Nachricht | International / Transnational - Afrika - Nordafrika - Rosa-Luxemburg-Stiftung Neue Leitung in Tunis

Vom 20. bis 22. November 2017 fand in Tunis die offizielle Übergabeveranstaltung für die neuen Programm- und Büroleiterinnen der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tunis statt.

Seit dem 1. September 2017 sind Nadia elOuerghemmi und Ivesa Lübben in Tunis vor Ort, wo sie von ihren Vorgängern Peter Schäfer und Khaled Chaabane die bereits 2014 etablierten Programme des Regionalbüros und der Wissenschaftskooperation Nordafrika übernahmen.

Wir haben die beiden gefragt, mit welchen Gedanken sie in Ihre neue Aufgabe starten.

Ivesa Lübben
Ivesa, was ist deine drängendste Frage an Deinen Vorgänger?
«Kann man als Vegetarier in Tunesien überleben? Und wenn ja, wie?»
Ivesa Lübben, Leiterin des Regionalbüros

Welches wird dein wichtigstes Projekt?

Ich möchte die linken Debatten, die wir mit unseren Partnern führen, Filme und Ausstellungen, die wir fördern, in Deutschland bekannt machen. Ich möchte Bewegungen in Nordafrika – sei es gegen Freihandelsabkommen oder zur Unterstützung von Migranten -  mehr mit Bewegungen in Europa vernetzen.

Was an Deutschland wirst Du auf keinen Fall vermissen?

Das schlechte Wetter, die AfD, die grimmigen Gesichter in der Straßenbahn morgens auf dem Weg zur Arbeit. Trotz der großen Probleme der meisten Menschen in Nordafrika wird man in der U-Bahn in Kairo oder der Straßenbahn in Tunis und Rabat immer wieder mit freundlichem Lächeln bedacht.

Auf welchen Ort in Nordafrika freust Du Dich?

Das ist schwer zu sagen. Ich kenne alle Länder, in denen wir bislang mit Partnern arbeiten ziemlich gut. Und jedes hat seine ganz eigenen, schönen Seiten. Aber vielleicht freue ich mich ganz besonders auf die Möglichkeit, den Aufbau möglicher Projekte in Algerien und Libyen – und wenn es klappt auch im Sudan – zu beginnen. Das sind die Länder in Nordafrika, die ich am wenigsten kenne. Und da ich immer gerne immer wieder neues entdecke, bin ich sehr gespannt.

Nadia elOuerghemmi
Nadia, was ist deine drängendste Frage an Deinen Vorgänger?
«Hat er wirklich im Büro Saxophon gespielt?»
Nadia elOuerghemmi, Leiterin des Programmes Wissenschaftskooperation

Welches wird dein wichtigstes Projekt?

Die stärkere Beteiligung von wissenschaftlichem Nachwuchs an der Arbeit des Programms. Seit Beginn des Projekts wurde ein gutes Kontaktnetz zu Dekanen und Professoren aufgebaut und dieses würde ich gerne ausweiten.

Was an Deutschland wirst Du auf keinen Fall vermissen?

Das graue Wetter. Vor allem jetzt im Winter ist es schön, wenn es zumindest hell wird.

Auf welchen Ort in Nordafrika freust Du Dich?

Da wir ja momentan nur in Tunesien aktiv sind, freue ich mich vor allem auf den Süden des Landes. Obwohl ich Gabes, Tozeur und Medenine kenne, glaube ich, dass es dort noch einiges zu entdecken gibt.