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Podcast-Sammlung, : Weltunordnung

Der Podcast zu internationaler Politik der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Pauline Jäckels und Felix Jaitner 

www.rosalux.de/weltunordnung

Ist China die neue Weltmacht, Merle Groneweg?

Felix Jaitner spricht mit Merle Groneweg über Chinas Außenpolitk

Details: Ist China die neue Weltmacht, Merle Groneweg?

Wir können uns die Welt nicht mehr ohne China vorstellen. Das „Reich der Mitte“ ist die größte Exportnation und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Es ist auch für knapp 30 Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich und hat nach den USA den zweitgrößten Militäretat der Welt. Die großen Herausforderungen der Menschheit – die Abwendung der Klimakatastrophe, der Kampf gegen Armut oder Abrüstung – können nur gemeinsam mit China gelöst werden.

Doch wie sieht China die globalen Umbrüche? Welche Rolle beansprucht China in der Welt? Und welche inneren Widersprüche prägen Politik und Gesellschaft?

In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Merle Groneweg über Chinas Außenpolitik. Merle ist Mitarbeiterin am Seminar für Ostasienstudien der HU Berlin. Sie hat Chinesisch, globale politische Ökonomie sowie chinesische Wirtschafts- und Außenpolitik in Berlin, Kassel und London studiert und dabei ein Auslandssemester in Peking absolviert.

Schreibt uns an: weltunordnung@rosalux.org

Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)

Shownotes:

Merle Groneweg (2026): USA vs. China: Machtkampf mit Mikrochips und Seltenen Erden, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar.

The Chicago Council on Global Affairs (2025): Chinese Public Values Global Leadership More than Americans Do, Public Opinion Survey.

Ralf Ruckus/Daniel Reineke/Jule Pfeffer/Kevin Lin (Hrsg.) (2023): China von unten. Kritische Analyse & Soziale Kämpfe, gongchao.org, Berlin.

Rosa-Luxemburg-Stiftung (2025): Was ist eigentlich eine multipolare Welt? – Damit sich die globalen Machtverhältnisse ändern, braucht es mehr als neue Machtzentren.

Ist die Fußball-WM nur Propaganda, Alina Schwermer?

Welche Interessen bestimmen die Sportwelt? Wie instrumentalisieren Staaten Großereignisse für ihre eigene Propaganda?

Details: Ist die Fußball-WM nur Propaganda, Alina Schwermer?

Am 11. Juni 2026 beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Mexiko und Kanada – und wieder werden wohl über eine Milliarde Menschen die Spiele verfolgen, schlicht weil sie Fußball lieben. Doch wie jedes sportliche Großereignis hat auch diese WM eine politische und wirtschaftliche Dimension: Staaten nutzen die internationale Bühne zur Selbstdarstellung, Konzerne nutzen sie zur Gewinnmaximierung.

In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Sportjournalistin Alina Schwermer über Sportswashing – und über die politischen Hintergründe der diesjährigen WM. Gemeinsam fragen sie: Welche Interessen bestimmen die Sportwelt? Wie instrumentalisieren Staaten Großereignisse für ihre eigene Propaganda? Und warum trifft der Vorwurf des Sportswashing eigentlich immer nur bestimmte Länder? Außerdem: Bringt ein persönlicher WM-Boykott überhaupt etwas – und wie sehen linke und sozialistische Perspektiven auf Sportpolitik aus?

Alina Schwermer hat Journalismus und Geschichte in Dortmund, Bochum und Sankt Petersburg studiert. Seit 2015 schreibt sie über die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Sports. Zuletzt erschien von ihr „Futopia – Ideen für eine bessere Fußballwelt" (2022), das auf der Shortlist zum Fußballbuch des Jahres stand.

Shownotes

“Wem gehört der Fußball? Die WM 2026 als Bühne von Macht, Kommerz und Widerstand”, Dossier der Rosa-Luxemburg-Stiftung

“Futopia – Ideen für eine bessere Fußballwelt”, Alina Schwermer, Die Werkstatt, 2022

Song

Charles Bradley – The World (is going up in Flames)

Ist Kuba am Ende, Raúl Zelik?

Felix Jaitner spricht mit Raúl Zelik über die Entwicklungen in Kuba.

Mitwirkende
Felix Jaitner, Raul Zelik,
Details: Ist Kuba am Ende, Raúl Zelik?

Überschattet vom Krieg gegen den Iran durchlebt Kuba die schwerste Krise seit Jahrzehnten. Immer wieder fällt stundenlang der Strom aus, es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Der Grund für diese Krise ist das Embargo der USA.

Obwohl die UN-Generalversammlung die Blockade immer wieder verurteilt hat, erhöhen die USA seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus den Druck. Folgt auf die Intervention in Venezuela ein weiterer US-Angriff? Wie groß ist der Rückhalt der Bevölkerung für die kubanische Regierung? Und wie reformfähig ist der kubanische Sozialismus?

In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Raúl Zelik über die Entwicklungen in Kuba. Raúl ist Politikwissenschaftler, freier Autor und Übersetzer. Er arbeitet seit den 1980er Jahren in Lateinamerika, war Professor für internationale und vergleichende Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens und schreibt heute für die genossenschaftliche Berliner Tageszeitung ND.

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Shownotes:

Neira, Dani (2026): Schluss mit der Kuba-Blockade! Rosa-Luxemburg-Stiftung, Feature.

Zelik, Raúl (2026): Hat sich Trump verkalkuliert?, nd, Kommentar.

