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Die Wohnungskrise ist eine zentrale soziale Konfliktlinie der Gegenwart. Wohnkosten beanspruchen einen immer größeren Anteil des Einkommens und bestimmen zugleich den Zugang zu städtischer Infrastruktur, Bildung und Arbeit. Für viele Menschen bedeutet dies nicht nur ökonomischen Druck, sondern auch den Verlust von Stabilität, Planbarkeit und sozialer Verankerung im Alltag. Steigende Mieten führen so zu einer schleichenden Einschränkung sozialer Handlungsspielräume und nicht selten zur direkten Verdrängung.
Der Berliner Mietendeckel war ein Hoffnungsschimmer für viele und ein Aufreger für Immobilienlobby und konservative Politik. Nach seiner Einführung 2020 fielen Mieten zum ersten Mal seit Jahren, Mieter*innen wurden entlastet, Wohnen wieder planbarer. Doch das Bundesverfassungsgericht stoppte das Gesetz. Nicht wegen seines Inhalts, sondern wegen fehlender Bundeskompetenz.
Seitdem ist die Debatte nicht verschwunden, sie ist dringlicher geworden. Studien belegen die Wirksamkeit des Mietendeckels. In Umfragen sprechen sich stabile Mehrheiten dafür aus. Trotzdem blockieren politische Mehrheiten in Bund und Ländern einen bundesweiten Mietendeckel. Wie also weiter? Welche politischen Rahmenbedingungen prägen die Kämpfe vor Ort und welche kreativen Formen des Widerstands entstehen daraus?
Gemeinsam wollen wir strategische Perspektiven entwickeln, Handlungsmöglichkeiten ausloten und erfahren, wie erfolgreiche Kämpfe um bezahlbaren Wohnraum aussehen können.
Mit:
- Caren Lay (MdB, Die Linke): wohnungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, setzt sich seit vielen Jahren für Mieter*innenschutz, Regulierung des Wohnungsmarktes und einen bundesweiten Mietendeckel ein.
- Isabella Rogner (Deutsche Wohnen & Co enteignen): Aktivistin der Berliner Mietenbewegung, kämpft für die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne und für Wohnraum als Gemeingut statt Profitquelle
- Johannes Schorling (Kiezprojekt Berlin): Stadtteilaktivist im Bereich des Community Organizing, mit Fokus auf dem Aufbau der Selbstorganisation von Mieter*innen. Engagiert im Kampf gegen Verdrängung und für den Erhalt bezahlbarer Nachbarschaften.
- Paulina Domke (Mietendeckel jetzt!): Aktivistin im Kampf für einen bundesweiten Mietendeckel, wirksamen Mieter*innenschutz und die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne.
- Sebastian Bachmann (Pankow gegen Verdrängung): Aktivist und Organizer zum Thema Mieten und Wohnen. Seit Jahren unterstützt er Nachbar*innen bei der Selbstorganisation von Hausgemeinschaften und im gemeinsamen Widerstand gegen Verdrängung.
Moderation:
- Franziska Heinisch: Campaignerin und Aktivistin, arbeitet zu Wohnungspolitik und sozialen Bewegungen, engagiert sich in Klima- und Arbeitskämpfen
- Stefan Thimmel: Referent für Mieten-, Wohnungs- und Stadtpolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung


