, aufgehellt werden. [...] In der DDRGeschichtswissenschaft ist dazu kaum etwas zu finden. Es scheint, daß es sich zunehmend um ein Tabu-Thema gehandelt hat. Zunehmend deshalb, weil zunächst durchaus einige Bemühungen und Versuche zur Behandlung dieses Themas innerhalb der Widerstandsliteratur unternommen worden sind. [...] In der Literatur der alten Bundesrepublik Deutschland wurde das Thema mehrfach sporadisch aufgegriffen [...]

Für die detaillierte Untersuchung zu den Leipziger Häftlingen in der Dirlewanger-Division mußten vor allem die unveröffentlichten Quellen, insbesondere die Prozeßunterlagen aus dem Dresdner Hauptstaatsarchiv, der Bestand Opfer des Faschismus aus dem Sächsischen Staatsarchiv Leipzig und entsprechende Unterlagen des Leipziger Stadtarchivs und des stadtgeschichtlichen Museums, aus der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO), zuvörderst der Bestand KPD/Politbüro des früheren Zentralen Parteiarchivs der SED und Bestand SED/ZK-Kaderfragen, herangezogen werden. Als besonders wertvoll erwiesen sich darüber hinaus Quellen, die der Autorin aus dem Nachlaß Leipziger Antifaschisten zur Verfügung gestellt wurden. [...]

Inhalt
  • Vorbemerkung (S. 5 ff.)
  • Zur Biographie Leipziger Antifaschisten
    • Walter Barth (S. 11-17)
    • Paul Nette (S. 17-28)
    • Herbert Gottlaß (S. 29-34)
    • Fritz Siemon (S. 34-35)
    • Reinhold Franke - Max Kästner - Willy Pfeiffer - Willi Schäfer (S. 35-38)
  • Antifaschisten in der SS-Sondereinheit Dirlewanger
    • Die SS-Sondereinheit Dirlewanger (S. 39-41)
    • Die Dirlewanger-Rekrutierung in den KZ (S: 41-51)
    • Fronteinsatz - Flucht zur Roten Armee (S. 51-57)
    • Politische Diskussionen - Nachwirkungen (S. 58-68)
  • Briefe und Dokumente (S. 69-79)
  • Namensverzeichnis (S. 80-81)
  • Verzeichnis der Abbildungen (S. 82)
  • Zur Autorin dieses Heftes (S. 83)
  • Weitere Veröffentlichungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung SAchsen

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., Leipzig 1999. 96 S.

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