Schmidt, Gerold (2026): Kuba im Würgegriff, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Analyse

Gespräch mit Tobias Lambert (2026): Welchen Plan verfolgen die USA in Venezuela? Rosa-Luxemburg-Stiftung, Podcast Weltunordnung

Fotocredit Zelik: IMAGO / Sven Simon

Wer profitiert vom Iran-Krieg, Diba Mirzaei?

Und welche Rolle nehmen die Golfstaaten ein? Pauline Jäckels spricht mit der Politikwissenschaftlerin und Iran-Expertin Diba Mirzaei.

Details: Wer profitiert vom Iran-Krieg, Diba Mirzaei?

Im Februar starteten die USA und Israel einen Angriff auf den Iran, der von vielen als Verstoß gegen das Völkerrecht gewertet wird. Zwar gilt mittlerweile eine Art Waffenstillstand und die USA und der Iran verhandeln in Pakistan. Gleichzeitig bleibt aktuell die Straße von Hormus weiterhin blockiert, das Mullah-Regime wirkt zumindest nach außen hin gestärkt – und Israel setzt seine Invasion im Libanon ungehindert fort.

In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Politikwissenschaftlerin und Iran-Expertin Diba Mirzaei. Sie diskutieren, warum Donald Trump einen Krieg begonnen hat, aus dem er sich nun nur schwer wieder befreien kann, welche Rolle und Interessen die Golfstaaten in diesem Konflikt verfolgen und was der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC für die Region bedeutet. Und wie steht es heute um das iranische Regime: Wo hat der Krieg es gestärkt – und wo tatsächlich geschwächt? Mirzaei glaubt nicht daran, dass das Regime kurzfristig zu Fall gebracht werden kann. Unter bestimmten Umständen aber, so ihre Einschätzung, könnte es von innen heraus gelingen.

Diba Mirzaei ist eine iranisch-deutsche Politikwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten iranische Außenpolitik und die Beziehungen zwischen dem Iran und den Golfstaaten. Sie forscht am German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg. Erst seit Kurzem ist sie mit ihren Analysen öffentlich präsent – und bringt neue, kritische Perspektiven in den deutschen Diskurs über den Iran.

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Shownotes:

Iran-Forscherin Mirzaei: Das Regime ist massiv geschwächt, NDR, Januar 2026

Was hält das Mullah-Regime an der Macht, Tareq Sydiq? 

Hamid Mohseni, Krieg gegen den Iran, Die Eskalation eines lange vorbereiteten Konflikts, Rosa Luxemburg-Stiftung, März 2026
 

Wird Ungarn jetzt demokratisch, Lili Vankó?

Felix Jaitner spricht mit Lili Vankó über die Wahlen in Ungarn, die Ära Orbán und die künftige Regierung unter Peter Magyar.

Mitwirkende
Felix Jaitner, Lili Vankó,
Details: Wird Ungarn jetzt demokratisch, Lili Vankó?

Nach 16 Jahren ist die Ära Viktor Orbán beendet. Der Wahlsieger heißt Péter Magyar von der rechtskonservativen TISZA-Partei. Sein Wahlversprechen, die Demokratie wieder einzuführen, brachte ihm die absolute Mehrheit der Stimmen ein. Doch Magyar ist auch ein ehemaliger Parteigenosse Orbáns, der in verschiedenen Regierungen hohe Posten bekleidete. Steht Ungarn wirklich vor einem demokratischen Neuanfang? Und wie wird sich das Land künftig in entscheidenden außenpolitischen Fragen wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine oder dem Verhältnis zu den USA positionieren?

In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Lili Vankó über die Wahlen in Ungarn, die Ära Orbán und die künftige Regierung unter Peter Magyar. Vankó ist Doktorandin am Institut für Soziologie und Sozialanthropologie der Central European University in Wien. Sie ist Mitglied der links-ökologischen Bewegung Szikra.

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Shownotes:

Youtube (2015): Viktor Orbáns Rede in Baile Tusnad/Tusnádfürdő mit deutschen Untertiteln.

Dalma Vatai (2026): Wer kommt nach Viktor Orbán?, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Analyse.

Dalma Vatai (2026): Ungarn im Freudentaumel, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Kommentar

Ist das Völkerrecht gescheitert?

Warum glauben plötzlich so viele, dass sich das Völkerrecht in einer beispiellosen Krise befindet? Pauline Jäckels diskutiert mit Wolfgang Kaleck

Details: Ist das Völkerrecht gescheitert?

„Das Völkerrecht ist tot, jetzt gilt wieder das Recht des Stärkeren.“ So lautet die Meinung der einen, die auf die Völkerrechtsbrüche der vergangenen Jahre verweisen: in Gaza, in Venezuela, in der Ukraine, im Sudan und aktuell im Iran. Andere wiederum weisen darauf hin, dass das Völkerrecht nie wirklich galt. Schon immer hätten sich die Stärkeren das Recht herausgenommen, das Völkerrecht zu missachten, und sie verweisen auf die letzten Jahrzehnte, die von unzähligen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen, etwa durch die USA und ihre Alliierten, geprägt waren. Sie fragen: Was bringt das Völkerrecht, wenn es kaum umgesetzt wird und Staaten nur dann darauf pochen, wenn es in ihrem Interesse ist?

