News | GK Lebenszeit – Arbeitszeit Äußerlich bedrängt und innerlich unerschütterlich

Die Werte eines gesellschaftlichen Wandels leben. Mensch sein wie Rosa Luxemburg. Dokumentation des Workshops vom 8. Mai 2015 des RLS-Gesprächskreises Lebenszeit – Arbeitszeit.

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Marga Voigt,

 Vom ersten Augenblick an fühlten wir uns WILLKOMMEN in den Räumen der schönen Inselgalerie. – Der helle Frühlingsmorgen tat seins dazu, den frohen Rahmen für den ersten Workshop zum Thema MENSCH SEIN WIE ROSA LUXEMBURG zu geben. Beim gemeinsamen Lesen aus den Briefen von Rosa Luxemburg wurde uns eins ganz klar:

Rosa Luxemburg verstand es vortrefflich, in äußerster Bedrängnis – sei sie psychischer oder physischer Natur – sich nicht herausfordern und brechen zu lassen. Ihr gelang es, unerschütterlich und sensibel – ACHTSAM gegen sich und gegen andere zu bleiben. Erschütternd und ermunternd ist ihr „Büffelbrief“ aus der Festung Wronke, geschrieben im Advent des Jahres 1917 an ihre Freundin Sonitschka, die Frau von Karl Liebknecht, den wir uns gegenseitig vorlasen.

Was lehren uns die Ausschnitte aus den Briefen Rosa Luxemburgs? Sie lehren uns bewusst gepflegte EMPATHIE und bis zur Erschöpfung verteidigte SELBSTBESTIMMTHEIT. Sie lehren uns, mit einem hohen Grad an Reflexion das eigene Leben zu gestalten. Sie lehren uns auch in vermeintlicher Öde und Ausweglosigkeit – „den vielfach schwarzen Tüchern“ der Finsternis und Unfreiheit – das „zauberhafte Geheimnis“ des Lebens selbst. Sie lehren uns den ZAUBERSCHLÜSSEL, der „alles Böse und Traurige Lügen straft und in lauter Helligkeit und Glück wandelt“, wenn man nur „richtig zu hören“ und immer und „in allen Lagen“ das SCHÖNE und FREUDIGE wahrzunehmen weiß.

Rosa Luxemburg lehrt uns WERTSCHÄTZUNG gegen uns selbst und andere bei der Lösung von Konflikten in der gesellschaftlichen Lebens- und Arbeitswelt, und auch im eigenen Leben und Arbeiten. Sie lehrt uns, dass es keinen Sinn hat, sich „aufs Ungewisse vor Angst und Unruhe“ zu verzehren. Sie lehrt uns, Konflikten ins Auge zu sehen, sie zu analysieren, und aus Erkenntnis WOLLEN und HANDELN abzuleiten.

Im zweiten Teil des Workshops traten wir in dem uns inzwischen schon vertrauten Kreativen Raum der LEERE zum Gedanken- und Erfahrungsausstausch an. Zur ERNTE des ersten Workshops auf dem Weg zur Vertiefung der Erkenntnis – „SEI DU SELBST die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“ (Gandhi) – gehören die folgenden Lese- und Denk-Früchte, die wir als WERTE des Wandels miteinander erarbeiteten und gegenseitig anerkannten:

  • Ich nehme mir jetzt die Freiheit, meine FRAGEN zu stellen.
  • Ich diszipliniere mich selbst, ich kann auf den stimmigen Moment warten.
  • Ich SCHÖPFE aus meinen Möglichkeiten und suche meinen PLATZ zum Wirken.
  • Ich verbinde mich mit Menschen, die ebenfalls gesellschaftlichen Wandel leben.
  • Ich löse meine Gewissensfragen NICHT mit Fragen nach der Schuld.
  • Ich halte meine URTEILE zurück und gebe meinem MITGEFÜHL mehr Raum.
  • Ich richte meinen Blick auch auf die vielen kleinen schönen Dinge des Lebens.

Den Bericht schrieb Marga Voigt.

Der Arbeitskreis war zu Gast in der Inselgalerie der Fraueninitiative Xanthippe e.V., Torstraße 207, in Berlin Mitte.