Publikation Gesellschaftstheorie - Selber machen - Marx 200 - Politische Weiterbildung Marx für Alle!

Ein Tagesseminar zur Einführung in Marx’ Analyse und Kritik des Kapitalismus. Heft 6 in der Reihe «Bildungsmaterialien».

Information

Reihe

Bildungsmaterialien

Herausgeber/ innen

Claudia de Coster,

Erschienen

Dezember 2018

Bestellhinweis

Bestellbar

Zugeordnete Dateien

Das vorliegende Workshopkonzept richtet sich an Multiplikator*innen in der politischen Bildungsarbeit sowie an Personen, die in ihren politischen Zusammenhängen einführende Seminare und Bildungsveranstaltungen zu Marx’scher Theorie anbieten wollen. Mit Unterstützung dieses Materials können die Kerngedanken und -begriffe der ökonomischen Theorie von Karl Marx in einem Tages- oder Halbtagesworkshop ohne Vorwissen verständlich vermittelt werden. Anhand von 17 Plakaten werden in unterschiedlichen methodischen Schritten die Grundideen von Marx’ Ökonomiekritik dargestellt und mit den Teilnehmer*innen diskutiert.

Ausgangspunkt für die Entwicklung dieses Konzepts war eine immer wiederkehrende Erfahrung in Bildungsveranstaltungen zum Thema Ökonomie. Das Interesse an Marx’ Theorie ist – nicht nur in linken Kontexten – groß, aber die meisten Bildungsangebote zu Marx, die es in Deutschland gibt, sind sehr voraussetzungsreich und auch außerhalb von Universitätsseminaren in der Regel stark akademisch geprägt: In Lesekreisen und Seminaren wird Marx’ Werk gemeinsam gelesen und interpretiert; Abendveranstaltungen oder Vorträge bleiben ohne Textkenntnisse meist unverständlich. Einstiegsveranstaltungen für Menschen, die keine Zeit für zeitaufwendige Lesekreise haben oder für die akademische Vermittlungsmethoden nicht passend sind, werden kaum angeboten. Das ist nicht nur eine Lücke in der linken Bildungsarbeit, sondern auch ein politisches Problem. Linke Bewegung braucht kritische ökonomische Bildung – nicht nur für den kleinen Kreis der linken Akademiker*innen, die Lust auf Marx haben, sondern für alle, die Gesellschaft von links verändern wollen.

Vor diesem Hintergrund ist die Idee entstanden, einen Workshop zu entwickeln, der die Grundgedanken und -begriffe der Marx’schen Kapitalismuskritik verständlich zusammenfasst und diskutierbar macht. Dabei soll Marx’ Theorie weder als endgültige Wahrheit eines überlebensgroßen Denkmals linker Theorie noch als interessante, aber heute weitgehend überholte Polemik gegen den Kapitalismus des 19. Jahrhunderts dargestellt werden, wie es oft im Feuilleton oder in der Mainstream-Ökonomie geschieht. Stattdessen soll der Workshop die Teilnehmer*innen ermächtigen, sich Marx’ ökonomische Theorie als lebendiges Analysewerkzeug für das Verständnis der kapitalistischen Produktionsweise in Vergangenheit und Gegenwart anzueignen.

Das Konzept ist nicht als Gegenentwurf zu Marx-Lesekreisen oder anderen Vermittlungsformen gedacht. Es soll die benannte Lücke schließen, Teilnehmer*innen die verbreiteten Schwellenängste vor Marx nehmen und ihnen Lust machen, sich mit Marx’ Werk und ökonomischer Theorie zu beschäftigen, bestenfalls das Interesse an Theorie überhaupt wecken.

Christoph Ernst, November 2018

Wir haben zu danken ...

In die Entwicklung des Konzepts sind unzählige hilfreiche Rückmeldungen, Kritiken und Ergänzungsvorschläge von Teilnehmer*innen, Bildner*innen und Marx-Leser*innen eingeflossen. Besonderer Dank gilt dem AK Jugend des Bildungswerks der Heinrich-Böll-Stiftung, der Gruppe Arandela, der Gruppe Pol-BiX, Anne Steckner, Antonella Muzzupappa und dem «Kapital»-Lektürekurs-Team der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Eva Bockenheimer, Kay Nadolny sowie meiner Kollegin Jenny Simon. Sie hat das Konzept selbst erprobt und bei der Weiterentwicklung mehrerer Plakate geholfen, die durch ihr Wissen und ihre Ideen verständlicher und stringenter geworden sind. Bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung gebührt großer Dank Ronald Höhner, der die Arbeitsplakate für die Broschüre neu gezeichnet und den Visualisierungen eine wunderbar klare Schrift und einen flüssigen Strich gegeben hat, und Claudia de Coster, die die Überarbeitung und Ergänzung des Konzepts sehr solidarisch begleitet hat.

Der Titel der Broschüre «Marx für alle!» beschreibt den Anspruch, der hinter der Entwicklung des Workshops stand: Ein Konzept zu entwickeln, das Marx’ Theorie für alle zugänglich macht. Zur Erfüllung des Anspruchs ist das Workshopkonzept nur ein erster Schritt. Die Broschüre ist insofern auch eine Einladung an Bildner*innen und Aktivist*innen: Entwickelt das Konzept weiter, überarbeitet und ergänzt es, um künftig immer mehr Menschen und immer weiteren und neuen Gruppen Marx’ Kapitalismuskritik näherzubringen.

Materialien zum Download

Herausgeberin

Claudia de Coster arbeitet als Referentin für politische Weiterbildung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dort ist sie insbesondere für Weiterbildungsangebote für politische Bildner_innen und Multiplikator_innen verantwortlich.
Kontakt: claudia.decoster@rosalux.org  

Autor

Christoph Ernst hat Soziologie, Politik und Politische Ökonomie studiert. Er hat eine Anstellung als Bildungsreferent für Globales Lernen. Schwerpunkte seiner freien Bildungsarbeit sind ökonomische Theorien, die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie organisierende Jugendbildungsarbeit.
Kontakt: marx_fuer_alle@posteo.de