Unser Gast Wolfgang Kaleck argumentiert: Das Völkerrecht war nie perfekt. Schon immer war seine Umsetzung von Doppelstandards durchzogen. Und trotzdem war es immer schon ein wichtiges Mittel im Kampf der Unterdrückten für Gerechtigkeit. Eines von vielen. Und daran sollten sich Linke und progressive Kräfte erinnern.

In dieser Folge von „Weltunordnung“ spricht die Journalistin Pauline Jäckels mit Wolfgang Kaleck. Er ist einer der profiliertesten Menschenrechtsanwälte Deutschlands. Als Gründer und Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) setzt er sich seit Jahren weltweit für die juristische Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen ein. Als Anwalt vertritt Kaleck unter anderem den Whistleblower Edward Snowden und die Familie von Patrice Lumumba. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter „Die konkrete Utopie der Menschenrechte” (2021). Jüngst ist im Kunstmann-Verlag sein neues Buch „Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren” erschienen.

Pauline Jäckels diskutiert mit Wolfgang Kaleck, warum so viele Menschen plötzlich glauben, dass sich das Völkerrecht in einer beispiellosen Krise befindet. Sie sprechen darüber, wie und unter welchen Umständen das Völkerrecht entstanden ist und inwiefern es Mittel der Mächtigen und Mittel der Unterdrückten ist. Und schließlich darüber, ob eine Durchsetzung des Völkerrechts überhaupt möglich ist, ohne dass sich die globalen Machtverhältnisse ändern, die Völkerrechtsbrüche ermöglichen und bedingen.

Shownotes:

Wolfgang Kaleck, “Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren”, Kunstmann Verlag (2026)

“Was ist eigentlich Völkerrecht?”, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2026

Wird Trumps Rechnung aufgehen, Loren Balhorn?

Welche Absicht verfolgt die US-Regierung mit ihrer Politik? Felix Jaitner spricht mit Loren Balhorn.

Details: Wird Trumps Rechnung aufgehen, Loren Balhorn?

Die US-Regierung entfesselt eine Welle der Gewalt. Auf die Intervention in Venezuela und die Entführung von Staatspräsident Nicolás Maduro Anfang Januar folgte kaum einen Monat später der Beginn der Angriffe auf den Iran gemeinsam mit Israel.

Mit Hilfe der Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (ICE) und der Nationalgarde treibt US-Präsident Donald Trump parallel die Militarisierung der Innenpolitik voran. Bei der Jagd auf vermeintlich illegale Migrant*innen wurden zwei Zivilist*innen durch ICE-Beamte getötet.

Welche Absicht verfolgt die US-Regierung mit ihrer Politik? Warum begrüßt die Bundesregierung die völkerrechtswidrigen Interventionen, obwohl sie doch an anderer Stelle das Ende der regelbasierten Ordnung beklagt? Und können progressive Kräfte wie der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani eine Alternative bieten?

In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Loren Balhorn über die Politik der USA seit der Wiederwahl Donald Trumps. Balhorn ist ehemaliger Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung und außerdem Mitbegründer und Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe von Jacobin.

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Shownotes:

Balhorn, Loren (2026): Wer nicht über Venezuela spricht, muss auch zu Grönland schweigen, Jacobin Magazin.

Balhorn, Loren (2024): Trump hat nicht gewonnen – Harris hat verloren, Jacobin Magazin.

Silver, Beverly J./ Payne Corey R. (2022): Domination Without Hegemony and the Limits of US World Power, Emerald Publisher.
 

Wem gehört die Arktis, Ebbe Volquardsen?

Wird die Arktis zum nächsten Schauplatz im Kampf der Großmächte um Einfluss und Rohstoffe?

Details: Wem gehört die Arktis, Ebbe Volquardsen?

Die USA greifen nach Grönland, Großbritannien entsendet einen Flugzeugträger in den Nordatlantik und China erweitert seine Eisbrecherflotte. Wird die Arktis zum nächsten Schauplatz im Kampf der Großmächte um Einfluss und Rohstoffe?

Die Arktis ist eine der Regionen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Doch statt auf Kooperation und Umweltpolitik zu setzen, treiben die Anrainerstaaten die Militarisierung der Region weiter voran. Auch die Europäische Union und Deutschland mischen kräftig mit. In der Arktis-Strategie von 2022 wird die Region als „in Bezug auf den Klimawandel, Rohstoffe und geostrategische Fragen für die Europäische Union von großer strategischer Bedeutung“ eingestuft. Die Bundesregierung unterstützt den Ausbau der militärischen Präsenz der NATO durch die Bundeswehr aktiv. Welche Folgen hat die Militarisierung der Arktis? Welche Interessen verfolgt die USA in Grönland? Und wie reagieren Russland und China auf diese Entwicklungen?

In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Ebbe Volquardsen über die Geopolitisierung der Arktis. Ebbe Volquardsen ist Skandinavist, Politik- und Kulturwissenschaftler und arbeitet als Professor für Kulturgeschichte in Nuuk (Grönland).

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Shownotes:

Volquardsen, Ebbe (2025): Can Trump’s bid for Greenland put an end to Denmark’s belief in colonial exceptionalism? NORDEUROPAforum blog

Volquardsen, Ebbe (2025): Auf dünnem Arktiseis. In: Analyse und Kritik. Zeitung für linke Debatte und Praxis. Nr. 711.

Europäischer Ausschuss der Regionen (2022): Die neue Strategie der EU für die Arktis. Stellungnahme. 150. Plenartagung, 29./30. Juni 2022. 

