Nachricht | Rassismus / Neonazismus - Ungleichheit / Soziale Kämpfe - International / Transnational - Europa - Europa / EU - Migration / Flucht «Moria 35»

Film und Diskussion über die Kriminalisierung von Geflüchteten auf den Griechischen Inseln. Eine Städtetour vom 13. bis 17. Dezember.

Solidaritäts-Demonstration für die «Moria 35» in Mytilini / Lesbos im April 2018 Legal Centre Lesbos

Griechenland, Lesbos, 2017. Seit Monaten protestieren Geflüchtete gegen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Lager Moria. Am 18. Juni findet ein friedlicher Sitzstreik ein gewaltsames Ende. Die Polizei stürmt das Flüchtlingslager und nimmt auf brutale Weise 35 Männer fest. Neun Monate lang müssen sie im Gefängnis ausharren, bevor ihnen ein Gerichtsprozess gemacht wird, obwohl es keinerlei Beweise gegen sie gibt. «Soweit ich das verstehe, bin ich nur festgenommen worden, weil ich schwarz bin», schließt Didier Ndiay aus dem Senegal.

Der erste Teil des Films folgt den verschiedenen Protesten und der Festnahme der 35 Männer im Lager Moria. Im zweiten Teil wird der Gerichtsprozess gegen die Geflüchteten begleitet und es wird ein Ausblick auf ihre verschiedenen Lebenssituationen nach Verkündung des Urteils gegeben, die von einem Leben in Freiheit bis hin zu Haft und Abschiebung reichen.

Der Fall der Moria 35 ist paradigmatisch für eine fortlaufende Kriminalisierung von Geflüchteten auf den Griechischen Inseln seit Abschluss der EU-Türkei Erklärung. Daher wird es zu Beginn des Films kurz die sich verändernde Situation von Geflüchteten seit dem Deal zwischen der EU und der Türkei vom März 2016 beschrieben.

In Anschluss an den Film gibt es eine offene Diskussion mit dem Regisseur Fridoon Joinda, der selbst als Geflüchteter auf Lesbos lebte und zahlreiche Filme über die Situation auf der Insel gedreht hat, sowie mit der Produzentin Valeria Hänsel, die als Teil von der Organisation bordermonitoring.eu und kritnet des Netzwerks für kritische Migrations- und Grenzregime-Forschung auf Lesbos tätig ist.

Bei den Veranstaltungen in Göttingen und Berlin wird zudem die Rechtsanwältin Lorraine Leete, die seit zwei Jahren im Legal Centre Lesbos Rechtsberatung für Geflüchtete durchführt, über die juristischen Hintergründe informieren.

Der Eintritt ist frei.

Der Film wird auf Englisch in fünf verschiedenen Städten gezeigt:

  • 13.12., 20 Uhr: Marburg (Capitol Kino)
  • 14.12., 19 Uhr: Hannover (Echkeller)
  • 15.12., 19 Uhr: Göttingen (Hörsaal, Platz der Göttinger Sieben, HSG)
  • 16.12., 19 Uhr: Dresden (Kosmotique e. V.)
  • 17.12., 19 Uhr: Berlin (Kino Moviemento)

Eine Tour von borderline-europe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.