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Publication : Wasserstoff: Knapp, teuer, unverzichtbar für den Industrieumbau

Eine Studie im Rahmen des Projekts «Sozial-ökologische Transformation der deutschen Industrie»

Key facts

Series
Studien
Author
Uwe Witt,
Published
February 2026
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Details

Vollständig überarbeitete Neufassung der Studie 9/2022.

Wasserstoff (H2) und seine Folgeprodukte werden künftig eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Volkswirtschaften spielen. Die vorliegende Studie untersucht zunächst die Rolle von sauberem Wasserstoff und die Faktoren, die den Einsatz von Wasserstoff unausweichlich machen. Im Weiteren wird gezeigt, dass Wasserstoff sehr gezielt und sparsam eingesetzt werden muss, da seine Herstellung in Deutschland begrenzt sein wird und mit ausreichenden und kostengünstigen Importen von grünem Wasserstoff in naher Zukunft kaum zu rechnen ist. 

Eine Studie im Rahmen des Projekts «Sozial-ökologische Transformation der deutschen Industrie», in dessen Rahmen sieben weitere Studien entstanden sind.

Immer klarer Wird: Engpässe an verfügbarem grünen Wasserstoff werden zumindest in Teilbereichen der Industrie zur Achillesferse des Klimaschutzes werden. Eine Verschwendung von Wasserstoff durch ineffiziente Anwendungen, etwa für den Antrieb von Automobilen oder für die Gebäudewärme, würde zulasten jener Anwendungsbereiche gehen, in denen im Zuge des Umbaus der Industrie hin zu einer klimaneutralen Produktion der Wasserstoffbedarf unabwendbar steigen wird: Das betrifft insbesondere die Stahl- und Chemieindustrie, im Fortgang auch die Luft- und Seefahrt sowie Backup-Systeme im Strombereich. 

Die Überblickstudie geht zurück auf eine Untersuchung, die ursprünglich unter dem Titel „Wasserstoff. Zentrales Element für den Industrieumbau“ Teil des von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderten und von dem gemeinnützigen Verein „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ unterstützten Projekts „Sozial-ökologische Transformation der deutschen Industrie“ war. In dessen Rahmen entstanden sieben weitere Studien. Die vorliegende Fassung ist ein Update des thematischen Überblicks aus dem Jahr 2022, verfasst vom Autor im Herbst 2025. 

Seitdem hat sich der industriepolitische Rahmen für die Produktion von und den Handel mit Wasserstoff deutlich verändert: Eine europäische Regulierung zu grünem und sogenanntem kohlenstoffarmen Wasserstoff ist entwickelt worden, die europäische und deutsche Wasserstoffstrategie wurde fortgeschrieben, zudem wurden Fördermechanismen und Handelsplätze etabliert sowie internationale Partnerschaften angebahnt. All dies hat aber mitnichten zu einem wirklichen Hochlauf der „grünen“ oder „kohlenstoffarmen“ Wasserstoffproduktion geführt. Im Gegenteil: Dem ungebremsten Wasserstoffhype der vergangenen Jahre, vor dem diese Arbeit bereits in ihrer ersten Fassung 2022 nachdrücklich warnte, folgt nun eine große Ernüchterung, die im Update nachgezeichnet wird. Nach heutigem Stand wird nur ein Bruchteil der für das Jahr 2030 angekündigten Projekte realisiert werden. Kaum jemand in der Wirtschaft ist derzeit bereit, langfristige Investitions- oder Abnahmeverträge für „grünen“ Wasserstoff zu unterschreiben. Das gilt weltweit, für Europa und für die Bundesrepublik gleichermaßen. Sauberer Wasserstoff wird absehbar also noch viel knapper und noch deutlich teurer werden, als selbst Kritiker*innen der Wasserstoffblase erwartet haben.

Inhalt

  • Zusammenfassung
  • 1  Künftige Einsatzfelder für Wasserstoff
  • 2  Kleine Farbenlehre des Wasserstoffs
  • 3  Der effiziente Einsatz von Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle
  • 4  Die Nationalen Wasserstoffstrategien
  • 5  Wasserstoffbedarf und -erzeugung
  • 6  Die Wasserstoffblase platzt– nicht nur in Deutschland
  • 7  Importe von Wasserstoff und seinen Folgeprodukten
  • 8  Kosten explodieren
  • 9  Grüne Leitmärkte
  • 10  Was zu tun ist

Zum Autor

Uwe Witt hat Volkswirtschaft studiert und ist Referent für Klimaschutz und Strukturwandel der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er arbeitete zuvor als Mitarbeiter einer Bundestagsabgeordneten bzw. als Referent für Klima und Energie in der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Zudem war er längere Zeit als Journalist tätig. Er lebt in Berlin.

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