Pertou Mach, Trine/Dragsted, Pelle (2026): Steht Grönland vor der Annexion? Sich Trump zu unterwerfen, wird nicht helfen. Kommentar. Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Hat Rojava unter Ahmad al-Scharaa eine Zukunft, Rosa Burç?

Pauline Jäckels spricht mit der Soziologin und Kurdistan-Expertin Rosa Burç

Details: Hat Rojava unter Ahmad al-Scharaa eine Zukunft, Rosa Burç?

Im Januar hat die syrische Regierung unter Ahmad al-Scharaa die kurdische Selbstverwaltung Rojava in Nordostsyrien angegriffen. Der syrische Präsident will die Kontrolle über das gesamte Land erlangen, während die kurdische Führung zwar zu einer Integration bereit ist, aber ihre Autonomie teilweise bewahren will. Da man in monatelangen Verhandlungen zu keiner Einigung kam, wollte al-Scharaa offenbar seine Verhandlungsposition militärisch verbessern und die kurdische Seite in die Ecke drängen.

Und genau das scheint gelungen zu sein. In nur wenigen Tagen nahmen die syrischen Regierungstruppen große Teile der kurdisch kontrollierten Gebiete ein. Circa 150.000 Menschen mussten in einer ohnehin prekären humanitären Situation fliehen. Die kurdische Führung lenkte ein, es kam zu einem Waffenstillstand und schließlich zu einem Abkommen zwischen der Selbstverwaltung und der syrischen Regierung.

In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Soziologin und Kurdistan-Expertin Rosa Burç. Darüber, warum viele Kurd*innen in Syrien zwar den Sturz des Assad-Regimes bejubelten, aber von Beginn an skeptisch gegenüber Ahmad al-Scharaas neuer Übergangsregierung waren. Über al-Scharaas Militäroffensive und was der Wandel der geopolitischen Interessenlagen in Syrien damit zu tun hat. Und darüber, was das neue Abkommen für die Zukunft der Selbstverwaltung bedeutet.

Rosa Burç arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Sie hat am Center on Social Movement Studies an der Scuola Normale Superiore in Florenz promoviert. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie Narrative und Repertoires des Widerstands über Zeit und Raum hinweg überliefert werden, insbesondere unter Kurd*innen und anderen staatenlosen und marginalisierten Gesellschaften.

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Shownotes:

Rosa Burç, Bastion der Frauen: Rojavas Kampf ums Überleben, Blätter für deutsche und internationale Politik, 2025

Christopher Wimmer, Diktatfrieden oder Neubeginn?, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2026

Anja Flach und Michael Knapp, Revolution in Rovaja, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2018

Die kurdische Frage und der demokratische Konföderalismus, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2026

Medico: Ein demokratisches Experiment

Was hält das Mullah-Regime im Iran an der Macht, Tareq Sydiq?

...und warum unterstützen so viele Exil-Iraner*innen Reza Pahlavi und seine Monarchistenbewegung?

Details: Was hält das Mullah-Regime im Iran an der Macht, Tareq Sydiq?

Ende Dezember 2025 ist im Iran erneut eine Welle von Massenprotesten ausgebrochen. Das inzwischen nach außen gelangte Bildmaterial und die Augenzeugenberichte deuten darauf hin, dass Zehntausende Menschen während der Proteste durch Regimekräfte getötet und eine noch größere Zahl verletzt und verhaftet wurde.

Momentan sieht es so aus, als sei es dem Regime gelungen, die Proteste niederzuschlagen. Der Wunsch nach einem Ende der Herrschaft der Mullahs bleibt bestehen. Was danach kommen soll – darüber herrscht im Iran und insbesondere unter Iraner*innen im Exil jedoch Uneinigkeit. Viele Iraner*innen wünschen sich ein demokratisches System: weder Mullah noch Schah. Gleichzeitig präsentiert sich der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, mit seiner Monarchistenbewegung vor allem im Ausland medienwirksam als einzige Alternative zum Mullah-Regime.

Warum kann sich das herrschende Regime trotz des großen Drucks von innen und außen an der Macht halten, und was müsste passieren, damit es stürzt? Wer ist Reza Pahlavi, und welche Vision hat er für den Iran? Warum wird er von so vielen Exiliraner*innen, aber auch von Staaten wie Israel und den USA, unterstützt? Und wie groß und organisiert ist die Bewegung, die sowohl eine Rückkehr der Pahlavi-Dynastie als auch das Mullah-Regime ablehnt?

In dieser Folge von Weltunordnung spricht Pauline Jäckels mit dem Protestforscher und Iranexperten Tareq Sydiq. Sydiq forscht am Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg und  hat zur iranischen Innenpolitik promoviert. Er beschäftigt sich weltweit mit Protestbewegungen, unter anderem im Iran, in Japan, Pakistan und England. Sein Buch „Die neue Protestkultur“ ist 2024 im Hanser Verlag erschienen.

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Shownotes:

Tareq Sydiq: Jetzt bleibt den Herrschenden nur noch Gewalt , Zeit Online, Januar 2026

Tareq Sydiq: Die neue Protestkultur – Besetzen, Kleben, Streiken: Der Kampf um die Zukunft, Hanser Verlag, 2024

Dossier: Proteste in Iran: Revolution für das Leben , Rosa-Luxemburg-Stiftung
 

Welchen Plan verfolgen die USA in Venezuela?

Felix Jaitner spricht mit dem freien Journalisten Tobias Lambert über die aktuelle Lage in Venezuela

Details: Welchen Plan verfolgen die USA in Venezuela?

