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Publication : „Kein Grund, hysterisch zu werden“

Mythen und Fakten zu Sexismus

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Feministische und queere Kämpfe haben viel erreicht. Noch bis 1977 brauchten Frauen die Erlaubnis ihres Ehepartners, wenn sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollten, und Vergewaltigungen in der Ehe waren bis 1997 straffrei. Homosexuelle Beziehungen wiederum waren bis 1994 ein Straftatbestand, geschlechtsangleichende Operationen nach der Geburt noch bis 2021 Routine. Dass all das heute nicht mehr so ist, sind Meilensteine in der Geschichte von Emanzipationskämpfen. Für alle, die auf die eine oder andere Art unter patriarchalen Geschlechterverhältnissen leiden, machen sie einen riesigen Unterschied.

Dennoch spielt Sexismus weiterhin eine Rolle in unserem Alltag. Sexismus, also die Benachteiligung und Abwertung aufgrund von Geschlecht, sexueller oder geschlechtlicher Identität, hat viele Gesichter: Er kann als blöder Witz daherkommen oder als beschämende Beleidigung. Struktureller Sexismus schlägt sich darin nieder, dass Frauen weniger verdienen und seltener Führungspositionen besetzen. Sexismus heißt aber auch, dass queere Jugendliche oft schmerzhafte Erfahrungen machen müssen, um ihre sexuellen Bedürfnisse frei entdecken und leben zu können, und dass trans* Personen von rechten Kräften zur Bedrohung für Familie, Kinder und «unser aller Sicherheit» stilisiert werden.

Oft sind es Menschen, die sich verletzend verhalten. Aber immer sind es gesellschaftliche Verhältnisse, ökonomische Strukturen und kulturelle Normen, die solche Verhaltensweisen anleiten. Sich gegen Sexismus einzusetzen heißt also gerade nicht, Leuten den Mund zu verbieten, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil: Es bedeutet, sich dafür einzusetzen, dass sich die Verhältnisse ändern – gerade dort, wo starre Geschlechterrollen und -hierarchien auch den heutigen Kapitalismus stützen. 

Diese Broschüre will die verschiedenen Facetten sexistischen Verhaltens und sexistischer Verhältnisse unter die Lupe nehmen. Sie greift Redensarten auf, wie sie uns häufig im Alltag, im Fernsehen oder auch in den Sozialen Medien begegnen. Anschließend werden diese Mythen über die Rolle von Geschlecht in unserer Gesellschaft auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft und mit Hintergrundwissen angereichert – als Argumentationshilfe für Gespräche mit Freund*innen und in der Familie oder für die politische Arbeit. 

Inhalt:

  • 1 «Gendern ist woke Sprachpolizei»
  • 2 «Wir müssen unsere Frauen vor fremden Tätern schützen»
  • 3 «#MeToo hat eine Hexenjagd ausgelöst»
  • 4 «Abtreibungen sind Mord!»
  • 5 «Echte Männer weinen nicht»
  • 6 «Echte Frauen wollen ‹Tradwives› sein»
  • 7 «Es gibt nur zwei Geschlechter»
  • 8 «Selbst schuld, wenn du einen kurzen Rock trägst!»
  • 9 «Wenn Frauen wollen, schaffen sie alles!»
  • 10 «Wer für Frauenrechte ist, kann nicht sexistisch sein»

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