Nachricht | Geschichte - GK Geschichte M. Gebhardt: Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen, München 2009

Nina Mackert rezensiert auf HSozKult.

Miriam Gebhardt: Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen. Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert; München 2009

Mackert Schreibt: "In ihrer Studie „Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen“ untersucht Miriam Gebhardt die sich wandelnden Vorstellungen frühkindlicher Sozialisation, ihre Weitergabe und Umsetzung von Expert/innen an Eltern und innerhalb von Familien im 20. Jahrhundert.
Die Arbeit kreist um drei Fragekomplexe, die ich in dieser Rezension hervorheben möchte: Transfer von Wissen, Konzepte von Generation und ein historischer Zugriff auf Handlungsfähigkeit. Dabei setzt sich Gebhardt mit den Schnittstellen von Wissen und Handeln auseinander und ordnet sich implizit in das umkämpfte Terrain ein, auf dem nach dem ‚Eigensinn’
historischer Akteur/innen gesucht wird."
Abschließend meint sie: "Gleichwohl ist der Ansatz originell und wichtig. Miriam Gebhardts Studie liefert ein Beispiel dafür, dass ein neuer Blick auf Gesellschaft möglich ist, wenn scheinbar ‚private’, ‚natürliche’ Praktiken auf ihre gesellschaftliche Konstituiertheit befragt werden. Mit den Elterntagebüchern hat Gebhardt eine neue, aufschlussreiche Quellengattung entdeckt, die hoffentlich weitere Forschungsarbeiten anregt."