Es gibt nur zwei Geschlechter
Faschisten und Antifaschist*innen
- Mitwirkende
- Barbara Fried, Andrea Dip, Şeyda Kurt ,
Hinter diesem Slogan versammelten sich Anfang 2025 massive queer-feministische Mobilisierungen gegen die Faschisierung in Argentinien unter der Regierung von Javier Milei. Weltweit ist die Hetze gegen Feministinnen und gegen die Errungenschaften queer-feministischer Kämpfe ein Kernelement rechts-autoritärer Bewegungen und Parteien. Die Projekte eines autoritären Staatsumbaus setzen dabei auf eine Dämonisierung von transPersonen und auf die Kriminalisierung von Ausgegrenzten, Armen, Geflüchteten, Queers und BPOC als „innere Feinde“.
Aber weltweit formiert sich auch Widerstand: Wie können wir den Kulturkampf offensiv von links führen? Wie können abolitionistische Perspektiven teil antifaschistischer Strategien sein? Und was können wir von Kämpfen aus anderen Teilen der Welt lernen?
Diskussion mit Şeyda Kurt und Andrea Dip
Moderiert von Barbara Fried
„Tax the rich“ statt Abrissbirne für den Sozialstaat
Über die aktuellen marktradikalen Angriffe und Alternativen im Bund und in Berlin
- Mitwirkende
- Eva Völpel, Elif Eralp, Ulrich Schneider,
Arbeitsrechte schleifen und mit der Abrissbirne gegen den Sozialstaat, so will die Union unter Bundeskanzler Merz den Standort Deutschland wettbewerbsfähig machen. Während auf Bundesebene nach dem Motto „flood the zone with shit“ die Bürger*innen fast jede Woche mit neuen Vorschlägen noch rhetorisch darauf eingestimmt werden, wie und wo sie künftig sparen und mehr leisten sollen, ist diese Kürzungspolitik in vielen Bundesländern und Kommunen bereits bittere Realität. Gelder für Bildung, Soziales, Teilhabe, Kultur und den klimagerechten Umbau von Städten und Landkreisen fallen dem Rotstift zum Opfer. Auch in Berlin setzt der schwarz-rote Senat eine Haushaltspolitik durch, die die soziale Spaltung in der Stadt verschärft und drängende Probleme wie den Mietennotstand nicht angeht. Zugleich wachsen die Vermögen der superreichen Multimillionär*innen und Milliardär*innen ungebremst immer weiter.
Mit Elif Eralp und Ulrich Schneider sprechen wir über die aktuellen marktradikalen Angriffe und Alternativen im Bund und in Berlin, etwa über gezielten Druck für die Reaktivierung einer Vermögensteuer, die laut einer neuen Studie im Auftrag u. a. der Rosa-Luxemburg-Stiftung allein für die Hauptstadt jährlich bis zu 5,6 Milliarden Euro an Mehreinnahmen einbringen könnte.
Mit Elif Eralp, MdA Die Linke und Ulrich Schneider, Soziallobbyist
Moderiert von Eva Völpel
Politischer Gender Gap
Inwiefern lässt sich Antifeminismus als Einfallstor für rechtes, autoritäres Gedankengut deuten?
- Mitwirkende
- Amina Aziz, Emilia Roig, Ole Liebl , Caspar Weimann,
Zwischen den Geschlechtern wächst eine Kluft: Während junge Frauen tendenziell linker werden, driften junge Männer nach rechts – und das weltweit. Auch in Deutschland zeigte sich dieser Trend bei der letzten Bundestagswahl in alarmierender Deutlichkeit: Unter den 18- bis 24-jährigen Männern wurde die AfD stärkste Kraft, unter den gleichaltrigen Frauen war es Die Linke.
Wie konnte sich der „Politische Gender Gap“ in den letzten 10-15 Jahren derart zuspitzen? Welche Rolle spielen antifeministische Narrative, die Männer als „Opfer“ gesellschaftlicher Veränderungen inszenieren und zugleich aggressive Feindbilder gegen Frauen, queere und migrantische Communities produzieren – wie sie etwa in der Manosphere und von maskulinistischen Influencern verbreitet werden? Inwiefern lässt sich Antifeminismus als Einfallstor für rechtes, autoritäres Gedankengut deuten? Und was braucht es, um junge Männer zu erreichen – und sie für linke, progressive und feministische Ideen zu begeistern?
Diskussion mit Emilia Roig, Ole Liebl und Caspar Weimann
Moderiert von Amina Aziz
Über Klasse schreiben
Nützt der Hype dem Klassenkampf?
- Mitwirkende
- Lena Krebs, Miriam Davoudvandi , Mesut Bayraktar,
Autobiografische Erzählungen über das Aufwachsen in einer Klassengesellschaft erleben derzeit große Aufmerksamkeit. Sie brechen mit dem Mythos des autonomen Ichs, indem sie ein Selbst entwerfen, das erst in Beziehung zur Gesellschaft entsteht. Welche Herausforderungen sind mit dem autobiografischen Schreiben über Klasse und Armut verbunden? Wie gehen Autor*innen damit um, wenn ihr Leben zur Projektionsfläche wird? Und was lässt sich politisch gewinnen, wenn Erfahrungen sozialer Verletzbarkeit lesbar werden?
Diskussion mit Miriam Davoudvandi und Mesut Bayraktar
Moderiert von Lena Krebs
Imperiale Unordnung
Geopolitische Brüche, Völkerrecht und Aufgaben der internationalen Linken
- Mitwirkende
- Pauline Jäckels, Merle Groneweg, Alexandra Sitenko, Belén Díaz, Sukayna El-Zayat,
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen verweisen auf eine tiefgreifende Neuordnung des internationalen Systems. Der US-Angriff auf Venezuela steht exemplarisch für eine veränderte imperiale Praxis: Gewalt wird zunehmend offen eingesetzt, ohne menschenrechtliche Legitimation. Bestehende Machtverhältnisse treten damit unverhüllt zutage. Das Panel nimmt diesen Angriff zum Anlass, grundlegende Fragen zur Transformation der Weltordnung zu diskutieren: Welche Bedeutung haben Völkerrecht und multilaterale Institutionen unter Bedingungen offener Machtpolitik noch? Entsteht eine neue multipolare Ordnung – oder verschärfen sich lediglich bestehende imperiale Strukturen? Welche Spielräume bleiben Staaten des Globalen Südens?
Im Mittelpunkt stehen zudem linke Perspektiven: Welche Aufgaben, Strategien und Formen transnationaler Solidarität sind in Zeiten imperialer Konkurrenz und kriegerischer Eskalation möglich? Die Veranstaltung soll Orientierung in einer Phase globaler Umbrüche geben.
Diskussion mit Alexandra Sitenko, Merle Groneweg, Sukayna El-Zayat und Belén Díaz
Moderiert von Pauline Jäckels
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