Nachricht | International / Transnational - Amerika - Sozialökologischer Umbau Von Kioto bis Quito

Eine RLS-geförderte Studie untersucht die ecuadorianische „ITT-Initiative“ eines Verzichts auf Ölförderung gegen Finanzausgleich. Sie wird jetzt zeitgleich in Kopenhagen und Quito vorgestellt.


Die Studie mit dem Titel: „Yasuni – Der beschwerliche Weg von Kioto nach Quito“ beschäftigt sich mit Entstehungsgeschichte und Perspektiven der so genannten „ITT-Initiative“. Die ecuadorianische Regierung hatte vorgeschlagen, im Nationalpark Yasuni auf die Ölförderung zu verzichten, wenn die Hälfte des dadurch entstehenden Einnahmeausfalls von der internationalen Staatengemeinschaft übernommen würde. Als zweite Option hält sich die Regierung aber weiterhin die Möglichkeit der Ölförderung offen. Die Studie  der Autorin Esperanza Martínez zeichnet den Weg voller Hindernisse, den diese Initiative bislang genommen hat, sowie ihre Möglichkeiten und Perspektiven hin zu einem Zeitalter jenseits der Erdölwirtschaft. Angesichts der Sensibilisierung für die Klimaproblematik ist diese Initiative wegweisend. Das Buch wird parallel in Quito sowie im Rahmen der Aktionen zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen präsentiert.

Der Vorschlag die Ölvorkommen in der Gegend zwischen den Flüssen Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) im Nationalpark Yasuní in Ekuador nicht zu fördern musste sich erst mühsam auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene durchsetzen. Daher ist „von Kioto bis Quito“ mehr als eine Metapher - es ist ein langer Weg, der mit falschen Vorstellungen über Klimawandel, Entwicklungsmodelle und die Rechte der Völker und der Natur aufräumt.  

Diese Studie nimmt eine Einschätzung der ITT-Initiative von ihrem Ursprung und Motivationen her vor und untersucht die Strategien, die von Regierung und Gesellschaft angewandt wurden. Der Nationalpark Yasuní erfüllt alle Voraussetzungen für einen totalen Schutz. Es ist Land der Indios, Heimstatt der letzten freien Völker, die noch in Ekuador leben; anerkannterweise eine Gegend mit der weltweit größten Biodiversität, Zufluchtsort seit der Eiszeit, Zone mit höchster Niederschlagsmenge, Ort der Erzeugung von Süßwasser und Wasserreserve, es ist ein Nationalpark und Biosphärenreservat.

Diese neue Initiative zum Schutz einer einzigartigen Gegend bedarf ebenfalls neuer Werkzeuge. Manche stammen aus verschiedenen Ländern des Südens und erfuhren viel Aufmerksamkeit im Norden: Verschiedene Industriestaaten haben ihre Bereitschaft ausgedrückt, mit hohen Finanzmitteln die Ölförderung zu kompensieren, so dass das Rohöl im Untergrund des Nationalparks Yasuní verbleibt.
 
Die Buchvorstellung erfolgt in einem Kontext, in dem der Klimawandel die nationale und internationale Ebene bestimmt. Zurzeit findet in Kopenhagen/Dänemark der Weltklimagipfel statt, auf dem die Klimakrise auf globaler Ebene analysiert wird. Yasuní ist dort ein wichtiges Thema. Daher wird das Buch auch in Kopenhagen vorgestellt werden. Auf nationaler Ebene steckt Ekuador wegen der Auswirkungen des Klimawandels in einer Krise des Wassermangels für Elektrizität und für die Landwirtschaft. Yasuní öffnet hier zweifellos Wege.

Das Buch ist in spanischer Sprache (Originaltitel: YASUNÍ. EL TORTUOSO CAMINO DE KIOTO A QUITO) ist  hier erhältlich:

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