| Gesellschaftliche Alternativen - Rosa-Luxemburg-Stiftung Ausschreibung Jörg-Huffschmid-Preis 2021

Die Auszeichnung wird 2021 zum sechsten Mal vergeben. Bewerbungsende: 1.4.2021

In Gedenken an das wissenschaftliche Werk und das gesellschaftspolitische Engagement des kritischen Ökonomen Jörg Huffschmid wird 2021 zum sechsten Mal der nach ihm benannte Preis für herausragende Arbeiten aus dem Feld der Politischen Ökonomie ausgeschrieben. Der Preis soll insbesondere junge Wissenschaftler:innen ermutigen, kritische Forschung im Sinne des Wirkens dieses richtungsweisenden Wirtschaftswissenschaftlers zu betreiben.

Jörg Huffschmid, der im Dezember 2009 im Alter von 69 Jahren gestorben ist, verband in seinen Arbeiten scharfsinnige Analysen mit Kapitalismuskritik und politischer Vernunft. Als einer der Gründer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik und der EuroMemo Gruppe sowie in seinem Wirken im Wissenschaftlichen Beirat von Attac und der Rosa-Luxemburg-Stiftung war sein persönliches, politisches und wissenschaftliches Ziel eine sozial gerechte Gesellschaft – gegen die vermeintliche Alternativlosigkeit des wirtschaftswissenschaftlichen Mainstreams. Diese vier Organisationen schreiben daher den Preis seit 2011 alle zwei Jahre gemeinsam aus.

Eingereicht werden können neben Dissertationen auch Magister-, Master-, Diplom- und Staatsexamensarbeiten in der Kategorie Abschlussarbeiten. Für Dissertationen ist eine Auszeichnung über 1.500 Euro und für Studienabschlussarbeiten ein Preisgeld über 500 Euro vorgesehen. Die Arbeiten sollten sich mit Themen aus dem Feld der Politischen Ökonomie befassen, zum Beispiel:

  • Finanzmarktinstabilität und Maßnahmen zur Regulierung der Finanzmärkte
  • Spielräume der Geldpolitik im Spannungsfeld von Vermögenspreisblasen und verschärftem Währungswettbewerb
  • Probleme der Fiskal-, Handels- und Industriepolitik
  • Arbeitsverhältnisse in transnationalen Produktionsnetzwerken
  • Alternativen zu Austerität und Privatisierung
  • Neuer Imperialismus und geopolitische Konflikte, Militarisierung und Kriegsgefahren
  • Politische Ökonomie der Digitalisierung und des Plattformkapitalismus
  • Themen und Ansätze der feministischen Ökonomie bzw. der Care Economy
  • Folgen der globalen Klimakrise und Probleme des sozial-ökologischen Umbaus
  • Ökonomische und soziale Folgen der globalen Covid-19-Pandemie
  • Widersprüche der Europäischen Integration und damit verbundene Konflikte um Migration, Rechtstaatlichkeit und den „Green Deal“

Dabei ermutigen wir ausdrücklich zur Einreichung disziplinübergreifender Arbeiten, die ökonomische mit sozial- oder politikwissenschaftlichen Ansätzen kombinieren.

Berücksichtigung finden Arbeiten, die seit dem April 2019 an einer europäischen Hochschule in deutscher oder englischer Sprache eingereicht und bewertet wurden. Arbeiten von Beschäftigten der an der Preisverleihung beteiligten Organisationen und Mitgliedern ihrer Beiräte können nicht berücksichtigt werden. Ihre Bewerbung richten Sie bitte vollständig und ausschließlich in elektronischer Form bis zum 1. April 2021 an thomas.sablowski@rosalux.org. Ihrer Arbeit fügen Sie bitte bei:

  • Anschreiben
  • Zusammenfassung im Umfang von 800 Wörtern – in der der Bezug zum wissenschaftlichen Werk von Jörg Huffschmid dargestellt wird,
  • die komplette Arbeit,
  • ein Lebenslauf,
  • und die hochschulischen Gutachten zur Arbeit.

Die Jury des Jörg-Huffschmid-Preises besteht 2021 aus:

Heide Gerstenberger, Wissenschaftlicher Beirat Attac, Universität Bremen

Arno Gottschalk, Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen

Jörg Hafkemeyer, Wissenschaftlicher Beirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Universität der Künste Berlin

Laura Horn, EuroMemo Group, University of Roskilde

Anne Huffschmid, Freie Universität Berlin

Jeremy Leaman, EuroMemo Group, Loughborough University

Birgit Mahnkopf, Wissenschaftlicher Beirat Attac, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Thomas Sablowski, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Mechthild Schrooten, Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Hochschule Bremen

Beratend arbeiten Bärbel Rompeltien und Rainer Rilling (Fellow der Rosa-Luxemburg-Stiftung) in der Jury mit.

Die Preisverleihung ist November 2021 in Bremen geplant.

Kontakt und weitere Informationen:

Thomas Sablowski, thomas.sablowski@rosalux.org