26. Februar 2019 Diskussion/Vortrag Linke Politik als Widerstand gegen Bolsonaro

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Israel Dutra und Paula Coradi

Information

Veranstaltungsort

FDCL e.V.
Gneisenaustr. 2a
10961 Berlin

Zeit

26.02.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Brasilien / Cono Sur

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Linke Politik als Widerstand gegen Bolsonaro
Bild: Marino Mondek, CC BY-NC 2.0, flickr

Seit dem 1. Januar ist der Ex-Hauptmann Jair Bolsonaro der neuer Präsident Brasiliens. Seine demokratiefeindlichen Äußerungen im Zuge des Wahlkampfes haben für große Unruhe gesorgt. Nach seiner Wahl scheinen sich erste Befürchtungen zu bestätigen:

Seit dem 2. Januar erlässt der neue Präsident Anordnungen, die sich insbesondere gegen Minderheiten und die linken Bewegungen des Landes richten. Die Demarkation von indigenen Territorien wird dem Landwirtschaftsministerium unterstellt und damit aushöhlt. LGTBIQ*-Personen werden als Zielgruppe aus den Programmen der erzkonservativen evangelikalen Ministerin für Frauen, Familien und Menschenrechte gestrichen. Die Landlosenbewegung MST, die Obdachlosenbewegung MTST, die Indigenenmissionsbehörde CIMI und die katholische Landpastorale sollen als potentiell terroristische Organisationen gebrandmarkt werden, um sie an ihrer Arbeit zu hindern. Auch NGOs werden in ihrer Arbeit gegängelt.
Begleitet wird die neue Politik von einem anhaltenden Hassdiskurs gegen die linke Opposition – sei es die PSOL, die PT, oder soziale Bewegungen, die der neue Präsident am liebsten verbieten lassen und die „Linken“ allesamt ins Gefängnis stecken würde.

Der rechte Diskurs von Seiten der höchsten Ebenen des Staates hat gleichzeitig einen legitimierenden Effekt für Gewalttaten gegenüber den diffamierten Gruppen: Die Übergriffe im Land auf LGBTIQ*-Personen steigen massiv an ebenso die Rate an Feminiziden. Berichte über Angriffe auf indigene Territorien, Vertreter*innen der Landlosenbewegung und die arme Bevölkerung nehmen zu. Die Gewalt geht dabei vermehrt auch direkt von staatlicher Seite aus. Das neue Polizeigesetz Brasiliens schützt gleichzeitig Polizist*innen vor Strafverfolgung bei Einsätzen mit Todesfolgen.
Gemeinsam mit unseren beiden Gästen, Israel Dutra und Paula Coradi, werden wir uns diesem Panorama des Schreckens stellen und uns bewusst machen, wie wichtig es ist, Widerstand zu leisten, sei es als linke Partei oder  als soziale Bewegung.

Mit: Paula Coradi (Partei PSOL, zuständig für Beziehungen zu den sozialen Bewegungen) und Israel Dutra (PSOL, zuständig für internationale Beziehungen)

Veranstaltung auf Portugiesisch mit Konsekutivverdolmetschung. Eintritt frei.
Eine Veranstaltugn in Kooperation mit FDCL und der Brasilien Initiative Berlin.

Standort

Kontakt

Jan-David Echterhoff

Projektmanager São Paulo, Klima7-Programm, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 488