Über welchen Rückhalt verfügt die venezolanische Regierung nach Jahrzehnten der Wirtschaftskrise, wachsendem Autoritarismus und der US-Intervention? Und welche Folgen hat das militärische Eingreifen für Lateinamerika?

Am 3. Januar 2026 intervenierten US-Streitkräfte in Venezuela und entführten Präsident Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores. Der Angriff erfolgte weder mit einem Mandat des UN-Sicherheitsrates noch mit Zustimmung des Kongresses. 
Über ein halbes Jahr haben die USA den Druck auf Venezuela kontinuierlich erhöht. Erst zog Präsident Donald Trump eine große Streitmacht vor der Küste des südamerikanischen Landes zusammen, dann versenkte die US-Armee mehr als 30 „Drogenboote“ und tötete dabei über 100 Personen. Verhandlungsangebote lehnte Trump ab und forderte stattdessen wiederholt den Rücktritt Maduros. 
Seit geraumer Zeit ergreifen die USA immer aggressivere Schritte, um ihre Vormachtstellung in Lateinamerika zu sichern. Im April 2025 akzeptierte die Regierung Panamas nach erheblichem Druck ein Abkommen, dass die Stationierung von US-Truppen am Panamakanal erlaubt und der Marine eine privilegierte Nutzung einräumt. Die im Dezember 2025 verabschiedete US-Sicherheitsstrategie kündigt offen die Wiederherstellung der US-Dominanz auf dem Subkontinent an – abgesichert mit militärischen Mitteln.

In der zwölften Folge unseres Podcast „Weltunordnung“ spricht Felix Jaitner mit Tobias Lambert, freier Journalist und Lateinamerikaexperte, über die US-Intervention in Venezuela.

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Shownotes:

Tobias Lambert (2024): Gescheiterte Utopie? Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chávez, Mandelbaum Verlag.

Tobias Lambert (2026): US-Angriff auf Venezuela: Das Imperium kehrt zurück. Trump zielt auf Umsturz ohne Regierungswechsel und droht ganz Lateinamerika, Analyse, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Tobias Lambert (2026): »Die Regierung hätte auch andere Optionen«. Die Lage in Caracas nach dem Überfall der USA – Interview mit dem venezolanischen Linken Andrés Antillano, nd.
 

Sind die Gen-Z-Proteste in Nepal ein Generationenkonflikt?

Pauline Jäckels spricht mit der Südasienexpertin und Journalistin Britta Petersen

Details: Sind die Gen-Z-Proteste in Nepal ein Generationenkonflikt?

Anfang September gingen spektakuläre Bilder aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandou um die Welt. Tausende junge Menschen stürmten das Regierungsviertel der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu und setzten das Parlamentsgebäude in Brand. Der direkte Auslöser: Die nepalesische Regierung hatte den Zugang zu sozialen Medien wie Youtube, Facebook und Whatsapp gesperrt. Auf die Massenbewegung reagierte sie mit Gewalt – zahlreiche Demonstranten wurden dabei getötet, darunter auch ein 12-jähriges Kind.

Nach nur wenigen Tagen musste der nepalesische Premierminister und Vorsitzender der marxistisch-leninistischen Partei CPN, Kadga Prasad Oli, zurückzutreten. Sushila Karki, die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, übernahm als Interims-Regierungschefin. Das Parlament wurde aufgelöst und der Social Media Bann zurückgenommen.

Ging es bei den Protesten wirklich in erster Linie um einen Generationenkonflikt, wie der Begriff „Gen-Z Proteste” suggeriert? Welche strukturellen Probleme haben für die Unzufriedenheit gesorgt, die hier zum Ausdruck kam und wie sind diese historisch gewachsen? Was muss passieren, damit sich die Forderungen der Protestbewegung auch nach den Neuwahlen im März in langfristigen politischen Wandel übersetzen? Welche Rolle spielen China und Indien bei der ganzen Sache?

Darüber spricht Pauline Jäckels mit der Südasienexpertin und Journalistin Britta Petersen. Bevor sie im März 2024 das Büro der Rosa -Luxemburg -Stiftung in Delhi übernahm, war sie Senior Fellow bei dem indischen Thinktank „Oberserver Research Foundation“, Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Pakistan und Südasien-Korrespondentin der Financial Times Deutschland.

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Shownotes:

Tauqueer Ali Sabri, Nepals Gen Z erhebt sich, 2025, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Britta Petersen, Wut statt Wandel, 2025, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Britta Petersen, Sri Lanka vor dem linken Wahlsieg?, 2024, Rosa-Luxemburg-Stiftung
 

Ist die US-Hegemonie am Ende?

Und was bedeuten die globalen Umbrüche für Deutschland und die EU? Felix Jaitner spricht mit Stefan Schmalz.

Details: Ist die US-Hegemonie am Ende?

Die USA haben einem Handelskrieg ausgerufen – und bringen damit die globale Ordnung ins Wanken. Zwar werden sogar die engsten Verbündeten mit Zöllen überzogen, im Mittelpunkt steht aber die Volksrepublik China.

Mit der protektionistischen Politik will Präsident Donald Trump nicht nur das US-Handelsdefizit verringern und den Produktionsstandort fördern, sondern auch die chinesische High-Tech-Branche auf Abstand halten. Doch die erobert sich international immer mehr Marktanteile. Die US-Hegemonie scheint an ihre Grenzen zu stoßen.

