Nachricht | International / Transnational - Nordafrika Nahost-Dossier

Dokumentation von Publikationen und Veranstaltungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Konflikt im Nahen Osten.

Kein anderer internationaler Konflikt wird so kontrovers und emotional in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit seitens der gesellschaftlichen und organisierten Linken diskutiert wie der Konflikt um Israel und Palästina. Die Konfliktlinien im Nahen Osten erscheinen allzu gefestigt, was wiederum zu einfachen Antworten und generalisierenden Schlussfolgerungen verleiten kann. In der Realität stellt sich der Konflikt allerdings als vielschichtiger und komplexer dar, als es die Diskussionen in der politischen Linken hierzulande bisweilen nahelegen.

Vor diesem Hintergrund ist der Nahostkonflikt auch ein wichtiges Thema für linke politische Bildungsarbeit. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung entwickelt deshalb gegenwärtig ein systematisches Bildungsangebot zum Thema mit dem Ziel, Basiswissen und vertiefende Diskurse rund um den Konflikt im Nahen Osten zu vermitteln und zu ermöglichen. Hierzu werden methodische und inhaltliche Zugänge erarbeitet, die eine sachlich fundierte und wissenschaftlichen Kriterien entsprechende Annäherung und Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen sollen. Das Angebot soll dabei besonders der Komplexität des Konfliktszenarios sowie dem Pluralismus an Standpunkten im politischen und gesellschaftlichen Umfeld der Stiftung Rechnung tragen.

Das hier zum Download angebotene Dossier dokumentiert das vorläufige Ergebnis einer ersten Bestandsaufnahme der Veranstaltungsaktivitäten im bundesweiten Verbund der Rosa-Luxemburg-Stiftung seit 2008. Das Dossier soll langfristig als kommentierte Quellen- und Textsammlung um einen inhaltlichen Teil erweitert werden.

Das bisher zur Verfügung stehende Material ermöglicht zuvorderst Aussagen zu Veranstaltungsorten, Themen und ihrer Häufigkeit. Mit der qualitativen, d. h. inhaltlichen und methodisch-didaktischen Auswertung der Veranstaltungen wurde begonnen. Ein erster Blick in die Veranstaltungsübersicht lässt eine gewisse Naturwüchsigkeit und damit zuweilen einhergehende Unausgewogenheit bei der thematischen Schwerpunktsetzung erkennen. Diese Feststellung ist an sich zunächst einmal nicht kritikwürdig. Gleichwohl fällt auf, dass unseres Erachtens wichtige Themenbereiche bislang deutlich unterrepräsentiert sind; die Perspektive durch ein ergänzendes Angebot mithin erweiterungsfähig ist. Die rund 100 verzeichneten Veranstaltungen konzentrieren sich überwiegend auf Innenansichten der israelischen Gesellschaft (Gesellschaftsanalyse und Kritik) oder rückten die Geschichte der Staatsgründung aus israelischer Perspektive in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die palästinensische Perspektive wurde vergleichsweise selten berücksichtigt. Hier wären ergänzende Angebote von Bedeutung, die etwa die verhinderte palästinensische Staatsgründung oder die Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft problematisieren.

Mit diesem Dossier, das einen Überblick ermöglicht und Zusammenhänge der Veranstaltungsplanung zwischen den einzelnen RLS-Landesstiftungen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf Bundesebene herstellen soll, erhoffen wir uns mittelfristig eine selbstregulierende Kraft im Sinne einer zunehmend ausgewogenen Veranstaltungsplanung der politischen Bildner/innen aus unseren Reihen sowie unserer Partner/innen.

RLS_Nahost-Dossier_2008-2010.pdf 

Publikationen zum Thema Naher Osten