6. Oktober 2018 Tagung/Konferenz Ein anderes Europa ist möglich!

Demokratisch, friedlich, ökologisch, feministisch, solidarisch

Information

Veranstaltungsort

Universität Kassel, Campus Center
Moritzstr. 18
34127 Kassel

Zeit

06.10.2018, 11:45 - 07.10.2018, 13:45 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Soziale Bewegungen / Organisierung, Europa / EU, Europa links

Zugeordnete Dateien

Ein anderes Europa ist möglich!

Europakongress vom 5. bis 7. Oktober 2018 in Kassel
Attac organisiert gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und einer Vielzahl von Kooperationspartnern einen großen Kongress zu Europa und zur Europäischen Union!

Mit dem Kongress wollen die Initiator*innen nicht nur die Kritik an der herrschenden Politik in Europa und insbesondere in der Europäischen Union formulieren, sondern auch die Vision von einem demokratischen, sozialen, gerechten, ökologischen und friedlichen Europa diskutieren und über ihre vielfältigen Aktivitäten, Kämpfe, Widerstände und alternativen Ansätze zur Verwirklichung dieser Vision sich austauschen.

Jedoch bleibt Kritik allein stumpf und Visionen helfen wenig, wenn es keine Strategie zur Transformation der politischen Institutionen und keine konkreten politischen Projekte zu ihrer Durchsetzung gibt. Deshalb wird der Kongress sich einerseits mit den unterschiedlichen Konzepten für ein solidarisches, sozialökologisches Europa beschäftigen sowie entsprechende Transformationsansätze in solidarischer Landwirtschaft, Ökonomie u.a. diskutieren. Andererseits sollen bereits bestehende Ansätze und Konzepte wie den Europarat, OSZE, «Das gemeinsame Haus Europa» und weitere auf ihr emanzipatorisches Potenzial hin überprüft werden.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung richtet im Rahmen des Kongresses folgende Veranstaltungen (mit) aus:
 

Samstag, 6.10., 14.45 bis 16.30 Uhr, Universität Kassel, Arnold-Bode-Straße 8, Raum 15
Internationalistische Klassenpolitik und Soziale Rechte in Europa
 
Trotz eines Aufbruchs von links und starken Protesten in vielen Ländern Euro-pas steht die Linke in der Defensive. Während in Brüssel an einem autoritärem Neoliberalismus festgehalten wird, der das europäische Projekt in seine tiefste Krise geführt hat, beförderte es damit zu gleich den Aufschwung einer radikalen Rechten, bis in Regierungspositionen hinein. Die Linke in Europa hat vor ihren jeweiligen Erfahrungshintergrund und Bedingungen unterschiedliche Strategien, um dieser Situation zu begegnen. Dabei gibt es durchaus Differenzen über das richtige Vorgehen und Spannung zwischen dem Willen zu einem gemeinsamen Vorgehen und Spaltungen entlang diverser Listen. Inwiefern kann eine Orientierung auf Verteidigung und Ausweitung sozialer Rechte in Verbindung mit einer internationalistischen Klassenpolitik als verbindender Antagonismus gegen „oben und rechts“ wirken, die Orientierung auf eine Organisierung der Vielen in den Viertel und Betrieben, aber in europäischer Perspektive und auf das Gemeinsame hin stärken? Inwiefern brauchte es eine neue europäische Plattform, die die unterschiedlichen Formationen der radikalen Linken bis zur linken Sozialdemokratie repräsentiert und dynamisiert.

Mit: Bernd Riexinger (DIE LINKE), Marta Tycner (Razem), Maria Manuel Rola (Bloco de Esquerda), Luca Mesec (Levica Slovenia), Miguel Urban (Podemos)
Moderation: Thomas Sablowski (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Mehr zu den Gästen:

  • Bernd Riexinger ist Co-Vorsitzender der Partei DIE LINKE und hat gerade sein Buch «For the many, not the few. Moderne Klassenpolitik» veröffentlicht.
  • Miguel Urbán ist Abgeordneter von Podemos im Europäischen Parlament und einer der Köpfe der Strömung Anticapitalistas innerhalb von Podemos.
  • Marta Tycner ist Historikerin und Ökonomin an der Universität Oxford und aktiv in der polnischen Linkspartei Razem.
  • Maria Manuel Rola ist Abgeordnete des Bloco de Esquerda im portugiesischen Parlament und im Parteivorstand.
  • Luka Mesic ist Abgeordneter der jungen öko-sozialistischen Partei Levica Slo-venia, die erste neue Formation der Linken nach dem Ende Jugoslawiens.
     

Alle folgenden Foren und Podien finden im Campus Holländischer Platz im Campus Center der Universität Kassel statt:

Samstag, 6.10., 11.30 bis 13.15 Uhr
Forum: Privatisierung der Daseinsvorsorge

Die EU hat bei der Privatisierung öffentlicher Dienstleitungen eine aktive Rolle gespielt. Sie folgte damit der vor allem in Wirtschaftskreisen verbreiteten Vor-stellung, Private könnten Dienstleitungen besser erbringen. Die Privatisierung der Wasserversorgung konnte bisher verhindert werden. Bereiche wie die Post-und Telekommunikationsdienst sowie die Bahnverkehre sind längst dem Markt geöffnet , Bildung und Gesundheit sollen folgen. WelcheGefahren drohen im Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung, wenn diese zunehmend den Märkten geöffnet und Profitinteressen unterworfen wird? Welchenegativen Erfahrungen in Folge von Privatisierungen gibt es bereits? Wie sieht unsere Alternative für gut funktionierende und demokratisch kontrollierte öffentliche Dienste aus? 

