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Publication : Madrid als Sorgende Stadt

Wie die feministische Ökonomie kommunale Care-Politiken anleiten kann

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February 2023
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Madrid als Sorgende Stadt

Was ist eine „Sorgende Stadt“? Das Konzept stammt aus den munizipalistischen Bewegungen im Spanischen Staat. 2015 übernahmen in Barcelona, Madrid und anderen Städten linke Bewegungsparteien und Wahlplattformen die Rathäuser. An mehreren Orten legten sie als eine Säule ihres „rebellischen Regierens“ ein Programm zur Neuorganisation von Care-Arbeit vor. In Madrid war es der Aktionsplan „Madrid als Sorgende Stadt“.

Inspiriert von Ansätzen eines sozialistischen Feminismus lag ein Fokus auf der ökonomischen Bedeutung von Care-Arbeit. Die konkreten Maßnahmen zielen darauf, Sorgearbeit ins Zentrum einer kommunalen Wirtschaftspolitik zu stellen, statt sie ins Private zu schieben oder als Aspekt einer tendenziell passivierenden Sozialpolitik zu behandeln. Das Programm einer „Sorgenden Stadt“ folgt der Einsicht, dass Care-Arbeit aus feministischer Sicht insgesamt in gesellschaftliche Verantwortung genommen werden muss. Die kommunalpolitischen Maßnahmen wurden entsprechend auf den gesamten (auch unentlohnten) Care-Sektor ausgedehnt und Ansätze einer Gemeinwohlökonomie, der Selbstorganisierung und Genossenschaften von öffentlicher Seite unterstützt. So sollte nicht nur die Care-Krise behoben, sondern auch einer Feminisierung von Armut entgegentreten werden. 

In dieser Studie werden die konzeptionellen Überlegungen und die praktischen Erfahrungen mit dem Ansatz dargestellt, den die Autorin als Aktivistin mit entworfen und als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung mit implementiert hat. Es wird deutlich, dass es möglich ist, Perspektiven einer feministischen Ökonomiekritik auf kommunaler Ebene in konkrete Politiken zu übersetzen. Aber auch, dass solche Bemühungen eines guten Zusammenspiels und einer solidarischen Arbeitsteilung zwischen innerinstitutionellen Akteur*innen und sozialen Bewegungen bedürfen.

Die Autorin

Nieves Salobral Martín ist promovierte Philosophin, Spezialistin für Gender und Feminismus und seit mehreren Jahrzehnten in feministischen Bewegungen aktiv. Sie ist Mitglied von Akafem, einem feministischmunizipaltischen Netzwerk, dessen Arbeit darauf ausgerichtet ist, institutionelle Politiken auf kommunaler Ebene so zu verändern, dass die Ermöglichung eines würdigen und lebenswerten Lebens für alle im Zentrum stehen. In der Regierung von Ahora Madrid war sie zwischen 2015 und 2019 zeitweise Beraterin im Stadtrat.

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