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Nachricht , : Wobblies of the World. A Global History of the IWW; London 2017

Transnationale Gewerkschaft am Beginn des 20. Jahrhunderts

Wichtige Fakten

Details

Peter Cole hat zusammen mit zwei anderen Forschern ein weiteres Buch zur Geschichte der Industrial Workers of the World (IWW) herausgegeben. 2013 erschien die Paperbackfassung seiner Veröffentlichung über die Wobblies (so nennen sich die Mitglieder der IWW) in Philadelphia (USA).

Das neue Buch enthält nach einer Einleitung (S. 1-25) insgesamt 19 Artikel zur Arbeit der IWW vor allem vor 1933. Diese kreisen um die Ereignisse in einzelnen Ländern und um Personen, die in der frühen und gleichzeitigen Hochphase der IWW von der Gründung 1905 bis ungefähr 20 Jahre später global und transnational für diese linksradikale Gewerkschaft tätig waren. Geographisch geht es um Australien, Neuseeland, Südafrika, Schweden, Mexiko, Kanada, Spanien und um verschiedene Grenzregionen (und auch Hafenstädte) v.a. in den USA, die stark von Wanderarbeiter_innen oder Immigration geprägt sind.

Die IWW versteht sich als Teil einer globalen syndikalistischen Bewegung, ist als prägender Teil derselben entstanden. Viele ihrer Militanten kommen aus anderen Ländern als jenen, in denen sie politisch arbeiten, und/oder kehren dann in ihre Geburtsländer zurück, um dort die Anliegen der IWW stark zu machen. Diese Transnationaliät wird im Buch in einzelnen Biographien beispielhaft aufgezeigt. Aber auch die IWW-Mitglieder waren keinesfalls heterogen, und so erscheinen viele Zeitungen der IWW in den Sprachen der Adressat_innen, und damit anderen als den Amtssprachen des jeweiligen Landes: In den USA z.B. die Mehrheit der Titel nicht in englischer Sprache. Dies entspricht dem ausdrücklichen Ziel der IWW, alle Arbeiter_innen zu organisieren, ungeachtet ihrer nationalen Herkunft, ethnischen Zugehörigkeit, ihres Berufes oder Geschlechtes. In nahezu allen Beiträgen werden „agitieren, bilden, organisieren“ als die politischen Prinzipien der IWW und „direkte Aktion“ als Instrument deutlich.

Leider sind dem Buch keine Informationen über die AutorInnen zu entnehmen. Es liefert durch die reichlich aufgeführte Literatur, über die Beiträge selbst hinaus, einen guten Überblick über die diesbezügliche historiographische Forschung. Es ist selbstverständlich keine „Global History der IWW“, sondern ein Sammelband mit Länderstudien und einigen Biographien. Etliche Anregungen für heutige Organisationsarbeit kann es aber trotzdem bieten, Erfahrungen aus der Phase des Beginns des Fordismus können in der seines Endes und Niederganges wieder relevant werden und handlungsmächtig wirken: Ist doch z.B. die (gewerkschaftliche) Organisierung von migrantischen ArbeiterInnen heute einer der größten Herausforderungen für die korporatistisch-sozialdemokratischen Gewerkschaften nicht nur in Deutschland.

Zur Geschichte der Industrial Workers of the World (IWW) in Philadelphia; Interview mit Peter Cole aus 2016 in Sozial.Geschichte Online 19

Peter Cole/David Struthers/Kenyon Zimmer (Hrsg.): Wobblies of the World. A Global History of the IWW; Pluto Press, London 2017, 312 Seiten, Paperback 19,99 £

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