Mode.Macht.Menschen

Eine dokumentarisch erzählte Webserie über die Textil- und
Bekleidungsindustrie in Kambodscha

The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen (Episoden 1-8)

Rund ein fünftel der Bevölkerung Kambodschas arbeitet in der Textil- und Bekleidungsindustrie – oft unter prekären Arbeitsbedingungen und unfairen Löhnen. Doch was bedeutet die «Mode machen» für die Menschen in Kambodscha, deren Arbeit hauptsächlich auf den Export in den globalen Norden ausgerichtet ist?

Das Dokumentarfilmprojekt MODE.MACHT.MENSCHEN von Regisseur Patrick Kohl und der Rosa-Luxemburg-Stiftung begleitet den Fashion-Blogger Willy Iffland und die Journalistin Helen Fares nach Kambodscha, wo die beiden auf Arbeiter*innen, Fabrikbesitzer*innen und Gewerkschaftsaktivist*innen treffen, die sich für faire Löhne, Meinungs- und Versammlungsfreiheit und sichere Arbeitsbedingungen einsetzen. Damit gewährt der Film vielseitige und intime Einblicke in die lokale Textil- und Bekleidungsindustrie und diskutiert nicht nur unternehmerische Sorgfaltspflichten in globalen Lieferketten, sondern ebenso Zeitgeist-Themen wie Egoismus und Konsum im aktuellen Kapitalismus, Feminismus und Nachhaltigkeit.

Der Dokumentarfilm wird ab dem 11. November 2020 episodenweise hier auf unserem Youtube- Kanal veröffentlicht.

Mehr Infos: Web | Facebook | Instagram

The Conscience of Clothing – Trailer

Der Dokumentarfilm von Regisseur Patrick Kohl und der Rosa-Luxemburg-Stiftung begleitet den Fashion-Blogger Willy Iffland und die Journalistin Helen Fares nach Kambodscha, wo die beiden auf Arbeiter*innen, Fabrikbesitzer*innen und Gewerkschaftsaktivist*innen treffen, die sich für faire Löhne, Meinungs- und Versammlungsfreiheit und sichere Arbeitsbedingungen einsetzen.

Er wird ab dem 11. November 2020 episodenweise hier auf dem Youtube- Kanal der Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlicht.

Mehr Infos: https://mode-macht-menschen.com 
Instagram: @mode.macht.menschen
YouTube: YouTube-Playlist

Episode 1 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

9:41

Endlich ist es soweit! Wir sind sehr glücklich, euch heute die ersten drei Episoden unseres Dokumentarfilms #modemachtmenschen zeigen zu können.

Was ist das Ziel von #modemachtmenschen? Wir möchten gerade denjenigen von euch einen Einstieg in die Thematik ermöglichen, die sich noch nicht sehr umfassend mit der Frage beschäftigt haben, wo unsere Kleidung eigentlich herkommt.

Unsere beiden Protagonist*innen Willy und Helen begegnen in jeder neuen Episode, die wir ab jetzt jeden Mittwoch veröffentlichen, Menschen aus Kambodscha, die ganz unterschiedliche Berührungspunkte mit der Produktion in der Modebranche haben und uns ihre Geschichte erzählen. Dabei versuchen wir bewusst nicht zu moralisieren, sondern ehrlich, offen und auf Augenhöhe in den Dialog zu gehen und zu lernen.

In Episode 1 lernen Helen und Willy Kambodschas Vergangenheit etwas besser kennen. Helen schaut sich in den Tempelanlagen von Angkor Wat um und lernt die reiche Geschichte der ehemaligen Hochkultur kennen. Willy macht sich mit den schrecklichen Schattenseiten der jüngeren Vergangenheit, dem Völkermord der «roten Khmer» vertraut.

Episode 2 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

19:42

Willy lernt unsere Übersetzerin Sineat Yon kennen. Die Journalistin hat früher selbst in der Textilindustrie gearbeitet und führt Willy in die Provinz Kampong Chhnang, wo er die Näherin Ran Ren kennen lernt. Die Kambodschanerin hat auf dem Weg zur Arbeit bei einem schweren Unfall auf einem Transportlaster stehend, einen Arm verloren. Was bedeut so ein Unfall für die Näherin und wie steht es um Kambodschas Transportbedingungen?

