Publikation Kapitalismusanalyse - Gesellschaftstheorie - Gesellschaftliche Alternativen - Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Marx 200 Marxist*in sein

Stichwort aus dem Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus

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Reihe

Buch/ Broschur

Autor

Wolfgang Fritz Haug,

Mit dem Objekt ›M‹ rücken die Subjekte ins Thema. Das Politische zeigt sich damit im Persönlichen. Nicht die Verhältnisse sind marxistisch, sondern die Menschen. Die ethische Dimension ihres Handelns und Sich-Haltens gerät ins Blickfeld. Der Objektivismus zieht sich zurück auf deren Bedingungen. Um historische Situierung und Generationsgemeinschaften anzudeuten, werden die im Folgenden exemplarisch zitierten Marxisten und Marxistinnen der ersten 130 Jahre nach dem Tode von Marx mit ihrem Geburtsjahr eingeführt. Die Weise, in der sie Eigentümlichkeiten ihrer spezifischen Daseinsform ausgesprochen haben, ist das Material. Von ihm gilt, was von Wolfgang Heises (Jg. 1925) Umgang mit dem in seiner Bibliothek versammelten Gedankenmaterial gesagt worden ist, dass er durch es hindurch auch »das nicht offen Mitteilbare, das vielleicht nicht einmal in eigenen Worten zu Fassende wenigstens als fremdes Denken präsent« machen konnte (Reschke 1999, 16). Gerade deshalb und in Erwartung unbequemer Wahrheiten wird auch ›Renegaten‹ aufmerksam zugehört.

Ungezählte haben sich als Marxisten verstanden. Auf dem Höhepunkt der revolutionären Kämpfe des 20. Jh. zählten sie nach Millionen. Zustrom erhalten sie, je nach historischer Konstellation, aus immer neuen Generationen und Weltgegenden. Sie haben gute Gründe dafür, »aber die Gründe sind eher leitende als zwingende«, so Norman Geras (Jg. 1943),und immer ist dabei »eine Art existenzieller Wahl, die jemand trifft«, mit im Spiel (2011, 5). Anders als übers Sozialist- oder Kommunist sein ist dennoch nur selten und eher beiläufig übers M, seine Triebkräfte und Praxen, seine Widersprüche und Krisen, seine Produktivität und seine vielfältigen Ausprägungen theoretisch reflektiert worden.

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