Promotionsstipendium

Um ein Promotionsstipendium können sich in- und ausländische Promovierende aller Fachrichtungen (Ausnahme: medizinische Fachrichtungen) bewerben.

Voraussetzung für ein Promotionsstipendium ist ein hervorragender Studienabschluss sowie der Nachweis eines ausgeprägten gesellschaftlichen Engagements im Sinne der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Es existieren für DoktorandInnen zwei unterschiedliche Stipendienformen, die sich in den Voraussetzungen unterscheiden. Sie können sich nur für eines der beiden Stipendien bewerben!

Promotionsstipendium

Dieses Stipendium wird im Rahmen der Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben. Die Regelförderdauer beträgt 2 Jahre, sie kann im Einzelfall um bis zu zweimal für je ein halbes Jahr verlängert werden. Eventuelle andere in- oder ausländische Förderungen der Promotion werden auf die Förderdauer angerechnet.

Promotionsabschlussstipendien werden nicht vergeben. Die Förderung einer Promotion neben einer Erwerbstätigkeit ist nicht möglich.

Das Promotionsstipendium ist weitgehend einkommensunabhängig und beträgt z. Z. 1150,-€ im Monat. Dazu können eine monatliche Forschungskostenpauschale in Höhe von derzeit 100,-€ und ggf. Zuschläge gewährt werden. Für StipendiatInnen können auch Auslandsaufenthalte (Forschungsaufenthalte, Konferenzbesuche etc.) gefördert werden.

Eine Doppelfinanzierung (z.B. gleichzeitiger Bezug weiterer Stipendien aus öffentlichen Mitteln oder Bezug von Arbeitslosengeld und Stipendium) ist prinzipiell ausgeschlossen.


Für das Promotionsstipendium können sich zum einen deutsche DoktorandInnen bewerben, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, in einem EU Land und der Schweiz zur Promotion zugelassen sind. Zum anderen können sich ausländische DoktorandInnen bewerben, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland zur Promotion zugelassen sind.
Für dieses Stipendium sollten sich auch AusländerInnen bewerben, die während ihrer Promotion einen längeren Forschungsaufenthalt außerhalb Deutschlands planen.

Thematische Promotion zum Thema Globale Soziale Rechte

 

Ausschreibung von zwei Promotionsstipendien der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Zum Thema

Globale Soziale Rechte

Die Entwicklung eines Diskurses über Globale Soziale Rechte sowie die Durchsetzung von sozialen und demokratischen Menschenrechten weltweit ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Zentrums für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit, dem Auslandsbereich der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Eine zentrale Grundposition der GSR ist die Unteilbarkeit und Interdependenz von sozialen und politischen Menschenrechten. Die volle Durchsetzung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Menschenrechte wie das Recht auf angemessene Ernährung, angemessenes Wohnen, Zugang zur Bildung, ein Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit, das Recht auf Arbeit sowie gerechte und günstige Arbeitsbedingungen für alle Menschen wird als unabdingbare Voraussetzung für die volle Durchsetzung auch der bürgerlichen und politischen Menschenrechte betrachtet, wie dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit sowie grundsätzlich aller Freiheitsrechte. Die hinter diesem Postulat der Unterteilbarkeit und Interdependenz von Menschenrechten stehende Annahme ist denkbar einfach: Nur wer über eine im umfassenden Sinne sozial gesicherte Existenz verfügt, kann vollumfänglich sein Recht auf Teilhabe am demokratischen Prozess wahrnehmen und seine bürgerlichen und politischen Rechte in Anspruch nehmen. Nur wer andererseits frei von Furcht vor politischer Verfolgung und Repression lebt und seine demokratischen Rechte ausübt, kann vollständig Zugang zu seinen sozialen Rechten erhalten und diese voll verwirklichen.