In der zehnten Folge unseres Podcast „Weltunordnung“ sprechen wir mit Stefan Schmalz, Professor am Institut für Soziologie an der Universität Jena, über den Konflikt zwischen China und den USA. Löst China die USA als neue globale Führungsmacht ab? Und was bedeuten die globalen Umbrüche für Deutschland und die EU?

Schreibt uns an: weltunordnung@rosalux.org

Shownotes:

Stefan Schmalz (2018): Machtverschiebungen im Weltsystem. Der Aufstieg Chinas und die große Krise, Campus Verlag.

Stefan Schmalz (2024): Varieties of Digital Capitalism and the US–China Rivalry: The Rise of Competing Technological Spheres, Critical Sociology 51(4), DOI:10.1177/08969205241291645.

Podcastempfehlung: Armutszeugnis - Der Wirtschaftspodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Eva Völpel und Sabine Nuss.

Worum geht es im Sudankrieg, Saskia Jaschek?

Und was haben Europa und Deutschland mit dem Krieg zu tun? Pauline Jäckels spricht mit der Journalistin Saskia Jaschek.

Details: Worum geht es im Sudankrieg, Saskia Jaschek?

Der Krieg im Sudan ist einer der verheerendsten bewaffneten Konflikte unserer Zeit. Seit der Machtkampf zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces im April 2023 ausgebrochen ist, wurden Zehntausende Zivilist*innen getötet, mehr als zehn Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben oder mussten ins Ausland flüchten. Trotzdem wird hier in Deutschland kaum über den Krieg berichtet – besonders im Vergleich zum Krieg in der Ukraine oder in Gaza. Wenn überhaupt über den Sudan gesprochen wird, wird er häufig als „vergessener Krieg“ bezeichnet. Akkurater wäre wohl: ignorierter Krieg.

Worum geht es in dem Krieg eigentlich? Welche Rolle spielen globale Wirtschaftsinteressen, etwa die der Vereinigten Arabischen Emirate, in diesem Konflikt? Was haben Europa und Deutschland mit dem Krieg zu tun? Und was müsste passieren, damit er endet?

Darüber spricht Pauline Jäckels mit der Sudan-Expertin Saskia Jaschek. Sie hat knapp zwei Jahre in der sudanesischen Hauptstadt Khartum gelebt. Aktuell promoviert Jaschek an der Universität Bayreuth zur sudanesischen Widerstandsbewegung.

Shownotes:

Saskia Jaschek, More than a Domestic Conflict, 2024, Rosa Luxemburg Stiftung

Saskia Jaschek, Krieg im Sudan: Gold, Land, Geopolitik, 2025, Blätter für Internationale Politik

Anna Theresa Bachmann, Unfreiwilliger Helfer (zur Rolle Europas in Sudan), 2023, Zeit Online

Sind Klima und Kapitalismus kompatibel, Ulrich Brand?

Felix Jaitner spricht mit Ulrich Brand über die ökologische Krise und ihre Auswirkungen.

Mitwirkende
Felix Jaitner, Ulrich Brand,
Details: Sind Klima und Kapitalismus kompatibel, Ulrich Brand?

Vom 10. bis 21. November 2025 findet die 30. Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém statt. Doch obwohl sich die ökologische Krise immer deutlicher zuspitzt, halten die Industrieländer Hilfszusagen für Klimaanpassung nicht ein. Das gilt auch für Deutschland, obwohl man sich hierzulande gerne für einen Vorreiter in Sachen Klimaschutz hält. Die Ampel-Regierung trat mit dem Versprechen an, Deutschland ökologisch zu modernisieren. Eine dekarbonisierte, high-tech Wirtschaft soll nicht nur das deutsche Exportmodell retten, sondern auch Kapitalismus und Klima miteinander versöhnen.

Bundeskanzler Friedrich Merz setzt dagegen auf den Ausbau von Gaskraftwerken und erwägt eine Abkehr vom Verbrenner-Aus. Statt in den ökologischen Umbau investiert er lieber hunderte Milliarden Euro in die Aufrüstung der Bundeswehr. Das verschärft nicht nur die angespannte internationale Lage, sondern droht die Abhängigkeit von fossiler Energie auf Jahrzehnte zu zementieren.

In der achten Folge unseres Podcast „Weltunordnung“ spricht Felix Jaitner mit Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, über die ökologische Krise und ihre Auswirkungen. Wie verschärft sie Konflikte um die multipolare Weltordnung? Besteht ein Widerspruch zwischen ökologischer und sozialer Frage? Und was bedeutet Internationalismus im Zeitalter des Klimawandels?

Brand, Ulrich/Wissen, Markus (2017): Die imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus, Oekom Verlag.

Brand, Ulrich/Wissen, Markus (2024): Kapitalismus am Limit. Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven, Oekom Verlag.

Buchvorstellung von “Kapitalismus am Limit”

McKinsey & Company (2021): Net-Zero Deutschland. Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045, September.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2024): Habeck legt Konzept für grüne Leitmärkte vor, Pressemitteilung.

Steht Syrien vor der nächsten Diktatur, Kristin Helberg?

Pauline Jäckels spricht mit Kristin Helberg über die gegenwärtige Situation in Syrien

Details: Steht Syrien vor der nächsten Diktatur, Kristin Helberg?

