5. Mai 2018 Diskussion/Vortrag Marx‘sche Religionskritik neu denken – Befreiungstheologie und Praxen heute

im Gespräch: Marxisten, Theologen aus Lateinamerika, den Niederlanden und aus Deutschland

Information

Veranstaltungsort

Kirchsaal der St. Markusgemeinde am Ostbahnhof, Andreas-Haus
Stralauer Platz 32
10243 Berlin

Zeit

05.05.2018, 19:30 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Gesellschaftstheorie, Partizipation / Bürgerrechte, Marx 200

Zugeordnete Dateien

Wenn wir heute den 200. Geburtstag von Karl Marx begehen, haben wir allen Grund Marx‘ Werk als strategische Herausforderung für befreiendes Denken und befreiende Praxen zu verstehen.  Es geht heute wie damals um Befreiung von Unterdrückung und Knechtschaft, von Verhältnissen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. 65 Millionen Menschen sind vor Kriegen auf der Flucht vor Krieg, Terror, den Konsequenzen des Klimawandels, vor Umweltzerstörung. Über 2,1 Milliarden haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. 800 Millionen haben nicht genug zu essen. Selbst im reichen Deutschland nutzen 1,5 Millionen Menschen das Angebot der Tafeln, weil es sonst nicht reicht. Fast jedes siebente Kind in Deutschland ist auf Hartz-IV gewiesen. Betrachtet man diese Zahlen so versteht man die Worte von Papst Franziskus, wenn er von der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ spricht oder in befreiungstheologisch gesellschaftskritischer Tradition schreibt: „Diese Wirtschaft tötet“. Er formuliert diesen Satz auf der Grundlage kritischer Gesellschaftsanalyse, die sich − ohne dies so zu benennen − auf die Marx’sche Kapitalismuskritik stützt. Marx deckte seinerseits den religiösen Charakter des Kapitalismus auf, analysierte dessen Fetische und Götzen, kritisierte die Sakralisierung des Marktes.
Wo müssen wir heute mit Marx und über ihn hinaus kritisch weiterdenken und welche emanzipativen Praxen und Projekte sichern eine breite linke Allianz für eine mögliche Überwindung des Kapitalismus? Wo muss und kann man heute ansetzen?

Es diskutieren:  Dick Boer (Theologe, Amsterdam), Juan José Bautista (Universidad Nacional Autónoma de México, Universidad Autónoma de la Ciudad de México, Mexiko), María del Carmen Montes Castillo (Movimiento de solidaridad Nuestra América, Mexiko), Michael Ramminger (Institut für Theologie und Politik, Münster) und Cornelia Hildebrandt (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Die Veranstaltung findet mit Hilfe und Unterstützung der Christlichen Friedenskonferenz statt.

Standort

Kontakt

Cornelia Hildebrandt

Referentin Parteienforschung, Stellv. Direktorin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-167