Publikation Südasien - Parteien / Wahlanalysen Einheitspartei aus Machtkalkül

Der Zusammenschluss von Nepals Kommunisten fand ohne Beteiligung der Basis statt

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Autor

Khagendra Prasai,

Erschienen

Oktober 2018

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Bild: Kathmandu, My Good Images, shutterstock.com

Seit mehr als einem Jahrzehnt spielen Nepals linke Parteien eine wichtige Rolle im politischen Betrieb. Stets hätte es für linke Mehrheiten gereicht. Aber die Parteien waren zerstritten und bekämpften sich gegenseitig. Nun haben die beiden größten Konkurrenten – die Marxisten-Leninisten und die Maoisten – ihre Differenzen überwunden und sich vereinigt. Doch Kritiker*innen beklagen, dass der Einigungsprozess schlecht vorbereitet und über die Köpfe der Basis hinweg vollzogen wurde.

Der 3. Oktober 2017 war ein historischer Tag in der Geschichte der kommunistischen Bewegung Nepals: Zum ersten Mal hatten drei linke Parteien – die Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten-Leninisten), abgekürzt CPN (UML), die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisches Zentrum), abgekürzt CPN (MC), und die Partei Naya Shakti (sinngemäß: Neue Kraft)1 – ihr Zusammengehen in einer Wahlallianz für die anstehenden Parlamentswahlen auf nationaler und regionaler Ebene bekannt gegeben. Obwohl sich Naya Shakti nach zwei Wochen wieder aus dem Bündnis zurückzog, hielten Marxisten- Leninisten und Maoisten an dem Plan fest und errangen wenig später einen überwältigenden Erfolg bei den Wahlen. Das führte am 17. Mai 2018 dazu, dass die beiden größten linken Parteien des Landes erklärten, sich zu einer neuen Partei zusammenschließen zu wollen – zur Nepalesischen Kommunistischen Partei (Nepal Communist Party, NCP).
 

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