Zum Hauptinhalt springen

Video, : Uns steht ein hartes Programm ins Gesicht

Ein Abend über Fußball, Gewalt, Nationalismus und Hoffnung

Wichtige Fakten

Details

Anekdoten aus dem Weltreich des Fußballs gibt es unzählige. Im Falle des sozialistischen Jugoslawien heben sich insbesondere zwei ganz besonders hervor.

Die eine besagt, dass der blutige Bürgerkrieg hätte verhindert werden können, hätte Jugoslawien doch nur die Weltmeisterschaft in Italien gewonnen – ein Turnier, dass für die „Blauen“ in der Tat nur äußerst unglücklich und im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien zu Ende ging. 

Die andere besagt, dass das Ende Jugoslawiens mit dem nur knapp zwei Monate zuvor angesetzten Ligaspiel zwischen Dinamo Zagreb und Roter Stern Belgrad besiegelt wurde. Aufgrund schwerer Ausschreitungen zwischen Hooligans aus beiden Lagern konnte das Spiel nicht angepfiffen werden. Der Zagreber Fußballprofi und spätere Milan-Star Zvonimir Boban lieferte mit seinem Kung-Fu-Tritt gegen einen Polizisten ein ikonisches Bild des kroatischen Nationalismus. Der amtierende serbische Staatspräsident Aleksandar Vučić rühmt sich, damals ebenfalls dabei gewesen zu sein.

Mittendrin statt nur dabei war immer schon auch Željko Raznatović, genannt „Arkan“. Ein Roter-Stern-Hooligan und Krimineller, der während des Bürgerkriegs als Kriegsverbrecher und Kommandant der sogenannten „Arkan-Tiger“ zur Berühmtheit wurde, eine bekannte Schlagersängerin heiratete und später auch zum Besitzer eines bis dato irrelevanten Fußballvereins avancierte, der es – nicht sonderlich überraschend – zur serbischen Meisterschaft brachte.

Über all das werden wir mit Frank Willmann und Barbi Marković sprechen. Frank Willmann ist regelmäßiger Kolumnist der sozialistischen Tageszeitung „nd“, Mitglied der Akademie für Fußballkultur sowie u.a. Autor des von der Kritik gefeierten Buches „Der Pate von Neuruppin“. Sein jüngstes Buch „Balkanblut. Leben und Sterben des serbischen Mafiosos und Warlords Arkan“ bildet einen der beiden Anlässe für unser Gespräch. Den anderen Anlass bildet Barbi Marković`s „Piksi-Buch“. Betitelt in Anlehnung an den legendären Spielmacher der jugoslawischen Fußballnationalmannschaft Dragan Stojković, behandelt es nicht so sehr den Fußball, als vielmehr seine gesellschaftlichen und kulturellen Nebengeräusche. Das „Piksi-Buch“ erhielt 2025 den von der Deutschen Akademie für Fußballkultur verliehenen Preis für das Fußballbuch des Jahres.

Weitere Inhalte zum Thema

Wird Ungarn jetzt demokratisch, Lili Vankó?

: Podcast 23.04.2026

Felix Jaitner spricht mit Lili Vankó über die Wahlen in Ungarn, die Ära Orbán und die künftige…

Russlands Gewerkschaften unter Druck

: Analyse 22.05.2026

Die staatliche Repression erreicht jetzt auch die russischen Gewerkschaften. Können sie in Putins…

Antikolonialer Etikettenschwindel

: Analyse 22.04.2026

Wie Moskau den afrikanischen Antiimperialismus für seine Ziele instrumentalisiert.