13. Juni 2017 Diskussion/Vortrag Krise am Kap der guten Hoffnung

Prof. Denis Goldberg zur aktuellen Entwicklung in Südafrika.

Information

Veranstaltungsort

Curio Haus
Rothenbaumchaussee 15
20148 Hamburg

Zeit

13.06.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational

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Südafrika spielt eine bedeutende ökonomische und politische Rolle auf dem afrikanischen Kontinent seit vor gut zwei Jahrzehnten das rassistische Apartheid-Regime beseitigt wurde. Das Land mit seinen 54 Millionen Menschen wird auch beim G20-Gipfel in Hamburg vertreten sein. Die vom ANC geführte Regierung hat demokratische Freiheiten und wichtige soziale Verbesserungen erreicht, zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Umgestaltung kam es nach den ersten freien Wahlen 1994 jedoch nicht. Nach wie vor lebt ein großer Teil der überwiegend schwarzen Bevölkerung in Armut und Arbeitslosigkeit, ohne gesicherte soziale Perspektive, während sich der Reichtum bei Wenigen  konzentriert. Der ANC als Regierungspartei – in Allianz mit dem Gewerkschaftsverband COSATU und der Kommunistischen Partei -  ist seit 1994 mit großen Mehrheiten in der Regierung bestätigt worden, hat aber bei den Kommunalwahlen 2016 erstmals nennenswert an Stimmen und Einfluss verloren. Neue politische und gewerkschaftliche Kräfte treten auf den Plan. Präsident Zuma und seine Umgebung gelten als korrupt, in und um den ANC toben erbitterte Fraktionskämpfe. Die Linken im ANC haben dem Präsidenten die Unterstützung aufgekündigt. Es gibt eine wachsende und sehr heterogene Bewegung, die den Rücktritt von Zuma fordert.

Zu den frühen Kritikern von Präsident Zuma gehört Prof. Goldberg, der auf vielfältige Weise politisch und im bewaffneten Kampf gegen die Apartheid seinen Beitrag zur Befreiung des Landes geleistet hat. ANC-Aktivist Denis Goldberg galt den Rassisten seinerzeit als "the most dangerous white man in South Africa".  Im legendären Rivonia-Prozess verurteilten sie ihn 1964 zusammen mit Nelson Mandela und anderen zu viermal Lebenslänglich. 22 Jahre musste er im Gefängnis verbringen. Wie übersteht ein Mensch das? Wie ist seine Sicht auf diesen historischen Kampf und das heutige Südafrika?

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hamburg.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Standort