Regionalbüro Brasilien und Paraguay

Das Regionalbüro in São Paulo koordiniert die Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brasilien und Paraguay.

Nach einer Phase wirtschaftlichen Aufschwungs und staatlicher Sozialprogramme durchleben Brasilien und Paraguay wie viele andere Länder Südamerikas eine multiple Krise. In Folge von putschartigen parlamentarischen Absetzungsverfahren im Jahr 2016 (Brasilien) und 2012 (Paraguay) befinden sich beide Länder in einer Umbruchsituation: Die rechtskonservativen Regierungen und die zunehmend politisierte Justiz entbehren politischer Legitimität, gleichzeitig gefährdet die Erstarkung evangelikaler und katholisch-reaktionärer Kräfte Frauen- und LGTBIQ*-Rechte. Auch das auf dem Export von Rohstoffen und unverarbeiteten Agrarprodukten beruhende Wirtschaftsmodell Brasiliens und Paraguay befindet sich in einer Krise. Zum einen werden die sozialen und ökologischen Folgen des Bergbaus, der Gewinnung fossiler Brennstoffe und der industriellen Landwirtschaft immer sichtbarer: Die Verschmutzung von Böden und Wasser, die voranschreitende Erosion, die Gefährdung der Ernährungssouveränität weiter Teile der Landbevölkerung und die damit zusammenhängende Landflucht führen immer häufiger auch zu internationaler Kritik. Zum anderen offenbarte das Ende des Rohstoffbooms die Krisenanfälligkeit des extraktivistischen Modells: Aufgrund ihrer Abhängigkeit von den Rohstoff-Weltmarktpreisen durchläuft die Region eine schwere Wirtschaftskrise. Die Regierungen antworten mit Sparpolitiken und Maßnahmen zur Arbeitsmarktflexibilisierung. Unter der Rezession, dem Anstieg der Arbeitslosigkeit und dem Abbau staatlicher Leistungen hat in besonderem Maße die politisch, sozial und wirtschaftlich marginalisierte Bevölkerung – Kinder und Jugendliche, Frauen, Indigene und in Brasilien die afrobrasilianische Bevölkerung – zu leiden.

Gleichzeitig regt sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen Widerstand gegen das vorherrschende wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Modell. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt diese Prozesse der Gegenwehr, schafft Räume zur Analyse der Situation und unterstützt dier Entwicklung von Alternativen.

Regionalbüro São Paulo

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Büroleitung: Torge Löding

Fundação Rosa Luxemburgo
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