Seit 1970 hatte die diktatorische Assad-Familie Syrien fest in der Hand. Die Revolution von 2011, die in einen brutalen Krieg Baschar al-Assads gegen oppositionelle Gruppen und seine eigene Bevölkerung mündete, galt als endgültig gescheitert. Im Dezember 2024 passierte dann etwas, mit dem eigentlich niemand gerechnet hatte: Die islamistische HTS und verbündete Gruppen stürzten die Regierung Baschar al-Assads in nur elf Tagen, und ihr Anführer Ahmed al-Scharaa übernahm die Macht.

Wie hat sich das Land seit dem Sturz verändert? Wer ist Ahmed al-Scharaa, und hat er seine Versprechen von Demokratieaufbau und Teilhabe der Minderheiten eingehalten – oder steht das Land gerade vor der nächsten Diktatur? Und welche politischen und wirtschaftlichen Interessen verfolgen die Türkei, die USA und Deutschland in Syrien?

In der siebten Folge unseres Podcasts „Weltunordnung“ spricht Pauline Jäckels mit Kristin Helberg, freie Journalistin und Politikwissenschaftlerin. Sie lebte sieben Jahre in Syrien, berichtete für deutschsprachige Medien und veröffentlichte drei Bücher und zahlreiche Artikel zum Syrien-Krieg.

Was treibt Deutschland in Afrika, Frauke Banse?

Felix Jaitner spricht mit Frauke Banse über die deutsche Afrikapolitik und die verschärfte imperiale Konkurrenz um Einfluss und Ressourcen.

Mitwirkende
Felix Jaitner, Frauke Banse,
Details: Was treibt Deutschland in Afrika, Frauke Banse?

In Afrika verschärft sich die imperiale Konkurrenz um Einfluss und Ressourcen. China und Russland fordern die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien sowie der USA immer offener heraus. Ausgerechnet in dieser Situation entdeckt die deutsche Politik ihr Interesse für einen Kontinent, der in der medialen Berichterstattung kaum eine Rolle spielt. Bundeswehreinsätze wie in Mali oder Projekte zur Förderung von grünem Wasserstoff in Namibia zeigen: Auch Deutschland bemüht sich um mehr Einfluss – politisch, wirtschaftlich und militärisch.

In der 6. Folge von „Weltunordnung“ spricht Felix Jaitner mit Frauke Banse, Dozentin am Fachbereich Politikwissenschaft der Universität Kassel, über die deutsche Afrikapolitik. Welche Interessen verfolgt Deutschland in Afrika? Wie verschärft die imperiale Konkurrenz der Großmächte Konflikte auf dem Kontinent? Und inwieweit können afrikanische Länder von der erneuten geopolitischen Konkurrenz profitieren und eigene Entwicklungsprojekte vorantreiben?

Kontakt, Kritik, Feedback: weltunordnung@rosalux.org

Shownotes:

Frauke Banse (2024): Deutsche Afrikapolitik in geopolitischer Neujustierung, Bundeszentrale für Politische Bildung. 

Frauke Banse (2025): Die Geopolitik der neuen post-kolonialen Schuldenkrise, WSI-Mitteilungen, Ausgabe 03/2025, S. 195-202.

Denis M. Tull (2022): Ad-hoc-Koalitionen in Europa. Der Sahel als Katalysator europäischer Sicherheitspolitik?, SWP-Studie 2022/S 08, doi:10.18449/2022S08.

Geht der Westen unter, Daniel Marwecki?

Pauline Jäckels spricht mit dem Politikwissenschaftler Daniel Marwecki über das Bröckeln der alten Weltordnung.

Details: Geht der Westen unter, Daniel Marwecki?

Im Westen macht sich Endzeitstimmung breit: Ein Rechtsradikaler im weißen Haus baut jeden Tag ein bisschen weiter die US-Demokratie ab, die Allianz zwischen Europa und seinen Bündnispartnern gerät ins Wanken, die deutsche Wirtschaft stagniert – und das Erstarken rechtsextremer Kräfte scheint unaufhaltbar.

Die alte Weltordnung bröckelt: Der Westen verliert seine Vormachtstellug und China nimmt eine immer dominantere Position ein. Erleben wir gerade den Abstieg oder gar Untergang des Westens?

Darüber spricht Pauline Jäckels mit dem Politikwissenschaftler Daniel Marwecki. Es geht um die Frage, wie der Westen so mächtig werden konnte, warum er jetzt an Einfluss verliert - und welche Rolle Europa in der Welt nach dem Westen noch spielen kann. 

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Shownotes:

Daniel Marwecki. Die Welt nach dem Westen. Oktober 2025, C.H. Links Verlag

Will Russland Frieden, Alexey Yusupov?

Felix Jaitner spricht mit Alexey Yusupov über die Entwicklung in Russland

Details: Will Russland Frieden, Alexey Yusupov?

Der Krieg in der Ukraine geht bereits in sein viertes Jahr – doch seit dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin gibt es neue Hoffnungen auf Friedensverhandlungen.

In der vierten Folge unseres Podcast „Weltunordnung“ spricht Felix Jaitner mit Alexey Yusupov, Leiter des Russlandprogramms der Friedrich-Ebert-Stiftung, über die Entwicklung in Russland. In einer multipolaren Welt beansprucht Russland einen Platz als anerkannte Großmacht, doch die sozialen Widersprüche im Land nehmen zu. Für die künftige Entwicklung des Landes wird es entscheidend, welche politische Kraft als erstes eine Gerechtigkeitsagenda entwickelt. Die Hoffnungen ruhen auf der Linken, doch mittlerweile hat auch die extreme Rechte die soziale Ungleichheit für sich entdeckt und droht die Kräfteverhältnisse weiter zu verschieben.

