13. Dezember 2018 Diskussion/Vortrag Geklagt, gekämpft und gewonnen?

Erinnerungspolitik in Deutschland

Information

Veranstaltungsort

Lomo Lounge
Ballplatz 2
55116 Mainz

Zeit

13.12.2018, 18:00 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Krieg / Frieden, Partizipation / Bürgerrechte, Westafrika

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Gibt es eine Anerkennung des Genozids seitens der deutschen Bundesregierung? Finden Reparationszahlungen statt? Gibt es antikoloniale Denkmäler in Deutschland? Bis heute werden diese Fragen intensiv diskutiert und nach den kolonialen Kontinuitäten gefragt. Mit Yonas Endrias vom Zentralrat der afrikanischen Gemeinden in Deutschland, möchten wir uns mit den vergangen und gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Verhältnissen auseinandersetzen und an die Zukunft progressiv gewandt diskutieren. Damit möchten wir die Veranstaltungsreihe „Genozid und koloniale Kontinuitäten“ abschließen.

Yonas Endrias hat Pionierarbeit in der antirassistischen Bewegung in Deutschland geleistet. Er ist seit vielen Jahren konsequent auf verschiedenen Ebenen aktiv. Angefangen während seiner Studienzeit Ende der achtziger Jahre, wo er die erste afrikanische Studentenunion mitbegründet hat, dessen erster Vorsitzender er war, seitdem ist er nicht nur in der Uni, sondern auch auf kommunaler Ebene, wie im Bezirksamt Mitte, aber auch auf Landes-, Bundes, EU- und UN-Ebene in Genf engagiert. Also von der Straße bis auf die akademische Ebene als Dozent an der Freien Universität Berlin am Fachbereich Politikwissenschaft, aber auch z.B. zuletzt bei der Kultusministerkonferenz vor wenigen Wochen, wo er einen Redebeitrag gehalten hat zum Thema Behandlung der Erinnerungskultur bzw. Kolonialismus im Bildungswesen, in Vertretung des Zentralrats der afrikanischen Gemeinden in Deutschland, deren Vizevorsitzender er ist.

Zu seinen Verdiensten zählt auch das erfolgreiche, dreijährige Projekt des Lern- und Erinnerungsortes Afrikanisches Viertel in Berlin-Wedding, das er koordiniert hat. Heute arbeitet er in der Verwaltung im Berzirksamt-Mitte, wo er die europaweit einmalige Institution der Afrika-Akademie/Schwarze Volkshochschule als Teil der Verwaltung leitet. Dies ist kein Projekt oder NGO-Arbeit wie wir es kennen, sondern ein fester Bestandteil des Bezirksamtes, der an der Volkshochschule Berlin Mitte verankert ist. Somit ist Dekolonisierung als Regelaufgabe in der Verwaltung gefestigt. Er arbeitet dort nach seinem Motto „Keep calm and keep on decolonizing“.

Standort