Nachricht | Krieg / Frieden - Migration / Flucht - Europa - Europa / EU - Südosteuropa - Europa global MOViEMENT – Migrations-Film-Festival in Athen

Kein Wettbewerb, keine Jury, keine Preise – aber jede Menge Filme zum Thema Migration

The Boy and the Sea
Inspiriert durch das tragische Bild des ertrunkenen syrischen Kindes Alan Kurdi, beginnt der Kurzfilm mit einem Jungen, der Freude daran hatte, das Meer zu zeichnen.
Eines Tages taucht er auf den Grund des Meeres, in der Hoffnung, Krieg und Elend zu entkommen; aber er findet sich gefangen zwischen Schwärmen von Bildschirmen, die sein Bild verzerren und seine Geschichte stehlen.
Aber diese Geschichte endet nicht, denn die Bilder sind noch immer im Umlauf und die Welt schaut immer noch zu. The Boy and the Sea (Samer Ajouri, 2016, Syria- Lebanon) – Still

Das Medium Film hat in den letzten Jahren auch in der politischen Bildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung an Bedeutung gewonnen. Die Stiftung hat diverse Filmproduktionen zum Thema Migration gefördert, einige selbst initiiert und diverse Filmvorführungen organisiert. Auf dem ersten MOViEMENT Film-Festival in Athen vom 30. Oktober bis 3. November 2019 hat das RLS-Büro in Griechenland in Kooperation mit den Büros in Beirut, Tunis und dem Europa-Referat der Stiftung einige dieser und viele andere Filme gezeigt, mit Schwerpunkt auf die Mittelmeer-Region, aber nicht auf sie beschränkt. Filme und Regisseure kamen unter anderem aus Syrien, Ägypten, Spanien, Tunesien, Algerien, Libanon, der Türkei, Deutschland und natürlich Griechenland.

Kein Wettbewerb, keine Jury, keine Preise - aber jede Menge Filme, Eindrücke, Diskussionen, Austausch und Vernetzung. An fünf Tagen wurden 34 Filme präsentiert und mit vier Podiumsdiskussionen, sieben Q&A’s, der Präsentation eines Migrantinnen-Filmclubs, einer Fotoausstellung und einem «Migration City»-Spaziergang in einen multidimensionalen Rahmen eingebettet. Einige der Filme feierten ihre Weltpremiere: «Lost Youth» von Andreas Dermanis, «Exilée» von Ager Oueslati, «Across the Horn» von Oualid Khelifi und «Searching for Ghazala» von Bassam Mortada.

    Ziel war es, dazu beizutragen, die vielfältigen Dimensionen von Migration und die Kämpfe um globale Bewegungsfreiheit und soziale Rechte einem breiteren Publikum in Griechenland sicht- und hörbar zu machen, mit dominierenden Narrativen zu brechen und den Raum für Dialog und Solidarität zu erweitern. Mehr als 1.300 Zuschauer*innen, viele Gespräche, Diskussionen und ein durchweg positives Feedback für die Initiative, die Auswahl der Filme, die Möglichkeit, ungekannte Dimensionen von Migration kennen zu lernen und mit Filmregisseur*innen, Schauspieler*innen und Aktivist*innen zu diskutieren sprechen dafür, dass das «Experiment» Film-Festival gelungen ist. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.