Vor allem während der Blockkonfrontation des Kalten Krieges wurden politische und soziale Rechte oft gegenüber gestellt. Der Diskurs über die GSR versucht diese Trennung aufzuheben. Diese Unteilbarkeit der sozialen und politischen Menschenrechte unterscheidet den Diskurs über die GSR von einem reduzierenden Menschenrechtsgedanken, der sich lediglich an einer isolierten, von gesellschaftlichen Bedingungen abstrahierenden Sicht auf bürgerliche und politische Rechte orientiert. Die GSR knüpfen dagegen an neuere Menschenrechtsdiskussionen an, und die Fortentwicklung sozialer Menschenrechte, die u.a. auf der Ebene der Vereinten Nationen geführt werden und soziale Rechte stärker berücksichtigen (bspw. Erklärung der Wiener Menschenrechtskonferenz von 1993).

Das Konzept der GSR geht aber weit darüber hinaus. Es ist politischer und kontroverser, weil es Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die der Verwirklichung der GSR entgegenstehen, klar sichtbar macht. Die GSR basieren auf einem Menschenrechtsbegriff, der nicht nur die Verletzung von Rechten kritisiert, sondern die Widersprüche der herrschenden Produktions- und Herrschaftsverhältnisse sichtbar macht und überwinden will. Ausgangspunkt sind die Menschen als handelnde politische Subjekte und individuelle sowie kollektive Rechtsträger. Die GSR fordern gleiche Rechte für alle Menschen unabhängig von Ethnizität, Geschlecht, Religion oder Nationalität. Eine grundlegende ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Transformation der Produktionsweisen und der Eigentumsverhältnisse sowie eine Demokratisierung der "global Governance" wird als Voraussetzung für die Durchsetzung der GSR betrachtet. Die GSR fundieren und aktualisieren damit den universellen Emanzipationsgedanken des Demokratischen Sozialismus.

Forschungsbedarf besteht insbesondere in folgenden Themenfeldern:

  • Politische Theorie zur Herausbildung eines umfassenden Verständnisses von sozialen und politischen Menschenrechten im Kontext demokratisch-sozialistischer Gesellschaftsdiskussionen.
  • Untersuchung von Prozessen der Etablierung und Weiterentwicklung von sozialen Rechten in nationaler Gesetzgebung, internationalen Verträgen und Konventionen (bei United Nations, International Organization of Labour, Europäischer Union, Council of Europe etc.) sowie von Durchsetzungsmechanismen auf nationaler und supranationaler Ebene.
  • Untersuchung von Prozessen der Herausbildung, Artikulation und Durchsetzung sozialer Rechte durch Soziale Bewegungen sowie des strategischen Einsatzes des Konzeptes sozialer Rechte bei der Stärkung transnationaler Organisierungsprozesse sozialer Bewegungen (Case studies zu Gewerkschaften, Bauernorganisationen, Frauenorganisationen etc.)
  • Untersuchung von Ansätzen der Überwindung imperialer Lebensweisen und die Entwicklung solidarischer Lebensweisen auf der Grundlage globaler ökologischer Nachhaltigkeit und GSR.

In diesem thematischen Rahmen soll den Stipendiat*innen eine qualitativ hochwertige Doktorand*innen-Ausbildung gewährleistet werden. Von zentraler Bedeutung ist die interdisziplinäre Ausrichtung des Kollegs, welches die Rechtswissenschaft, die Politikwissenschaft, die Philosophie, die Soziologie und die Ökonomie einbezieht.

