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Video, : Jule Govrin: „Universalismus von unten. Eine Theorie radikaler Gleichheit“

Sebastian Friedrich im Gespräch mit Friederike Beier und der Autorin, „linksbündig“ Buchpremiere

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In diesen düsteren Zeiten scheint Gleichheit ein fernes Ziel zu sein. Doch je mehr antiegalitäre, autoritäre Politiken danach trachten, die Menschenrechte abzuschaffen, umso drängender ist es, sie zu verteidigen. Gleichermaßen braucht es eine linke Kritik am Universalismus der europäischen Aufklärung, die dessen emanzipativen Gehalt ernstnimmt und radikalisiert.

Jule Govrins neues Buch bietet eine Theorie der radikalen Gleichheit und des Universalismus von unten, begreift Gleichheit und Universalismus als widerständige Praktiken, die auf Differenz aufbauen. Ihre Spuren finden sich und in den sozialen Kämpfen und Protestbewegungen.

In diesem Unterfangen bilden Körper in ihrer Verbundenheit und Verwundbarkeit den sozialphilosophischen Ausgangspunkt. Obwohl wir alle verwundbar sind, ist Verwundbarkeit ungleich verteilt. Wie aber lässt sich Ungleichheit ausgehend von Körpern denken? Anhand von Schulden- und Austeritätspolitiken untersucht Jule Govrins sozialphilosophische Studie, wie Menschen durch Formen der differentiellen Ausbeutung ungleich gemacht werden. Und sie begibt sich auf die Suche nach gelebter Gleichheit in der Gegenwart. Gleichheit erscheint so nicht als abstraktes Ideal, sondern als kontingente, prekäre Praxis, die die Sorge umeinander in den Vordergrund stellt. In solidarischen Gefügen und egalitären Körperpolitiken blitzt ein Universalismus von unten auf.

Jule Govrin ist Philosophin und politische Autorin. Derzeit ist sie Gastprofessorin für Philosophin an der Universität Hildesheim. Zu Ihren Büchern zählen „Begehren und Ökonomie. Eine sozialphilosophische Studie“ (de Gruyter 2020), „Politische Körper. Von Sorge und Solidarität“ (Matthes & Seitz 2022) und „Begehrenswert. Erotisches Kapital und Authentizität als Ware“ (Matthes & Seitz 2023). Das Buch Universalismus von Suhrkamp (erscheint am 13.1. 2025).

Friederike Beier ist Postdoc am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin und Herausgeberin und Autorin der Bücher „materializing feminism“ und „Materialistischer Queerfeminismus. Theorien zu Geschlecht und Sexualität im Kapitalismus“ bei Unrast.

Moderation: Sebastian Friedrich, Sozialwissenschaftler, Journalist und Publizist.

In Kooperation mit Suhrkamp.

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