News | Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Kapitalismusanalyse Neue «Luxemburg»: Den Betrieb übernehmen

Neu erschienen: LUXEMBURG 3/2011 untersucht Erfahrungen, Konzepte und Grenzen von Belegschaftseigentum und Wirtschaftsdemokratie in Großbritannien, Jugoslawien, Italien, USA – und Ansätze zu einer Internationalisierung.

Die neue LUXEMBURG mit dem Schwerpunkt Belegschaftseigentum ist erschienen. Einige Beiträge daraus werden in Kürze auch im Web unter www.zeitschrift-luxemburg.de zu finden sein.

«Den Betrieb übernehmen»: Die IG Metall forderte in der Krise Gegenleistungen für Zugeständnisse und staatliche Krisenhilfen: erweiterte Mitbestimmung, Belegschaftseigentum und Wirtschaftsdemokratie wurden gegen den Shareholder Value gestellt – weitgehend ohne Folgen. Vor 10 Jahren, in der argentinischen Krise zielte das Programm „Besetzen, Widerstand leisten, produzieren“ – auf Sicherung des Überlebens wie auf gesellschaftliche Transformation.  Auf den Ruinen fordistischer Produktionsstätten ist auch in den USA eine vielfältige Bewegung von Kooperativen und Genossenschaften in Belegschaftseigentum entstanden.

Marx sah in der selbständigen Organisation der Produktion, in den Genossenschaften einen ersten Schritt zum Kommunismus. Doch gleichzeitig würden die Arbeitenden in die Widersprüche der kapitalistischen Logik hineingezogen, sie lernen zu denken und zu handeln wie Kapitalisten: Marktlogik und Konkurrenz mit anderen Anbietern treten nicht zurück, weil ein Unternehmen von der Belegschaft geleitet wird, Selbstausbeutung und Druck auf die Löhne bei vergleichbaren Betrieben sind zu befürchten. Auch „Belegschaftseigentum“ kann bedeuten, Schulden zu erben, die andere gemacht haben. Und: wie überschreiten die geteilten Interessen der Wenigen den Horizont des eigenen Betriebs, so dass die Demokratisierung ausgreifen kann in die Region, den Staat, die transnationalen Produktionsverhältnisse?

September 2011, 160 S., VSA: Verlag, 10 Euro

Inhalt

Konzepte

  • Heinz Bierbaum
    Renaissance der Belegschaftsbetriebe? Zur Diskussion in den Gewerkschaften
  • Jessica Gordon Nembhard und Emily Kawano
    Genossenschaften und die Bewegung für eine solidarische Ökonomie
  • Alex Demirovic
    «Wir können das besser». Belegschaftseigentum, Demokratie und Transformation
  • Immanuel Ness
    Kooperativen und Genossenschaften in den USA: Gestern und Heute
  • Tim Hunt
    Arbeiter der Welt, kooperiert! Die Rolle von Belegschaftseigentum und Kooperativen für Transformation
  • Volker Braun
    Die hellen Haufen. Auszüge
  • Rückblicke
  • Boris Kanzleiter
    Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien – eine ambivalente Erfahrung
  • Jörg Roesler
    Umkämpftes Eigentum in der DDR
  • Petra Brangsch
    Glasnost, Perestroika und das Eigentum 
  • Henning Süssner Rubin
    Lohnempfängerfonds. Gescheiterte Demokratiereform in Schweden

Praxis

  • Dario Azzellini
    Arbeiterkontrolle in Venezuela
  • Henrique T. Novaes und Renato Dagnino
    Arbeiterorganisation in wieder angeeigneten Fabriken
  • Wolfram Adolphi
    China: Die widerspruchsvolle Eigentumsfrage
  • Carl Davidson
    Mondragón und der Sozialismus des 21. Jahrhunderts
  • Matteo Gaddi
    Italien: Kooperativen ohne Industriepolitik
  • Vishwas Satgar
    Landwirtschaftliche Kooperativen in Südafrika

Class & Care

  • Cornelia Möhring und Katharina Schwabedissen
    Debatte 4in1 in der Praxis
  • Natalia Iguiñiz Boggio La Otra – Die Andere

Linke Strategien

  • Rainer Rilling 
    Wenn die Hütte brennt…
  • Christoph Spehr
    Wann kann man sagen, dass Die Linke existiert und mit normalen Mitteln nicht mehr zerstört werden kann?
  • Hilary Wainwright und John Holloway
    Kapitalismus aufbrechen oder den Staat zurückfordern? Ein Briefwechsel


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