16. Oktober 2018 Film Franco vor Gericht

Filmpremiere und Podiumsdiskussion

Information

Veranstaltungsort

Kino Babylon
Rosa Luxemburg Str. 30
10178 Berlin

Zeit

16.10.2018, 19:30 - 22:30 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus

Zugeordnete Dateien

Deutschland-Premiere und Kinostart von Franco vor Gericht, dem neuen Film von Lucía Palacios und Dietmar Post. Mit anschließender Podiumsdiskussion mit Carlos Castresana (Generalstaatsanwalt am Obersten Spanischen Gerichtshof) (per Videoschaltung), Francisco Etxeberria (Gerichtsmediziner, verantwortlich für unzählige Exhumierungen), Fernando Martínez (Generaldirektor für Fragen des historischen Andenkens innerhalb des spanischen Justizministeriums), Stefanie Schüler-Springorum (Historikerin und Autorin von Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939).

Filmvorführung: Franco vor Gericht
Franco vor Gericht ist der neue Kinodokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios. Nach dem Erfolg von Die Siedler Francos, ihrer ersten Auseinandersetzung mit dem Erbe der Diktatur, richten die Filmemacher ihren Blick nun auf eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte: den vermeintlichen Völkermord in Spanien, begangen während des Putsches 1936, dem anschließenden Krieg (1936-­‐1939) und der darauf folgenden Diktatur General Francos (1939-­‐1975/77), die nur unter Mithilfe Deutschlands, Italiens und Portugals errichtet werden konnte.
Nachdem 2008 der Versuch, die Verbrechen vor einem spanischen Gericht aufzuklären, gescheitert war, bemüht sich seit 2010 die argentinische Justiz, noch lebenden mutmaßlichen Tätern der Franco-­‐Diktatur aufgrund begangener Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Prozess zu machen. Der Film Franco vor Gericht zeigt konkrete Fälle von Verbrechen, die in der argentinischen Anklageschrift aufgeführt sind. In einer Collage aus unbekanntem Film- und Fotomaterial und neu gedrehten Gesprächssituationen präsentieren die Filmemacher paradigmatische Fälle und stellen diese in einen historischen und juristischen Kontext. Seit über 20 Jahren arbeiten Palacios und Post an dem Thema des historischen Andenkens (memoria histórica). In dieser Zeit gelang es den Regisseuren in Kontakt zu mutmaßlichen Tätern und Opfern zu treten, einschließlich der Tochter eines der maßgeblichen Putschgeneräle von 1936. Franco vor Gericht beleuchtet ein fast vergessenes Kapitel europäischer Geschichte und stellt die Frage, ob die sogenannte „argentinische Anklage“ zu einem „spanischen Nürnberg“ werden kann.

Ticketvorverkauf: www.kinoheld.de/kino-berlin/babylon-berlin/vorstellung/40735 

Mehr Infos zum Film (Trailer, Fotos, Presseheft, Pressestimmen, etc.): playloud.org/francoontrial/en bzw. www.facebook.com/francoontrial/

Film Tipp: Franco vor Gericht (3sat Kulturzeit 15.10.2018)

Podiumsdiskussion: Spanien im Fokus der internationalen Justiz
Im Anschluss an die Premierenvorführung werden wir mit mehreren Expert*innen über die Bedeutung der Vergangenheitsbewältigung im Rahmen einer europäischen Erinnerungspolitik debattieren. Wie ist die nach Francos Tod entstandene spanische Demokratie bisher mit dem historischen Andenken umgegangen und wie gedenkt sie in Zukunft damit umzugehen? Kann die spanische Transición (Übergang von Diktatur zur Demokratie) noch immer als vorbildhaft bezeichnet werden, wenn sich der spanische Staat bisher kaum oder gar nicht um die Opfer der Diktatur gekümmert hat? Das Amnestiegesetz von 1977 widerspricht der Idee der universellen Rechtsprechung, demnach Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht verjähren. Muss man es, ähnlich wie in Argentinien oder Chile geschehen, wieder abschaffen? Der Putsch gegen die demokratisch legitimierte Zweite Spanische Republik konnte nur mit Hilfe der befreundeten Diktaturen in Italien, Portugal und Deutschland erfolgreich durchgeführt werden. Welche Mitschuld tragen diese Nationen an den unvorstellbaren Verbrechen?

Mit:

  • Carlos Castresana (Generalstaatsanwalt am Obersten Spanischen Gerichtshof) (per Videoschaltung),
  • Francisco Etxeberria (Gerichtsmediziner, verantwortlich für unzählige Exhumierungen),
  • Fernando Martínez (Generaldirektor für Fragen des historischen Andenkens innerhalb des spanischen Justizministeriums),
  • Stefanie Schüler-Springorum (Historikerin und Autorin von Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939).
  • Moderation: Dieter Ingenschay.

Die Diskussion wird simultan deutsch-spanisch gedolmetscht. Freier Eintritt zur Podiumsdiskussion.
Die Filmemacher Lucía Palacios und Dietmar Post stehen sowohl vor als auch nach der Aufführung & Podiumsdiskussion für Fragen zur Verfügung.

Die Veranstaltung wird von der Rosa Luxemburg Stiftung gefördert und von der Spanischen Botschaft in Berlin, dem Instituto Cervantes, dem Deutschen Spanischlehrerverband und dem Verein Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik unterstützt.

Standort

Kontakt

Wenke Christoph

Referentin für Südosteuropa, Projektmanagerin für Mittel- und Osteuropa, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 297