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Shownotes:

Mikhail Lobanov (2024): Eine Revolution in Russland ist möglich.Rosa-Luxemburg-Stiftung.

David Ernesto Garcia Doell (2022): A fascist regime looms in Russia. Interview with Gregory Yudin. Analyse und Kritik. Zeitung für linke Debatte & Praxis.

Mathias Brüggmann (2025): Der Rubel rollt nicht mehr. TAZ.

Wer könnte Netanjahu Einhalt gebieten, Muriel Asseburg?

Pauline Jäckels spricht mit der Nahostexpertin Muriel Asseburg über Netanjahus Pläne nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober.

Dauer
56:21
Details: Wer könnte Netanjahu Einhalt gebieten, Muriel Asseburg?

Trotz zunehmendem Druck von Innen und Außen gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Israelische Regierung ihre genozidale Kriegsführung im Gazastreifen beenden möchte. Ganz im Gegenteil: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird für die Zwangsvertreibung der palästinensischen Bevölkerung international scharf kritisiert. Vorschläge für Waffenstillstandsverhandlungen mit der Hamas wurden bisher von israelischer Seite abgelehnt.

In der dritten Folge unseres Podcasts “Weltunordnung” spricht Pauline Jäckels mit der Nahostexpertin Muriel Asseburg, über Netanjahus Pläne nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober? Was treibt ihn an, den Krieg weiterzuführen und wer könnte ihm und seiner Regierung Einhalt gebieten? Welche Rolle können Deutschland und die EU dabei spielen, Israel zu einem Ende seiner Besatzungspolitik und Vertreibungspläne zu bringen? Und aus welchen Gründen hat Deutschland das israelische Vorgehen bislang unterstützt?

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Shownotes:

Muriel Asseburg (2025): Der 7. Oktober und der Krieg in Gaza – Hintergrund, Eskalation, Folgen. C.H. Beck

Muriel Asseburg und Jan Busse (2016): Der Nahostkonflikt: Geschichte, Positionen, Perspektiven. C.H. Beck

Dossier zum Krieg in Israel und Palästina “Gegen die Logik der Gewalt” 

Wie macht die EU ihre Wirtschaftspolitik, Angela Wigger?

Felix Jaitner spricht mit der Politikwissenschaftlerin Angela Wigger über das Konzept der „strategischen Autonomie“

Details: Wie macht die EU ihre Wirtschaftspolitik, Angela Wigger?

Seien es immer höhere Rüstungsausgaben oder ungünstige Handelsabkommen – US-Präsident Donald Trump zwingt der EU erfolgreich seine Forderungen auf. Dabei hat die doch angekündigt, von den USA unabhängig werden zu wollen.

In der zweiten Folge unseres Podcasts „Weltunordnung“ spricht Felix Jaitner mit der Politikwissenschaftlerin Angela Wigger über das Konzept der „strategischen Autonomie“. Durch milliardenschwere Investitionen in grüne Technologien und Rüstungsgüter will die EU nicht nur die wirtschaftliche Stagnation überwinden, sondern als eigenständiger Akteur auf der Weltbühne agieren. Kann das gelingen? Und wie können progressive Alternativen zu dieser Strategie aussehen?


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Shownotes:

Angela Wigger (2025): Finanzialisierung - die Achillesferse des European Green Deal. Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis. 

Angela Wigger (2024): The New EU Industrial Policy and the Hidden Costs of Crowding in Private Investors: An urgent call for the European Left to champion discussions about alternatives futures. transform!Europe. 

Stephan Kaufmann (2024): Die Weltordnung soll in der Zeitenwende rentabel werden. Nd

Anghel, Suzana (et al.) (2020) Auf dem Weg zu „strategischer Autonomie“. Die EU im sich Wandelnden geopolitischen Umfeld. Wissenschaftlicher Dienst des Europäischen Parlaments. Studie. PE 652.096.

Wie geht friedensgeleitete Außenpolitik, Jan van Aken?

Der neue Podcast „Weltunordnung“ zu internationaler Politik mit Pauline Jäckels und Felix Jaitner. In der ersten Folge ist Jan van Aken zu Gast.

Details: Wie geht friedensgeleitete Außenpolitik, Jan van Aken?

Kriege, Klimakrise, Konflikte im transatlantischen Lager – unsere Welt verändert sich rasant. Doch die deutsche Bundesregierung kennt darauf nur eine Antwort: Aufrüstung. In kürzester Zeit soll die Bundeswehr die größte konventionelle Streitmacht Europas werden. Stimmen, die für Frieden und Entspannungspolitik eintreten, haben es dagegen schwer. Wie stellen sich diese Herausforderungen aus linker Perspektive dar?

In der ersten Folge unseres Podcasts „Weltunordnung“ stellt sich Jan van Aken, Co-Vorsitzender der Linkspartei und Außenpolitikexperte, unseren Fragen. Ob Ukraine-Krieg, Gaza oder Deutschlands Rolle in der Welt – in diesem Podcast sprechen wir über Themen, die auch in der Linkspartei kontrovers diskutiert werden. Wir wollen wissen, wie eine linke Außenpolitik aussehen könnte, die konkrete Schritte zur Lösung dieser Konflikte bietet und den Weg in eine andere Welt möglich macht.

Feedback, Lob und Kritik erreichen uns unter weltunordnung@rosalux.org