Mit Marlis Tepe (Vorsitzende der GEW), Rob Copeland (University and College Union), N.N. (Vertreterin der Stadt Barcelona)
Moderation: Heike Knops, wissenschaftlicher Beirat Attac
 

Samstag, 6.10., 14.45 bis 16.30 Uhr
Forum: Demokratisierung der Europäischen Union – wie kann das gehen?

Die Institutionen der Europäischen Union weisen gravierende Demokratiedefizite auf. Diese reichen von den sehr eingeschränkten Rechten des Europäischen Parlamentes bis zu den weitgehend frei von demokratischer Kontrolle agierenden Einrichtungen wie der EZB und der Troika. Ist angesichts der gegebenen institutionellen Regeln eine Demokratisierung der EU möglich und wenn ja wie?

Mit: Andreas Fisahn (Verfassungsrechtler, Uni Bielefeld, VDJ, Wissenschaftlicher Beirat Rosa-Luxemburg-Stiftung und attac), Karl-Martin Hentschel (Autor, Mehr Demokratie, Attac AG Finanzmärkte & Steuern), Isabel Feichtner (Juristin, Uni Würzburg), Anne Karrass (Referentin im EU-Verbindungsbüro des Verdi-Bundesvorstands)
Moderation: N.N.
 

Sonntag, 7.10., 9.15 bis 11 Uhr
Forum: Hat der Euro eine Zukunft? Ist Export-weltmeister ein Ehrentitel?

Der Euro ist eine Fehlkonstruktion. Er verschärft die Ungleichgewichte in der Eurozone und kann, siehe Griechenland, zur Erpressung genutzt werden. Wel-che Alternativen bestehen? Was bedeuten die  horrenden Exportüberschüsse Deutschlands? Wie kann man sie wegbekommen? Wie kompatibel sind ökono-mische Alternativen mit der Ökologie?

Mit: Heiner Flassbeck (Herausgeber des Online Magazins MAKROSKOP), Guillaume Duval (Paris, Chefredakteur von Alternatives Economiques), Friederike Spiecker (Volkswirtin, Freie Wirtschaftspublizistin), Axel Troost (Memo-Gruppe, Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
 

Sonntag, 7.10., 9.15 bis 11 Uhr
Forum: Rechtspopulistische Zerstörung Europas

Am Beispiel der wichtigsten europäischen Länder werden sozioökonomische, politische und kulturelle Faktoren des rechtspopulistischen Aufstiegs diskutiert und zugleich Elemente einer Reformkonzeption entwickelt, mit der sich die fortschrittlichen Kräfte der Entwicklung von Ressentiments entgegenstellen können. Ein solidarisches, reformiertes Europa ist möglich! Dessen Kernforde-rungen zu präzisieren, soll Alternativen jenseits einer vermeintlichen "Schutz-funktion" nationaler Alleingänge aufzeigen.

Mit: Klaus Busch (ver.di, Mitautor «Rechtspopulistische Zerstörung Europas?»), Judith Amler (Koordinierungskreis Attac Deutschland und «Aufstehen gegen Rassismus»), Christoph Scherrer (Volkswirt und Politologe, Fachgebiet Globalisierung)
Moderation: Christina Kaindl (Leiterin Abteilung Grundsatz und Strategie der Partei DIE LINKE)
 

Sonntag, 7.10., 11.30 bis 13.45 Uhr
Abschlusspodium: Konkrete Schritte hin zu einem Europa das wir wollen

Das Europa, das wir uns wünschen, soll friedlich, sozial, demokratisch, ökolo-gisch und weltoffen sein. Wie das erreicht werden kann, dazu gibt es verschiedene Ansätze und Strategien der Durchsetzung: Europa von unten, Europa neu begründen, Plan B, Exit-Strategien u.a. Was halten wir von Konzepten wie der kollektiven Friedenssicherung von Lissabon bis Wladiwostok? Wie gestalten wir eine menschenfreundliche Asyl- und Migrationspolitik? Auf welchen Ebenen – lokal, regional, national, supranational, global – setzen welche Strategien der Veränderung an, und wer sind die Akteure, die sie erstreiten können?

Mit: Rex Osa (Flüchtlingsaktivist aus Stuttgart), Jeanne Chevalier (Frankreich, Beraterin von Jean-Luc Mélenchon), Veronika Sušová-Salminen (Prag/Helsinki, Historikerin & Russland-Expertin), Frank Bsirske (Vorsitzender der Gewerkschaft Ver.di)
Moderation: Wenke Christoph (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Standort

Kontakt

Dr. Mario Candeias

Direktor, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-179