Episode 3 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

13:46

Helen reist in die Region Kampot und lernt zuerst Kunthear Mov in ihrem Zuhause kennen. Die Kambodschanerin ist Co-Founderin des ethical-slow fashion Labels DORSU. Danach trifft sich Helen mit Hanna Guy, der zweiten Frau dieser Kambodschanisch-Australischen Freundschaft. Hanna zeigt Helen die kleine, faire Produktionsstätte in Kampot.

Episode 4 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

12:14

In Episode 4 ist Willy in Phnom Penh und besucht Smateria, ein kleines Taschen- und Accessoire-Label aus Kambodschas Hauptstadt. Gegründet von zwei Europäerinnen, die sich vor 20 Jahren in Kambodscha trafen und dort leben, legt Smateria besonderen Wert auf die Rechte der Frauen und stärkt die Arbeitsbedingungen für die vornehmlich weibliche Belegschaft und deren Familien.

Episode 5 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

12:08

In Episode 5 ist Helen im Norden Kambodschas und besucht die mittelgroße Fabrik „Pactics“. Der holländische Besitzer Piet Holten führte Helen durch die Produktionsstätte, die als eine der Vorzeigefabriken (laut ILO) des Landes gilt.

Episode 6 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

15:58

In Episode 6 besucht Willy die ehemalige Gewerkschaftsführerin Chheng Danou und spricht mit ihr über die Vergangenheit, die aktuelle Situation und die Zukunft der Arbeiterreichte des Landes. Danach schaut Willy beim freien Netzwerk CCIM (Cambodian Center for Independent Media) vorbei und spricht mit der Producerin Lim Thida über freie Meinungsäußerung, Rechte und Versammlungsfreiheit in Kambodscha.

Episode 7 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

11:44

In Episode 7 ist Helen in der Provinz Kampong Chhnang und lernt die Näherin Seak Hong kennen. Die beiden Frauen machen einen Ausflug zum Reisfeld der Familie und Helen bekommt einen Einblick in das Familienleben der 33-jährigen. Was heißt es, in Kambodscha, vom Gehalt einer Näherin für die ganze Familie verantwortlich zu sein?

Episode 8 – The Conscience of Clothing – Mode.Macht.Menschen

Dauer

11:34

Epsiode 8 wird 6 Monate später aufgenommen: Helen und Willy sind zurück in Deutschland und wir haben gefragt: Was ist in Gedanken geblieben? Was hat sich verändert? Was möchten sie für die Zukunft angehen?

Drei Millionen Menschen, überwiegend Frauen, und damit ein Fünftel der Bevölkerung Kambodschas arbeiten täglich, um Textilien und Bekleidungsstücke für den Weltmarkt zu produzieren. Ihr Werk macht 70% des gesamten Exportvolumens des Landes aus. Im Dezember 2019 waren Filmemacher Patrick Kohl, Influencer Willy Iffland und Journalistin Helen Fares für einige Wochen in Kambodscha. Sie erfuhren vor Ort, was die Textilindustrie für Kambodscha bedeutet, welche Veränderungen die Menschen vor Ort anstreben und wie sie sich dafür organisieren.

MODE. MACHT. MENSCHEN ist ein durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstütztes Dokumentarfilmprojekt, das im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht wird. Bis dahin kann das Projekt auf Facebook und Instagram verfolgt werden. 

Weitere Informationen unter: www.mode-macht-menschen.com

#whomademyclothes
Das Überangebot an Kleidung besonders in westlichen Ländern und die allgegenwärtige Präsenz von Werbung scheint uns beinahe vergessen zu lassen, wie die Welt hinter der glitzernden Fassade von Fast Fashion aussieht: die Industrie hat einen enormen CO2 Ausstoß, es wird mit hoch giftigen Chemikalien gearbeitet und der Natur werden Unmengen an Rohstoffen entzogen. Aber nicht nur die Umwelt und das Klima leiden unter dem Modell Fast Fashion. Arbeiter*innen in den Fabriken der großen Produzenten werden zu Löhnen unter dem Existenzminimum ausgebeutet und arbeiten meist unter prekären Bedingungen. Sie sind bei den Versuchen sich zu organisieren um bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiten oft Repressalien ausgesetzt und befinden sich stets in einer benachteiligten Verhandlungsposition.

