News | Alternatives to Society - Social Theory Neuerscheinung: Gramsci lesen. Einstiege in die Gefängsnishefte

Die Text-Auswahl wurde im Zusammenhang mit dem RLS-Kurs «Gramsci Lesen» entwickelt. Der von der Rosa Luxemburg Stiftung geförderte Band richtet sich an alle Gramsci-Interessierten.

Information

Für alle, die nicht gleich 2.000 Seiten lesen wollen oder können, um das abenteuerliche Terrain von Gramscis Hegemonietheorie zu erkunden, ist jetzt ein neuer Sammelband mit ausgewählten Textstellen aus Gramscis Gefängnisheften erschienen. 12 Kapitel mit Auszügen aus den Gefängnisheften und kurze „Gebrauchshilfen“ der HerausgeberInnen geben Einblick in Zusammenhänge von Gramscis Gesellschaftstheorie und politischer Strategie.

Die Text-Auswahl wurde im Zusammenhang mit dem RLS-Kurs „Gramsci Lesen“ von den HerausgeberInnen entwickelt und in der politischen Bildungspraxis erprobt. Der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Band richtet sich an alle Gramsci-Interessierten, besonders an BildungsarbeiterInnen in der politischen Bildung (ob in Gewerkschaften, Partei oder Bewegung) sowie an selbstorganisierte Lesegruppen.

Florian Becker/Mario Candeias/Janek Niggemann/Anne Steckner (Hg.): Gramsci lesen.
http://www.argument.de/Shop/webitem.php3?Titel=Gramsci+lesen&Menge=0&Referrer=/wissenschaft/gramsci.html

Das Vorwort der HerausgeberInnen wurde in gekürzter Version auch im Neuen Deutschland veröffentlicht: http://www.neues-deutschland.de/artikel/837866.gramsci-lesen.html

Die Stichworte zu den Themen „Gesellschaftliche Partei“ und „Subalterne“ werden in der im Dezember erscheinenden neuen Ausgabe der Zeitschrift „Luxemburg“ (Heft 3 / 4 2013, „Die Kampfzone ausweiten“) veröffentlicht: http://www.zeitschrift-luxemburg.de

Kurs Gramsci Lesen bei der RLS (leider schon ausgebucht!):
http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Programme/Gramsci_lesen_2013-14.pdf

Aus dem Buch:

Es passiert selten, dass wir einem klugen Kopf beim Denken zusehen und davon lernen können. Antonio Gramscis Gefängnishefte bilden den Produktionsprozess kritischen Wissens ab, aber auch die Bedingungen der Kerkerhaft, unter denen sie zustande kamen. Ihr fragmentarischer Charakter mit über 2000 Seiten Mosaikstücken unterschiedlicher Notizen über neun Bände erschwert jedoch einen systematischen Zugang. Wo anfangen? Und wie?

Gramsci lesen ermöglicht einen Einstieg: ohne Scheu ran ans Original! Der Band enthält 12 Abteilungen mit Auszügen aus den Gefängnisheften, die Elemente von Gramscis Gesellschaftstheorie miteinander verschränken. In einer breiten Auswahl an Themen entwickelt Gramsci eine umfassende Perspektive auf den Kampf um Hegemonie - sie beinhaltet ökonomische, politische, ideologische und kulturelle Aspekte, begriffen als ein widersprüchliches Ganzes. Seine kritische Gesellschaftstheorie ist dabei nicht vom kommunistischen Politiker und politischen Strategen zu trennen.

Die Beschäftigung mit Gramsci kann helfen, gesellschaftliche Verhältnisse in ihren Zusammenhängen und die Kämpfe darum besser zu verstehen, gezielt zu kritisieren und das Gefühl der eigenen Ohnmacht in gemeinsames politisches Engagement zu wenden.

Aus dem Inhalt:
Herrschaft und Führung; Ökonomismuskritik: Zum Verhältnis von Struktur und Superstrukturen; Integraler Staat; (Organische) Intellektuelle; Ideologie und Alltagsverstand; Erziehung und Bildung; Kunst und Kultur; Marxismus als Philosophie der Praxis; Politik der Subalternen; Spontaneität und Führung; Moderner Fürst und gesellschaftliche Partei; Fordismus – Produktions- und Lebensweise; Organische Krise und passive Revolution.

Das Buch ist zu beziehen über: http://www.argument.de/wissenschaft/gramsci.html

Besprechungen:

Alle Menschen sind Intellektuelle Buch des Monats bei «critica» (15.6.2014)