Nachricht | Geschichte - Deutsche / Europäische Geschichte Ein «anderes» Bauhaus in der schwäbischen Provinz?

Die 1968 geschlossene Hochschule für Gestaltung in Ulm ist heute ein vergessenes Kapitel der Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland.

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Unverblendete, weiß gestrichene Ziegelsteine, grau gestrichener Stahlbeton ohne Verputz: Was in den Lernfabriken des westdeutschen fordistischen Sozialstaates der 1970er und 1980er Jahre Augenkrebs erzeugender Standard werden sollte, sorgt 1955 bei der Eröffnung der Hochschule für Gestaltung (HfG) noch für Aufsehen. In Ulm wird einige Tage nachdem in Kassel die erste documenta zu Ende gegangen war, das heute bekannte Gebäude eingeweiht. Die HfG hatte zwei Jahre zuvor, exakt zwanzig Jahre nach der von den Nationalsozialisten erzwungenen Schließung des bauhaus´ 1933 ihren Lehrbetrieb aufgenommen, Wie auch im historischen bauhaus in Dessau war in Ulm nach Plänen des Rektors (Dessau: Walter Gropius; Ulm: Max Bill) extra ein imposanter Neubau errichtet worden.
Im Folgenden wird der Gründungsgeschichte und der Arbeit dieser Hochschule nachgegangen. Die Darstellung der Konflikte an der Schule sowie die der zwischen «der Schule» und Dritten und schließlich des Endes der HfG wird nur gestreift, da diese in der Literatur sehr unterschiedlich interpretiert werden und eine Durchdringung dieser Themen den Rahmen des Beitrages gesprengt hätte.

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Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 1/2018 von Forum Wissenschaft,
der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift des Bund demokratischer WissenschaftlerInnen (BdWi).