20. März 2018 Diskussion/Vortrag Karl Marx

Kind seiner Zeit und ihr doch um ein Jahrhunhert (und mehr) voraus

Information

Veranstaltungsort

Georg-Buch-Haus
Wellritzstraße 38a
65183 Wiesbaden

Zeit

20.03.2018, 19:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Gesellschaftstheorie, Marx 200

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1989 wurde mit dem Scheitern des »Realsozialismus« auch gleich Karl Marx mitbeerdigt und seine Analyse der kapitalistischen Gesellschaft für überholt erklärt.

2018, zu seinem 200. Geburtstag ist er längst wiederentdeckt - nicht nur als »bedeutender Denker des 19. Jahrhunderts« (www.karl-marx-ausstellung.de), sondern auch als ein kühner und methodisch unbestechlicher Vor-Denker, dessen Langzeitprognosen bezüglich der Entwicklung des Kapitalismus sich erst heute in vollem Umfang bewahrheitet haben - wie der Schriftsteller und Essayist Michael Schneider, Kenner der Werke von Marx und Engels seit 50 Jahren, in seinem Vortrag ausführen wird.

Wie ist es zu erklären, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird und heute 8 Multimilliardäre zusammen so viel Vermögen haben wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung? Begegnet uns in diesem Faktum die Marx´sche Kategorie des »Grundwiderspruchs der kapitalistischen Produktionsweise zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung«?

Warum ist die soziale Frage, die Marx und Engels seinerzeit aufgeworfen haben, trotz steigender Produktivität der Arbeit nicht gelöst? Warum hat sie sich im Gegenteil verallgemeinert und im Weltmaßstab zugespitzt? Warum verschärfen sich die globalen Probleme von Jahr zu Jahr? Millionen Menschen hungern, sind auf der Flucht, leben ohne Trinkwasser, bleiben ohne Schul- oder Ausbildung, finden keine Arbeit, sind auch in den kapitalistischen Zentren von Armut bedroht oder betroffen. Gleichzeitig sind wir Zeugen einer fortschreitenden Klimakatastrophe mit spürbaren Folgen, eines nicht enden wollenden Raubbaus an der Natur und der Biosphäre. Die Menschheit steht am Abgrund einer vielgestaltigen Krise, die einen sozialökologischen Umbau und Transformationsprozess dringend erforderlich macht.

Wo irrte Marx - oder: wo war er in Vorstellungen seiner Zeit befangen? Ist dialektisches Denken überholt? Konkret: inwiefern taugen seine Begriffe und sein historisch-dialektischer Ansatz der Gesellschaftsanalyse zum Verständnis der Gegenwart?

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