Nachricht | Staat / Demokratie - Parteien / Wahlanalysen - International / Transnational - Europa - Europa / EU - Frankreich-Wahl 2017 «France Insoumise»

Das «unbeugsame Frankreich» demonstrierte am 18. März 2017 in Paris für eine Einheit der zersplitterten Linken. Eine Audioreportage mit Stimmen von Teilnehmenden.

«Marche pour la 6e République» - Demonstration von Jean-Luc Mélenchon am 18. März 2017 in Paris
«Marche pour la 6e République» - Demonstration von Jean-Luc Mélenchon am 18. März 2017 in Paris Foto: Julien Mechaussie

Unser Autor Julien Mechaussie hat für uns die Stimmung auf der großen Demonstration von Jean-Luc Mélenchon (Präsidentschaftskandidat der Parti de Gauche) und der Bewegung «France insoumise» (Das unbeugsame Frankreich) vom 18. März 2017 eingefangen: über 100.000 Menschen liefen in Paris von der Bastille zum Place de la République.

Julien Mechaussie ist französischer Journalist und Korrespondent, u.a. für Radio France Internationale, Deutsche Welle und die Gruppe So Press. Er ist Autor des Textes «Die französische Linke – eingekeilt zwischen Sozialisten und Front National» in unserem Dossier zur Frankreich-Wahl 2017.

«La France Insoumise» - Audioreportage #1 zur Frankreichwahl 2017

Mitwirkende

Julien Mechaussie,

Dauer

4:11

Unser Autor Julien Mechaussie hat die Stimmung auf der großen Demonstration von Jean-Luc Mélenchon (Präsidentschaftskandidat der Parti de Gauche) und der Bewegung «La France insoumise» (Das unbeugsame Frankreich) vom 18. März 2017 eingefangen: Über 100.000 Menschen liefen in Paris von der Bastille zum Place de la République.

Übersetzung O-Töne

0’19 – 1’13
«Hallo, mein Name ist Annie. Ich bin Gewerkschaftlerin und auch Oma. Ich habe vier Enkelkinder. Ich bin heute hier, um ein Projekt zu unterstützen, das endlich für die ArbeiterInnen dieses Landes gedacht ist - aber auch für alle diejenigen, die nicht arbeiten. Wir haben in Frankreich extrem viele Arbeitslose. Ich möchte auch die Genossen und Genossinnen von Die Linke in Deutschland grüßen. Es sind Leute, die wir schätzen. Wir brauchen dringend eine echte linke Partei an der Macht in Frankreich. Zusammen mit der Bewegung der Insoumis, der kommunistischen Partei und der Front de Gauche müssen wir dieses Ziel erreichen. Wir müssen diesen Zusammenschluss schaffen. Mit Benoît Hamon und der sozialistischen Partei heute geht es gar nicht. Die Sozialisten müssen sich uns anschließen und nicht das Gegenteil. Sonst bekommen wir wieder 5 Jahre Sozialisten an der Macht und das bedeutet der Front National vor den Toren der Macht.»
 
1’32 – 2’01
Gilbert Grappe, Rentner: «Was uns wirklich Angst macht, ist der Aufstieg des Front National. Das ist extrem schlimm. Diese Partei bedeutet Jagd auf Einwanderer. Und diese Familie ist nichts anderes als ein Clan. Sie will über das Land herrschen. Wenn es leider so weit kommt, wird es nicht auszuhalten sein.»
 
2’11 – 2’49
«Ich bin Christian Leveques und ich lebe in Arcueil bei Paris. Die sechste Republik ist uns sehr wichtig. Damit werden die Karten neu gemischt. Ein neues System würde eine neue Verteilung der Macht bedeuten – z.B. die Möglichkeit, jemanden aus seinem Amt zu entlassen. Nehmen wir diese Geschichte von François Fillon: Wenn so etwas in Norwegen oder Schweden passiert wäre, hätte er nicht mal einen Tag politisch überlebt. Aber wir sind in Frankreich. Kein Problem: Er bleibt und kandidiert für das Amt des Präsidenten der Republik... man glaubt zu träumen!»
 
3’03 – 3’55
«Mein Name ist Anaïs. Ich bin eine junge Kommunistin. Ich bin heute hier, um mit allen zu demonstrieren, die dazu aufrufen für Mélenchon bei der Präsidentenwahl zu stimmen. Es ist wichtig, hier zu sein. Wir vertreten unsere politische Couleur. Als junge Kommunisten haben wir auch ein Programm, Vorschläge, ein Projekt für die Jugend. Wir haben Lösungen für die Probleme, mit denen die Jugend, die Studenten, die Arbeitslosen, die sozial Schwachen konfrontiert sind. Deshalb ist es wichtig hier zu sein: Wir wollen zeigen, dass wir Vorschläge haben und dass Jean-Luc Mélenchon ein gutes Wahlprogramm hat. Natürlich möchten wir, dass dieses Programm noch radikaler wird. Es gibt deshalb einige Meinungsverschiedenheiten zwischen der kommunistischen Partei und der France insoumise. Aber Jean-Luc Mélenchon berücksichtigt die Probleme der Jugend und es gehört zu  den Gründen, weshalb wir dazu aufrufen, für ihn zu stimmen ...»