Voraussetzungen:

  • ein MA-, Diplom- oder Magisterabschluss mind. mit "gut"; bei juristischen Staatsexamina mind. mit "befriedigend"
  • aktuelles ausgeprägtes gesellschaftliches und soziales Engagement im Sinne der Rosa Luxemburg Stiftung
  • ein entwickeltes und aussagefähiges Promotionsexposé zu einem der o.g. Themen
  • die Bereitschaft, aktiv und regelmäßig an den Veranstaltungen des Kollegs in Kassel und Fulda teilzunehmen
  • die Bereitschaft, an Aktivitäten des Zentrums für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin oder Standorten der RLS Auslandsbüros zum Thema der GSR während der Dauer der Promotion aktiv und kontinuierlich teilzunehmen
  • die Promotion kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden

Die Doktorand*innen werden fachlich von den beteiligten Professor*innen des Kollegs in Kassel und Fulda betreut, darüber hinaus sind sie als Stipendiat*innen am Studienwerk der Rosa Luxemburg Stiftung angebunden und können an dessen ideellem Begleitprogramm teilhaben.

Einbindung und Stipendium:

Die Stipendiat*innen werden am Kolleg assoziiert.

Das Stipendium setzt sich aus 1.350,- € Grundstipendium und 100,- € Forschungskostenpauschale zusammen, darüber hinaus können Zuschläge für Kinder und deren Betreuung gezahlt werden. Für Auslandsaufenthalte werden Zuschläge und Reisekostenpauschalen gezahlt.

Bewerbungsfrist und Bewerbungsunterlagen:

Bitte bewerben Sie sich mit vollständigen Unterlagen über unser online-Portal.

Den Link zum Portal und die einzureichenden Bewerungsunterlagen finden Sie hier:

https://www.rosalux.de/stiftung/studienwerk/bewerbung/

Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2017.

Weitere Informationen zum Stipendium erhalten Sie auf unserer Website.

Weitere Informationen zum Promotionskolleg Soziale Menschenrechte

https://www.uni-kassel.de/projekte/kolleg-soziale-menschenrechte/startseite.html

 

 

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung vergibt zum 1. April 2018 für die Dauer von zwei Jahren (mit 2x 6 Monaten Verlängerungsmöglichkeiten) zwei Promotionsstipendien zum Thema Globale Soziale Rechte (GSR) im Rahmen des kooperativen Promotionskollegs „Soziale Menschenrechte“ an der Universität Kassel und der Hochschule Fulda.

Forschungsstipendium für Promovierende aus dem Ausland

Die Rosa Luxemburg Stiftung vergibt mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) Stipendien an AusländerInnen, die zur Promotion oder zu einem Forschungsaufenthalt im Rahmen ihrer Promotion nach Deutschland kommen.

Fördervoraussetzungen für ausländische Promovierende (alle Voraussetzungen müssen erfüllt sein):

  • Zulassung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland oder im Ausland
  • Betreuung eineR HochschullehrerIn in Deutschland
  • sehr guter Studienabschluss
  • gesellschaftliches Engagement im Sinne der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • sehr gute Deutschkenntnisse (Nachweis des Spracherwerbs) – wir fördern keine Deutsch-Sprachkurse!

Im Falle einer Promotion an einer deutschen Hochschule (Promotionszulassung in Deutschland erforderlich) beträgt die maximale Förderdauer zwei Jahre. Weitere Verlängerungen können beantragt werden - zwei Mal je sechs Monate, zusätzlich maximal ein Jahr bei Eltern, aus Krankheitsgründen oder bei anderweitiger schwerwiegender Beeinträchtigung.

Wer bereits von einer anderen Institution ein Stipendium/eine Förderung für seine Promotionerhalten hat, kann nur dann durch die RLS weiter gefördert werden, wenn diese Vorförderung weniger als zwei Jahre betrug. Jede Vorförderung wird zeitlich angerechnet, das heißt von unserer maximalen Förderzeit von zwei Jahren abgezogen.

In der Regel werden keine Promotionsabschlussstipendien vergeben. Die Förderung einer Promotion neben einer Erwerbstätigkeit ist nicht möglich.

Die Förderdauer für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland im Rahmen einer Promotion an einer ausländischen Hochschule (Promotionszulassung der ausländischen Hochschule erforderlich) ist abhängig von den zeitlichen Erfordernissen des Forschungsaufenthalts; sie beträgt maximal zwei Jahre. Hinzu kommen Verlängerungsmöglichkeiten, wie sie weiter oben beschrieben wurden.

