Jump to main content

Publication : #keinemehr – Femizide in Deutschland

2019 wurden in Deutschland 117 Frauen* von ihren (Ex-)Partnern getötet. Dahinter steht ein System, das kollektiv bekämpft werden muss.

Key facts

Series
Buch/ Broschur
Ordering advice
Only available online

Details

Femizide – was soll das eigentlich sein? Femizide werden die Tötung von Frauen* und Mädchen* aufgrund von tiefliegendem Frauen*hass genannt. Das Phänomen und die Debatte um ihre gesellschaftlichen Bedingungen kennen wir hauptsächlich aus Lateinamerika und speziell aus Argentinien, wo unter der Losung „Ni una menos“ („Nicht eine weniger“) seit Juni 2015 Hundertausende gegen Femizide auf die Straße gegangen waren. In massiven und vielfältigen Protesten wurde der gesellschaftlichen Praxis, Tötungen von Frauen* als Einzelfälle abzutun, eine kollektive Stimme entgegengesetzt. Angeklagt wurde das dahinterliegende System – ein System, das dazu führt, dass Frauen* auf allen Ebenen auf unterschiedliche Weise abgewertet werden und deshalb mal mehr und mal weniger subtil Objekte von Hass werden.

Merle Dyroff lebt in Leipzig, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg und forscht zu männlicher Gewalt und Femiziden.

Marlene Pardeller ist Schreibcoachin*, Lektorin* und freie Filmschaffende in Berlin.
Beide sind Teil der Initiative #keinemehr und Mitübersetzerinnen des feministischen Manifests „Abbiamo un piano“ der Bewegung Non Una Di Meno aus Italien.

Alex Wischnewski ist Leiterin des Programms Globaler Feminismus der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Die Mobilisierungen in Argentinien wurden seither in einer Vielzahl anderer Länder aufgegriffen und haben zentrale Impulse für eine transnational vernetzte feministische Streikbewegung gegeben. In Deutschland ist es nicht leicht, an die Bewegung anzuknüpfen, da es noch an Bewusstsein dafür fehlt, dass Femizide auch in Deutschland stattfinden. Dabei wurden im vergangenen Jahr 117 Frauen* von ihren (Ex-)Partnern getötet, 191 entkamen dem Versuch. Das bedeutet, dass alle 28 Stunden ein Mann versucht „seine“ Frau zu töten. Über die genaueren Umstände, auch zu jenen 158 Frauen*, die 2019 außerhalb von Partnerschaften umgebracht wurden, fehlen Informationen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung legt in Zusammenarbeit mit der Initiative #keinemehr nun die erste Publikation zu Femiziden in Deutschland vor. Sie möchte ins Thema einführen, Bewusstsein für die Situation in Deutschland schaffen, auf die Arbeit politischer Initiativen hinweisen und konkrete Praxisbeispiele geben.

This could also interest you

«Wir wollen alles verändern»

: Documentation 23.11.2020

Perspektiven auf Femizide und geschlechtsbasierte Gewalt

8 Thesen zur feministischen Revolution

: Buch/ Broschur 02/2020

Impulse aus Argentinien, wo alles begann

Crack Up!

: Analyse 21.04.2020

Eine feministische Agenda für die Post-Pandemie

More on this theme

Women of Revolution Street, 28 March 2026

: Exhibition/Culture

Berlin20:00 Hr

By Ayat Najafi and Arta Atelier Collective

Sichtbarkeit und Sicherheit., 16 April 2026

: Discussion/Lecture

Leipzig19:00 Hr

Die Auswirkungen rechter Gegenmobilisierungen auf Pride-Teilnehmende in Sachsen

Sichtbarkeit und Sicherheit., 21 May 2026

: Discussion/Lecture

Döbeln19:00 Hr

Die Auswirkungen rechter Gegenmobilisierungen auf Pride-Teilnehmende in Sachsen