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Marcus Eckelt: Theoretische Schlüsse aus der Rekonstruktion der Entwicklung des Deutschen Qualifikationsrahmens – Geförderte Dissertationen

Sind Abschlüsse in Berufsbildung, Allgemeinbildung und Hochschulbildung vergleichbar? Ist die Chancengleichheit in der Bildung Realität? Die Untersuchung analysiert die Arbeit, die Ziele, die Kompromisse und die Interessen der Mitglieder des Arbeitskreises Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR). Ausgehend von der gesellschaftspolitischen Bedeutung der Berufsbildung untersucht der Autor den DQR-Prozess als soziales Phänomen. Auf der Basis leitfadengestützter Interviews zeichnet er einen Aushandlungsprozess mit weitreichenden Konsequenzen nach, der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde.

Im Zentrum der Forschungsarbeit stehen der Entstehungsprozess von Berufsbildungspolitik und das Ringen um die Bedeutung der gefundenen Kompromisse. Die Rekonstruktion der DQR-Arbeit macht sichtbar, wie soziale Ungleichheit in Bildungsabschlüssen durch die Zuweisungsfunktionen des Bildungssystems politisch verarbeitet wird. Das Ergebnis zeigt, wie sich politisches Selbstverständnis schrittweise verändert und neuen gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung trägt, wie z. B. der Frage nach der Integration benachteiligter Personen in den Arbeitsmarkt.

Marcus Eckelt

Zur sozialen Praxis der Berufsbildungspolitik
Theoretische Schlüsse aus der Rekonstruktion der Entwicklung des Deutschen Qualifikationsrahmens

wbv-Verlag, Bielefeld 2016
Reihe: Berufsbildung, Arbeit und Innovation.
Dissertationen/Habilitationen Bd. 38
462 Seiten, 39.00 Euro
ISBN 978-3-7639-5740-8

Zum Autor:

Marcus Eckelt ist Erziehungswissenschaftler und arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Schul- und Berufspädagogik am Institut Erziehungswissenschaften der TU Berlin. Für seine Promotion wurde er von der Rosa-Luxemburg-Stiftung als Stipendiat gefördert und 2016 von der Käthe und Ulrich Pleiß-Stiftung ausgezeichnet.