Private Auslandsaufenthalte im Herkunftsland oder in Drittländern können nicht gefördert werden.

Das monatliche Grundstipendium beträgt 1000,- €, hinzu kommen eine Mobilitätspauschale von 100 € und eine Pauschale (pauschalierte Nebenleistung) von 20,- €.

Eine Doppelförderung mit anderen öffentlichen Mitteln ist ausgeschlossen, unterschiedliche Stipendien werden miteinander verrechnet.


Für das Forschungsstipendium für Promovierende aus dem Ausland können sich ausschließlich AusländerInnen bewerben, die für ihre Promotion an einer deutschen Hochschule zugelassen sind (Promotionszulassung) oder die sich im Rahmen ihrer Promotion zu einem Forschungsaufenthalt in Deutschland befinden.

Stipendium für Promovierende aus Ägypten, Libyen, Libanon, Tunesien, Jemen, Jordanien, Marokko, Irak

Die Rosa Luxemburg Stiftung unterstützt Promovierende aus Ägypten, Libyen, Libanon, Tunesien, Jemen, Jordanien, Marokko und dem Irak, die in Deutschland promovieren möchten. Hierfür stehen Stipendien aus Sondermitteln des Auswärtigen Amtes (AA) zur Verfügung.

Fördervoraussetzungen:

  • Zulassung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland oder im Ausland
  • Betreuung eineR HochschullehrerIn in Deutschland
  • sehr guter Studienabschluss
  • Grundkenntnisse der deutschen Sprache (bei Aufnahme in die Förderung können weitere Deutschkurse finanziert werden), mind. jedoch sehr gute Englischkenntnisse
  • gesellschaftliches Engagement
  • Bewerbungen werden nur in Deutscher oder Englischer Sprache akzeptiert

Im Falle einer Promotion an einer deutschen Hochschule (Promotionszulassung in Deutschland erforderlich) beträgt die Förderdauer zwei Jahre. Weitere Verlängerungen können beantragt werden - zwei Mal je sechs Monate, zusätzlich maximal ein Jahr bei Eltern, aus Krankheitsgründen oder bei anderweitiger schwerwiegender Beeinträchtigung.

Wer bereits von einer anderen Institution ein Stipendium/eine Förderung für seine Promotion erhalten hat, kann nur dann durch die RLS weiter gefördert werden, wenn diese Vorförderung weniger als zwei Jahre betrug. Jede Vorförderung wird zeitlich angerechnet, das heißt von unserer maximalen Förderzeit von zwei Jahren abgezogen. In der Regel werden keine Promotionsabschlussstipendien vergeben. Die Förderung einer Promotion neben einer Erwerbstätigkeit ist nicht möglich.

Die Förderdauer für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland im Rahmen einer Promotion an einer ausländischen Hochschule (Promotionszulassung der ausländischen Hochschule erforderlich) ist abhängig von den zeitlichen Erfordernissen des Forschungsaufenthalts; sie beträgt maximal zwei Jahre. Hinzu kommen Verlängerungsmöglichkeiten, wie sie weiter oben beschrieben wurden.

Private Auslandsaufenthalte im Heimatland oder in Drittländern können nicht gefördert werden.

Das monatliche Grundstipendium beträgt 1000,- €, hinzu kommen 120,- € (als Pauschale).

Eine Doppelförderung mit anderen öffentlichen Mitteln ist ausgeschlossen, unterschiedliche Stipendien werden miteinander verrechnet.

Anfragen und Information

Tel.: (030) 44310-223
Email: studienwerk@rosalux.de

Telefonische Sprechzeiten für BewerberInnen: 
Dienstag: 14:00-16:00 Uhr
Freitag: 10:00-12:00 Uhr