Unser Dokumentarfilm Mode.Macht.Menschen erzählt Geschichten aus der kambodschanischen Textilindustrie. Auf Grund des immer noch fehlenden Lieferkettengesetzes ist es den Arbeiter*innen oft unmöglich sich gegen Menschenrechtsverletzungen an ihren Arbeitsplätzen zu wehren und Schadensersatz einzuklagen. Seit Jahren machen Menschenrechtsorganisationen auf prekäre Arbeitsbedingungen entlang den Lieferketten der Textilindustrie aufmerksam. Trotzdem kam es noch zu keinem politischen Durchbruch mit einem Gesetz, welches Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte in ihren Lieferketten verpflichtet.

Auch die breite gesellschaftliche Sensibilisierung für die Bedingungen unter welchen ein Großteil unserer Kleidung hergestellt wird blieb bisher aus. Mode.Macht.Menschen möchte die Produzent*innen und Konsument*innen näher zusammenbringen. Deswegen haben wir die beiden Influencer*innen Willy Iffland und Helen Fares in Kambodscha ins Gespräch mit Arbeiter*innen, Fabrikbesitzer*innen, Gewerkschaftsaktivist*innen und anderen Akteuren gebracht. Ihre Eindrücke teilen Willy und Helen in unserer Serie mit ihren Follower*innen. Wie wird die Zeit in Kambodscha sie verändern? Wie werden die Begegnungen ihre Einstellung zu Kleidung und Konsum beeinflussen?

  • Produzent Patrick Kohl und Blogger Willy Iffland waren im Januar 2020 zu Besuch bei Radio Fritz und haben über ihre Erlebnisse in Kambodscha und ihre Motivation hinter Mode.Macht.Menschen gesprochen, das Interview kann auf der Facebookseite des Projekts nachgehört werden.

Ländersteckbrief Kambodscha

Kambodscha wird in der Region als Kampuchea bezeichnet - und offiziell als Königreich Kambodscha - und ist ein südostasiatisches Land, das im Nordwesten an Thailand, im Nordosten an Laos und im Osten an Vietnam grenzt. Das Klima ist tropisch und mitunter regnerisch. Zur ethnischen Mehrheit gehören die Khmer (97,6%), ferner zählen zu den ethnischen Minderheiten Cham (1,2%), Vietnamesen (0,1%), Chinesen (0,1%) und 30 unterschiedliche Bergvölker. Offiziell sind 97% der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. Wirtschaftlich spielt der Kleidungs- und Textilsektor in Kambodscha, der 68% des Gesamtexports ausmacht(2017), eine große Rolle für das Wirtschaftswachstum. Dabei gehören vor allem die USA und EU-Länder zu den Hauptabsatzländern.

Unabhängigkeitstag: 9. November 1953

Offizielle Amtssprache: Khmer

Anerkannte Verkehrssprachen: Englisch, Französisch

Hauptstadt: Phnom Penh

Politisches System: Parlamentarische Wahlmonarchie

Fläche: 181.035km2

Einwohner*innendichte: 90/km2 (Zensus 2019)

Einwohner*innenzahl: 15.288.489 (Zensus 2019)

Durchschnittsalter: 26 Jahre (25 J. Männer/ 27 J. Frauen)

Altersstruktur:
0-14 Jahre: 30,18%
15-24 Jahre: 17,28%
25-54 Jahre: 41,51%
55-64 Jahre: 6,44%
65+ Jahre: 4,59%

Mindestlohn: 190 $ (2020)

Geschätzter existenzsichender Mindestlohn: 480 $ (2017)

Durchschnittseinkommen pro Monat in der Hauptstadt Phnom Penh: 270,00 $ (2019)

Wichtige Wirtschaftssektoren: Landwirtschaft (Reis, Gummi, Mais, Gemüse, Maniok, Seide), Tourismus, Bekleidung und Textilien, Bauwesen, Reismahlerei, Fischerei, Holz, Gummi, Zement, Edelsteinabbau.

Beschäftigte im Textilsektor: 700.000 Beschäftigte (80% Frauenanteil)

Ein paar Eindrücke der Dreharbeiten...