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Audio, : Wo der Computer entscheidet, was verdächtig ist: Der Hansaplatz in St. Georg

Eine Podiumsdiskussion zu Überwachungstechnologien und Sozialer Kontrolle

Wichtige Fakten

Details

Vom Südkreuz in Berlin bis zum Hansaplatz in Hamburg – die klassische Videoüberwachung
im öffentlich zugänglichen Raum wird zunehmend auch mit Algorithmen ausgestattet, die zur
automatischen Erkennung „verdächtigen Verhaltens“ dienen soll. Eingesetzt werden dabei vor
allem sogenannte Beobachtungstechnologien, also Technologien, die als Mittel für soziale
Kontrolle genutzt werden können. Mittels Bewegungsmuster- und Gesichtserkennung werden
Menschen und ihr Verhalten digital erfasst und auf "Unregelmäßigkeiten" überprüft.
Doch: KI-gestützte Überwachungstechnologien beobachten nicht nur, sie identifizieren
(bspw. am Südkreuz) und/oder bewerten menschliche Handlungen danach, ob sie als
„verdächtig“ gelten können (bspw. am Hansaplatz). Was Algorithmen als „verdächtiges“
Verhalten bewerten, erscheint als besonders objektiv und neutral. Dabei weisen diese
Techniken sowohl eine hohe Fehlerquote als auch eine diskriminierende Verzerrung auf.
Bevorzugt eingesetzt werden sie gegenüber Personengruppen, die als irregulär
wahrgenommen werden, wie Obdachlose oder Drogennutzer:innen. Aber auch in
Fußballstadien wird der Einsatz automatisierter Erkennungssysteme diskutiert und teils
umgesetzt, wie das Beispiel Kopenhagen zeigt.

Die Veranstaltung diskutiert wie sicherheitspolitische Debatten um den „gefährlichen“ Ort St.
Georg, sozialpolitische Verdrängungsdynamiken und die Einführung von Systemen der
Überwachung miteinander einhergehen. Wie ist die Situation am Hansaplatz derzeit konkret?
Werden die algorithmisierten Überwachungstechnologien auf andere Bereiche, wie die
Überwachung der wöchentlichen Großveranstaltungen der Fussballbundesligen, ausgeweitet?
Welche Konsequenzen sind besonders für politische Akteure zu befürchten?

In Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk Sicherheit & Polizei, der
Braun-Weißen Hilfe (www.braunweissehilfe.de/) und dem Kollektiv Café Libertad (www.cafe-libertad.de/).

Diskussionsveranstaltung mit Nathalie Meyer (Linksfraktion Hamburg), Matthias Marx (Chaos Computer Club), Gudrun Greb (Ragazza e.V.) und Peter Ullrich (TU Berlin, Soziologe und Kulturwissenschaftler).

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung.

Veranstaltungswebseite:
www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/GVJHE

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