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Wohnungsnot, Wasserkrise, Zweiklassengesellschaft - Eine kritische Fotoreportage aus Israel

Israel in Bildern – Topographie des Alltags
Israel in Bildern Touristin in Jerusalem, Foto: Daniel Tchetchik

Der Fotograf Daniel Tchetchik hält die unzähligen Probleme, mit denen sich die Bevölkerung in Israel konfrontiert sieht, auf einzigartigen Fotos fest und zeigt vor den Wahlen, dass die Regierung Fehlentwicklungen seit Jahren stiefmütterlich behandelt.

Die Stimmung in Israel im Jahr 2019 jenseits der Aufgeregtheit medialer Momentaufnahmen bewaffneter Auseinandersetzungen und Wahlparolen einzufangen ist eine Aufgabe, die dem Fotografen Daniel Tchetchik wie auf den Leib geschnitten ist. Der Redakteur des Fotografie-Blogs der israelischen Qualitätszeitung Haaretz hält seit 2008 die sich verändernde Landschaft in Israel fotografisch fest. Durch seine fotografische Sprache wird ein Land der Widersprüche und Kehrtwendungen, der fragmentarischen Alltagsmomente sichtbar, in dem in jeder Ecke das Politische zum Vorschein kommt - sei es in einem metaphorischen Sonnenuntergang am austrocknenden Toten Meer, in der Schizophrenie der Naturgebiete Israels, die sowohl Truppenübungen der israelischen Armee als auch Familienausflügen dienen, in der israelischen Flagge, die auf dem Zelt eines Obdachlosen flattert, oder in der Gruppe von Menschen unterschiedlicher Herkunft in der Warteschlange vor einem prächtigen Geldautomaten in einem randständigen Städtchen. In diesen Bildern sind Drama und Spannung zu spüren, nicht immer vordergründig, nicht immer mit Kanonendonner, sondern hintergründig, in der kontinuierlichen Erosion des Alltags.


Fotos: Daniel Tchetchik
Text: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel
 

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