Regionalbüro Argentinien, Chile und Uruguay

Das Regionalbüro in Buenos Aires koordiniert die Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Argentinien, Chile und Uruguay.

Nachdem die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation im Cono Sur viele Jahre durch fortschrittliche Regierungsprogramme geprägt war, haben sich die drei Länder in den letzten Jahren auseinanderentwickelt.

Während in Uruguay seit 2005 durchgehend die sozialdemokratische Frente Amplio regiert, hat Argentinien nach Jahren zwölf Jahren Linksperonismus seit 2015 wieder eine neoliberale Regierung. Auch in Chile gab es Ende 2017 mit dem Sieg der rechtskonservativen Koalition Chile Vamos einen politischen Rechtsruck. Gleichzeitig öffnet das überraschend starke Abschneiden des linksgerichteten Bündnisses Frente Amplio die Möglichkeit einer neuen politischen Dynamik.

Trotz dieser Heterogenität stehen die drei Länder auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Ebene vor ähnlichen Herausforderungen. So zeugt die ansteigende Gewalt gegen Frauen und LGTBIQ* und die Gefährdung hart erkämpfter Gleichstellungsrechte von dem Einfluss konservativ-reaktionärer Kräfte in den Gesellschaften.

Wirtschaftlich bleiben die Länder stark vom Export von Rohstoffen und unverarbeiteten Agrarprodukten abhängig. Dabei werden die sozialen und ökologischen Folgen des Bergbaus, der Gewinnung fossiler Brennstoffe und der industriellen Landwirtschaft immer sichtbarer: Die Verschmutzung von Böden und Wasser, die voranschreitende Erosion, die Gefährdung der Ernährungssouveränität weiter Teile der Landbevölkerung und die damit zusammenhängende Landflucht. Gleichzeitig offenbarte das Ende des Rohstoffbooms die Krisenanfälligkeit des extraktivistischen Modells: Die Verfall der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt löste in der Region eine schwere Wirtschaftskrise aus.

Die Regierungen antworten mit Einschnitten bei den Sozialausgaben und der Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Insbesondere die argentinische Bevölkerung hat unter der Sparpolitik, der Prekarisierung und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu leiden. In Chile werden niedrige Umweltstandards, prekäre Arbeitsbedingungen und die Kriminalisierung bzw. Repression sozialer Widerstände – in dramatischem Ausmaß sichtbar im Mapuche-Konflikt– aufrechterhalten, um das investitionsfreundliche Klima nicht zu gefährden.

Gegen die Ungerechtigkeit des vorherrschenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modells hat sich in den letzten Jahren verstärkter Widerstand formiert. Insbesondere gegen den reaktionären und neoliberalen Rollback haben sich breite Bewegungsbündnisse auch außerhalb institutioneller Strukturen gebildet.

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Regionalbüro Argentinien, Chile und Uruguay

Büroleitung: Elisangela Soldatelli

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